Studentische Unternehmensberatung

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Editorial

Horst Müller-Peters (CONSULTING.de)

Von Horst Müller-Peters, Herausgeber CONSULTING.de

Studentische Unternehmensberater schlagen erfolgreich die Brücke zwischen akademischer Ausbildung und praktischer Anwendung. Vor allem in betriebswirtschaftlichen Fragen, zunehmend aber auch zu anderen Themen greifen Unternehmen gerne auf diese Form der Unterstützung zurück. Der Nutzen ist vielfältig: Unternehmen profitieren von besonders engagierten und oft auch kreativen Beraterteams bei überschaubarer Kostenstruktur. Studenten erwerben unschätzbare Berufserfahrung auf hohem und forderndem Niveau – Consultant statt Pizzabote.

Und nicht zuletzt ergeben sich wertvolle Praxiskontakte bis hin zum späteren Berufseinstieg; haben die Mitglieder doch ihr besonderes Engagement bewiesen – das Projekt als ideales Assessment Center – und gelten in den Personalabteilungen häufig als die Creme unter den jeweiligen Absolventenjahrgängen. Vielfach scheitert ein mögliches Engagement von Studierenden aber bereits an der Frage, welche Beratungen und welche Möglichkeiten der Mitarbeit es gibt, wie hoch der Aufwand ist und was ihnen der Einsatz letztendlich bringt. Andererseits kennen die Unternehmen oft die vielfältigen Angebote nicht und nutzen daher das Potenzial studentischer Berater gar nicht aus.

CONSULTING.de, das Nachrichtenportal der Beraterbranche, gibt daher einen Überblick:

  • Für die Unternehmen: Welche studentischen Unternehmensberatungen gibt es? Was sind typische Projekte, wie sieht die Zusammenarbeit in der Praxis aus und welche Ergebnisse lassen sich erwarten? Dazu haben wir neben einem Marktüberblick auch die eine oder andere Personalabteilung zu Wort kommen lassen.
  • Studenten erfahren ebenfalls, was sie erwartet: Studentische Unternehmensberatungen stellen sich vor und geben einen Einblick in ihr Beraterleben, ehemalige Berater beschreiben ihren Werdegang und die Rolle, die ihre Erfahrung als Berater darin gespielt hat.

Ich habe selbst als Student meine ersten praktischen betriebswirtschaftlichen Erfahrungen in einem solchen Beratungsprojekt gemacht – und wohl selten danach so hart gearbeitet und so viel in kurzer Zeit dazugelernt. Ein Erlebnis, das mein späteres Berufsleben wesentlich mitgeprägt hat. Und auch das Unternehmen konnte (hoffentlich) von den Analysen und Empfehlungen profitieren.

Daher kann ich aus erster Hand Unternehmen und Studierende gleichermaßen ermuntern: Lassen Sie sich auf das Abenteuer studentische Unternehmensberatung ein!

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Studentische Unternehmensberatung

Früh übt sich

Von Dorothee Ragg, CONSULTING.de-Redakteurin

In Friedrich Schillers Schauspiel "Wilhelm Tell" fällt der Satz: "Früh übt sich, was ein Meister werden will". Wie so viele prägnante Sätze aus "Wilhelm Tell" ist auch dieser zu einem geflügelten Wort geworden und eignet sich ebenfalls gut, um die Motivation studentischer Unternehmensberater auf den Punkt zu bringen. Denn wer sich im Studium als studentischer Unternehmensberater engagiert, kann die Weichen früh in die richtige Richtung stellen.

Die Idee studentischer Unternehmensberatungen entstand 1967 in Frankreich an der Eliteuniversität ESSEC – in Deutschland ließ die erste Gründung noch 21 Jahre auf sich warten. 1988 schlossen sich dann Studenten der Technischen Universität Darmstadt zum Junior Comtec Darmstadt e.V. zusammen. Auf europäischer Ebene gehören dem Dachverband JADE, European Confederation of Junior Enterprises, rund 30.000 Studenten an – auch welt weit existiert ein großes Netzwerk studentischer Unternehmensberatungen.

Die 31 Mitglieder des BDSU, dem Bundesverband für studentische Unternehmensberatung in Deutschland, sind größtenteils als gemeinnützige Vereine organisiert. 1992 gründeten sieben Junior Enterprises (JE) diesen Dachverband, sie definierten einen eigenen Qualitätsstandard, zu dem zum Beispiel interne Schulungen und Weiterbildungen zählen. Die Vereine sind meist mit einer Universität oder Fachhochschule verbunden und erhalten so auch wissenschaftliche Unterstützung aus einem Fachbereich oder durch einen Professor. Das JCNetwork e. V., Junior Consultant Network, ist der zweite wichtige Dachverband auf Bundesebene, ihm gehören knapp 30 Mitglieder an.

Und warum schließen sich Studenten zu diesen Junior Enterprises zusammen? Im Idealfall sammeln sie hier als junge, motivierte und vor allem vom Business unverbrauchte Studenten erste Berufserfahrung. Außerdem haben gerade diese jungen Menschen den direkteren Draht zu jüngeren Zielgruppen, wenn es etwa um Projekte rund um Internet oder Social Media geht. Viele junge Berater sehen die Mitwirkung in einer studentischen Unternehmensberatung als Karriereschritt, andere schnuppern hingegen nur kurz in die Branche hinein und schlagen später einen ganz anderen Weg ein. Zu den Studienfächern junger Berater gehören dabei nicht nur Wirtschaftswissenschaften, sondern häufig auch Psychologie, Soziologie oder andere Geisteswissenschaften. Der große Unterschied zu einem Praktikum in einem  Consultingunternehmen: Die Studenten tragen selbst die Verantwortung. Für die beauftragenden Unternehmen gibt es aber wohl auch einen klaren Vorteil, sind doch die Studenten um einiges preiswerter als etablierte  Consultingunternehmen.

Zu guter Letzt werden in studentischen Unternehmensberatungen Netzwerke für das spätere Leben aufgebaut und studentische Berater sammeln bereits früh Erfahrung, die sie für Beraterfirmen und Wirtschaftsunternehmen interessant
macht.

Wir von CONSULTING.de widmen uns in diesem Special den bemerkenswerten Aktivitäten studentischer Unternehmensberatungen und stellen junge zurzeit aktive Studenten und auch Alumni vor, die heute in etablierten Beratungen aktiv sind.

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