5G-Netze: Netzbetreiber müssen in Milliardenhöhe investieren

Die nächste Mobilfunkgeneration 5G steht in den Startlöchern, doch zuerst müssen die Netzbetreiber den nötigen Investitionsbedarf stemmen. Das wird angesichts stagnierender Umsätze eine Herausforderung für viele Anbieter, so die Managementberatung Oliver Wyman.


Auf etwa 15 Milliarden Euro beziffert Oliver Wyman den Investitionsbedarf, der im Zuge der Einführung von 5G auf die Netzbetreiber in Europa zukommt. Begründet ist der hohe Bedarf u.a. in der Notwendigkeit neuer Sendestationen. 5G nutzt meist andere, höhere Frequenzen als sein Vorgänger LTE, das reduziert die Reichweite der Sendestationen auf ein Drittel oder weniger. Etwa 200.000 Stationen, so schätzt Oliver Wyman, müssen neu aufgebaut werden.

Investitionen durch Allianzen realisieren

Bereits jetzt befinden sich die Mobilfunkanbieter europaweit in einem schwierigen Marktumfeld, die Umsätze stagnieren, viele Märkte gelten als gesättigt. Die Folge: Programme zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung sind häufig schon an der Tagesordnung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Investitionen, die im Zuge der Realisierung von 5G nötig werden, können die Netzbetreiber kaum alleine stemmen. Und das neue Netz erfordert nach Einschätzungen eines Oliver-Wyman-Sprechers nicht nur Investitionen; eine generelle Transformation der zugrundeliegenden Geschäftsmodelle sei ebenfalls kaum vermeidbar.

Die Managementberatung hat drei verschiedene Dimensionen identifiziert und empfiehlt den Betreibern, ihre Geschäftsmodelle mit Blick auf diese Punkte weiterzuentwickeln.

  • Infrastrukturallianzen: Den Investitionsbedarf und den bürokratische Aufwand durch entsprechende Genehmigungsverfahren kann ein Anbieter allein nicht tragen. Allianzen mehrerer Anbieter können dabei helfen, die Investitionslast zu teilen und den Aufbau zu beschleunigen.
  • Zusammenarbeit mit Diensteanbietern: Oliver Wyman empfiehlt den Netzbetreibern, mit der Einführung von 5G Diensteanbieter wie Google,  Facebook oder Netflix an der finanziellen Last zu beteiligen. Bislang haben es die Betreiber versäumt, am Erfolg der Diensteanbieter zu partizipieren, obwohl mobiles Internet ohne ihre vorherigen Investitionen nicht möglich gewesen wäre.
  • Neue Geschäftsmodelle: 5G bietet die Chance, differenzierte Angebote zu entwickeln und darüber neue Umsatzquellen zu erschließen. Dabei müssen die Betreiber die Bedürfnisse der Kunden an schnellen, zuverlässigen Netzen mit hoher Abdeckung berücksichtigen. Dadurch haben sie nach Meinung von Oliver Wyman ebenfalls die Möglichkeit, einer weiteren Runde im Preiskampf mit noch niedrigeren Preisen, größeren Datenpaketen oder einem unlimitierten Datenangebot entgegenzuwirken.

io

 

Weitere Informationen zum Unternehmen auf marktforschung.de:

Oliver Wyman GmbH

Frankfurt am Main

Oliver Wyman GmbH

>3000

Die Oliver Wyman GmbH ist eine Tochtergesellschaft von Marsh & McLennan Companies, einem globalen Netzwerk von…

Diskutieren Sie mit!     

Noch keine Kommentare zu diesem Artikel. Machen Sie gerne den Anfang!

Um unsere Kommentarfunktion nutzen zu können müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Weitere Highlights auf CONSULTING.de