Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship und Corporate Sustainability

Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen

28.03.2018

Als Folge des steigenden Umweltbewusstseins in der Gesellschaft wird Nachhaltigkeit immer mehr zu einem wichtigen Thema. Auch Unternehmen sollten daher nicht nur an Umsatzsteigerungen und das Erzielen hoher Gewinne denken, sondern darüber hinaus Verantwortung für die Umwelt übernehmen und Nachhaltigkeit in ihrem Corporate Image verankern.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz gewinnt inzwischen in vielen Unternehmen eine wachsende Bedeutung.  (Bild: Fotolia, © Tiberius Gracchus)

Nachhaltigkeit und Umweltschutz gewinnt inzwischen in vielen Unternehmen eine wachsende Bedeutung. (Bild: Fotolia, © Tiberius Gracchus)


Damit verbessern sie nicht nur ihren gesellschaftlichen Ruf im Rahmen der Corporate Social Responsibility, des Corporate Citizenship und der Corporate Sustainability, sondern leisten tatsächlich auch einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

In immer mehr Unternehmen werden eigene Mitarbeiter oder ganze Abteilungen damit beauftragt, sich mit dem Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement zu befassen. Eine entsprechende Ausrichtung kann einerseits marketingtechnisch genutzt werden, andererseits bieten die verschiedenen Maßnahmen Möglichkeiten zur nachhaltigen Einsparung von Ressourcen. Dies bringt Vorteile nicht nur in unternehmerischen Sinn in Form einer Gewinnsteigerung, sondern auch für die Gesellschaft durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt. Auch die gestiegene Sensibilität für nachhaltige Angebote bei den Konsumenten zeigt, dass in diesem Bereich viel Zukunftspotential steckt.   

Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship und Corporate Sustainability: Das steckt dahinter 

Durch die Einbindung des Nachhaltigkeitsgedankens und des aktiven Umweltschutzes in die verschiedenen Prozesse eines Unternehmens sind eigenständige Bezeichnungen entstanden. Sie repräsentieren die unterschiedlichen Bereiche und Konzepte, die dabei aufgetaucht sind. 

Corporate Social Responsibility

Die unternehmerische „soziale Verantwortung“ wurde bereits 2001 von der Europäischen Kommission im Rahmen ihres Grünbuchs zur erstrebenswerten Tugend erhoben. Unternehmen sollten diesen Punkt bereits im Kern ihrer geschäftlichen Bestrebungen verankern. Anders als vorher auf freiwilliger Basis sollte künftig umweltverträgliches und sozial verantwortliches Handeln einen wichtigeren Stellenwert in der Wirtschaft bekommen.

 


Verschiedene Richtlinien und Regelungen wurden in der Folge erlassen, um dies nach und nach auch umsetzen zu können und die Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen. Dabei sollten sie jedoch einem Mindestmaß an Einschränkungen unterworfen sein. Im Vordergrund stehen seitdem die positiven Effekte der CSR. Das ökonomisch erfolgreiche Erzielen von Gewinnen sollte durch entsprechende Maßnahmen nicht gebremst werden. Vielmehr bietet ein effektives Nachhaltigkeitsmanagement auch neue Möglichkeiten, ein Unternehmen auf dem Markt zu positionieren.   

Corporate Citizenship

Im Gegensatz zu Maßnahmen, die den unternehmerischen Ablauf betreffen sind unter dem Begriff Corporate Citizenship Kriterien zusammengefasst, die darüber hinausgehen. So kann sich ein Betrieb im lokalen oder internationalen Umfeld karitativ betätigen:  

  • Aktionen zum Spendensammeln 
  • Aktionen in Verbindung mit einer gemeinnützigen Stiftung
  • Sponsoring von Kultur- oder Sportveranstaltungen

Das bürgerschaftliche Engagement einer Firma wirkt sich meist direkt auf die Außenwahrnehmung aus. So kann sich das Unternehmen als verantwortungsbewusst im Umgang mit der Natur oder auch mit gesellschaftlichen Werten zeigen. Der Nutzen ist dabei sehr schwer in Zahlen umzusetzen. Vielmehr kann auf diese Weise die regionale Bindung und Akzeptanz eines Standortes erhöht oder auch eine Marke mit bestimmten Wertvorstellungen verknüpft werden. 

Um dabei glaubwürdig und authentisch zu bleiben ist es wichtig, mit der entsprechenden Maßnahme ein zur Firmenphilosophie passendes Projekt zu unterstützen. Oftmals ist es sinnvoll, hier mehrere Ansätze parallel zu verfolgen.

Mit gezielten gemeinnützigen Aktionen kann die Außenwahrnehmung des Unternehmens positiv beeinflusst werden. (Bild: Fotolia, © Syda Productions )

Mit gezielten gemeinnützigen Aktionen kann die Außenwahrnehmung des Unternehmens positiv beeinflusst werden. (Bild: Fotolia, © Syda Productions )


In einigen Situationen kann das Corporate Citizenship sich auch mit den wirtschaftlichen Abläufen des Unternehmens überschneiden. So ist es beispielsweise möglich, bestimmte Aufträge an soziale Organisationen wie etwa Behindertenwerkstätten zu vergeben. Eine andere Form wäre die Investition von Risiko-Kapital in soziale Projekte (Venture Philantropy oder Social Investment).  

Corporate Sustainability

Sozusagen als Königsdisziplin vereint der Begriff Corporate Sustainability oder „nachhaltige Unternehmensführung“ die Berücksichtigung nachhaltigen Handelns in sämtlichen Bereichen eines Unternehmens. Auch Produkte und Dienstleistungen dienen hier einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise. Dabei spielt das sogenannte Drei-Säulen-Modell eine zentrale Rolle: 

  • Ökologische Verantwortung: Als Kernpunkt der Nachhaltigkeit werden meist Maßnahmen verstanden, die unmittelbar mit dem Naturschutz und dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zusammenhängt. 

  • Soziale Verantwortung: Neben sozialem Engagement außerhalb der Firma zählt hierunter auch eine sozialverträgliche Gestaltung von Arbeitsplätzen oder die Förderung der Mitarbeiter und die Pflege von Traditionen. 

  • Ökonomische Aspekte: Nachhaltiges Wirtschaften wirkt sich in der Folge auch auf verschiedene ökonomische Prozesse im Unternehmen aus. So können beispielsweise in vielen Bereichen Einsparungen und Verbesserungen erzielt werden. 

Abgrenzung zum Greenwashing 

Ein tatsächlich nachhaltiges Wirtschaftskonzept wirkt sich tiefgründig in den unterschiedlichsten Bereichen und Prozessen der Wertschöpfungskette eines Unternehmens aus. Im Gegensatz dazu werden oberflächliche Maßnahmen als Greenwashing bezeichnet. Diese, eher nach außen hin medienwirksam eingesetzten Methoden erzeugen lediglich das Bild eines nachhaltigen und verantwortungsbewussten Betriebes.  

So wird in diesem Fall mit einem grünen Image geworben, ohne dass das Unternehmen selbst entsprechende Ziele bei den wirtschaftlichen Prozessen berücksichtigt. Im Grunde genommen handelt es sich um eine bewusste Täuschung der Kunden und Verbraucher. Auch in diesem Bereich gibt es inzwischen zahlreiche Beispiele, die in allen wirtschaftlichen Sektoren zu beobachten sind.

Maßnahmen, die einem Unternehmen nur oberflächlich ein grüneres Image verleihen, werden als Greenwashing bezeichnet. (Bild: Fotolia, © stokkete )

Maßnahmen, die einem Unternehmen nur oberflächlich ein grüneres Image verleihen, werden als Greenwashing bezeichnet. (Bild: Fotolia, © stokkete )

Viele Wege zum Erfolg: Warum sich Nachhaltigkeit in Unternehmen lohnt

Auch das Entwicklungspapier der Europäischen Kommission stellte bereits die positiven Aspekte eines nachhaltigen Wirtschaftens heraus. In verschiedenen Schritten ist nach und nach dafür gesorgt worden, dass ein entsprechendes Handeln zunehmend fest in der Unternehmenskultur verankert werden kann.
Maßnahmen der Regierung

Dabei wurde auf eine „intelligente Kombination aus freiwilligen Maßnahmen und nötigenfalls ergänzenden Vorschriften“ gesetzt. Ein wichtiger Punkt dabei war die Schaffung von Transparenz und das Sichtbarmachen der nachhaltigen Strategien um die Öffentlichkeit dazu weiter zu sensibilisieren. So sind inzwischen beispielsweise größere Firmen dazu verpflichtet worden, ihre Bemühungen in diesem Bereich regelmäßig offenzulegen. 

Es wurden verschiedene Anreize für die Unternehmen geschaffen, ihre Geschäftsstrategie und die internen Prozesse entsprechend nachhaltiger auszulegen. Zusätzliche Leitlinien für multinationale Konzerne wurden auch von anderen offiziellen Stellen zusammengefasst. Hier gibt es ebenfalls Empfehlungen zu nachhaltigem und verantwortungsvollem Handeln:   

  • Deutscher Nachhaltigkeitskodex – Kriterienkatalog zur Orientierung etwa für die Berichterstattung

  • ISO 26000 (International Organization for Standadization) – Orientierungsrichtlinien zur sozialen Verantwortung von Unternehmen 

  • ILO-Kernarbeitsnormen (International Labour Organization) – Verschiedene Arbeits- und Sozialstandards, die auf den Menschenrechten basieren

  • UN Global Compact (United Nations) – Standards und Verhaltenskodizes zu verantwortungsvoller Unternehmensführung

  • OECD-Leitsätze (Organisation for Economic Co-operation and Development) für multinationale Unternehmen – Sozial- und Umweltstandards

Relevanz des Themas 

Auch für kleine Unternehmen zeigen sich immer komplexeren Verstrickungen von Geschäftsprozessen auf internationaler Ebene. Bei der Betrachtung einzelner Handlungsweisen zeigt sich, wie stark sie sich jeweils auf soziale und ökologische Aspekte auswirken. Durch die zunehmende Globalisierung lassen sich einzelne Bereiche dabei immer schwerer beeinflussen und steuern. Umso wichtiger ist es, nachhaltige Ansätze bereits von Beginn an miteinzubeziehen. 

Investoren werfen inzwischen ebenfalls einen genaueren Blick auf die Berichterstattung über die Umsetzung von Empfehlungen und Richtlinien bei den einzelnen Unternehmen. Immer häufiger dient dies auch mit als Entscheidungsgrundlage für den gezielten Einsatz von Kapital. Fehlt eine entsprechende Ausrichtung, kann dies im Wettbewerb mit anderen einen entscheidenden Nachteil darstellen.

Auch auf Kundenseite haben die Maßnahmen zur Sensibilisierung für ökologisches und soziales Handeln inzwischen Früchte getragen und Nachhaltigkeit ist für viele zu einem Kaufkriterium geworden.

Durch die Globalisierung wird es immer schwieriger, die Auswirkung einzelner Prozesse auf unsere Umwelt einzuschätzen. Umso wichtiger ist es, nachhaltiges Handeln in der Firmenethik zu verankern. (Bild: Fotolia, © zlikovec)

Durch die Globalisierung wird es immer schwieriger, die Auswirkung einzelner Prozesse auf unsere Umwelt einzuschätzen. Umso wichtiger ist es, nachhaltiges Handeln in der Firmenethik zu verankern. (Bild: Fotolia, © zlikovec)

Moral kontra Wettbewerb

Auf den ersten Blick scheint das Verfolgen moralisch anspruchsvoller nachhaltiger Ziele im Unternehmen eine Einschränkung des Wettbewerbs zu bedeuten. Doch hier zeigt sich der Erfolg verschiedener Maßnahmen häufig erst auf lange Sicht. Die Umsetzung verschiedener Vorgaben und Richtlinien, beispielsweise zur Reduzierung von Emissionen oder zum Schutz der Umwelt sind meist zuerst mit umfangreicheren Investitionen verbunden. 

Sie können auch dazu führen, dass ganze Geschäftsbereiche umstrukturiert werden müssen oder gar über eine ganz neue Ausrichtung nachgedacht werden muss. Für die Firmen, die sich dieser Herausforderung als erstes stellen, kann der damit verbundene Vorsprung später auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen: 

  • Nachprüfbares Qualitätskriterium: Durch die Verpflichtung zur Dokumentation und Veröffentlichung der einzelnen Maßnahmen im Rahmen der CSR-Berichterstattungsrichtlinie sind vergleichbare Kriterien vorhanden, die gleichsam ein gewisses Qualitätskriterium darstellen. Ein nachhaltiges Image gewinnt auf diese Weise an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Je transparenter und deutlicher die jeweiligen Maßnahmen dabei nach außen kommuniziert werden, umso überzeugender kann mit einem grünen Image geworben werden. 

  • Rechtfertigung für höhere Preise: Wenn Nachhaltigkeit als Qualitätskriterium anerkannt ist, kann sich dies auch im Preis eines Produkts oder einer Dienstleistung widerspiegeln. So können notwendige Investitionen langfristig umgelegt werden. Als äußeres Zeichen ist es möglich, für eine umweltfreundliche Herstellung und ein nachhaltiges Produkt sich etwa um den Erwerb eines Bio-Siegels zu bemühen.     

  • Entstehung eines positiven Images: Der Imagegewinn ist eines der wichtigsten Auswirkungen eines nachhaltigen Unternehmensmanagements. Dieser stellt sich jedoch in der Regel nicht durch kurzfristige Aktionen ein. Vielmehr ist es wichtig, regelmäßig über die entsprechenden Bemühungen zu berichten. Die Öffentlichkeit ist dabei meist sensibel genug, oberflächliche Maßnahmen zu entlarven. Deshalb ist es wichtig, die Corporate Social Responsibility fest in der Unternehmensstruktur zu verankern und sie als Grundlage für die verschiedensten Entscheidungen zu nutzen.

  • Senkung der Kosten: Andererseits können durch den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen oder einem ausgeklügelten Abfallmanagement auch Kosten eingespart werden. Manche Maßnahmen lassen sich hierbei sehr leicht und ohne große Investitionen umsetzen, andere hingegen erfordern eine größere Umstrukturierung oder gehen auch mit der Weiterbildung und Schulung des Personals einher.   

  • Stärkung der Kunden- und Mitarbeiterbindung: Soziale Aspekte bei der nachhaltigen Ausrichtung einer Firma wie die Integration benachteiligter Personengruppen oder familienfreundliche Arbeitsbedingungen strahlen ebenfalls ein positives Bild nach außen. Gerade durch solche Entscheidungen können Kunden oder Mitarbeiter sich stark mit einem Unternehmen oder auch mit der dazugehörigen Marke identifizieren. Zudem weisen zufriedene Angestellte eine höhere Produktivität und Leistung auf.  

  • Größerer Erfolg: Durch die Dokumentationspflicht ist es möglich, die Maßnahmen und dazugehörenden Investitionen oder Bemühungen in einem Zusammenhang zu sehen und die Entwicklung über einen längeren Zeitraum kann sichtbar gemacht werden. Je detaillierter ein CSR-Reporting dabei ausgeführt wird, umso leichter ist es, daraus auch entsprechende Erfolge herauszulesen. Somit wird die Nachhaltigkeit auch messbar.

Im Bereich des Energiemanagements steckt in jedem Unternehmen meist ein beträchtliches Einsparpotential. (Bild: Fotolia, © Cybrain)

Im Bereich des Energiemanagements steckt in jedem Unternehmen meist ein beträchtliches Einsparpotential. (Bild: Fotolia, © Cybrain)

Allgemeine Möglichkeiten für mehr Energieeffizienz im Unternehmen 

In jeder Firma, unabhängig von der Betriebsgröße bieten sich die unterschiedlichsten Ansatzpunkte um nachhaltiges Handeln in der Firmenethik zu verankern. Welche dies sind, hängt mit Kriterien wie der jeweiligen Branche, dem Produkt, der Dienstleistung oder auch der Zielgruppe und dem Standort zusammen. Bezüglich einer umweltfreundlicheren Ausrichtung der Betriebe gibt es vor allem im Bereich Energieeffizienz sehr viele Möglichkeiten.  

Verpflichtendes Energieaudit 

Als Grundlage für die Analyse des Energieverbrauchs ist vom Gesetzgeber seit 2015 ein Energieaudit hinsichtlich der Erfüllung der vorgeschriebenen Standards für bestimmte Unternehmen zur Pflicht geworden. Dieses Energieaudit ist eines der gesetzlichen Maßnahmen zur Durchsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie auf breiter Ebene. Dabei werden gezielt einzelne Aspekte durchleuchtet und auf Einsparmöglichkeiten überprüft. Die verschiedenen Punkte können intern dabei helfen, Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz zu erkennen. Deshalb ist es in bestimmten Fällen auch für Unternehmen geeignet, die nicht unter die gesetzliche Pflicht fallen aber dennoch an der Entwicklung einer CSR-Strategie interessiert sind.

 


In der Regel wird für das Audit ein geeignetes Unternehmen oder ein Fachmann beauftragt. Dieser bekommt dann die notwendigen Einblicke in die unterschiedlichen Strukturen und Abläufe innerhalb des Unternehmens und erarbeitet aus den Erkenntnissen eine entsprechende Bewertung. 

Verschiedene Einzelmaßnahmen

Die Möglichkeiten, ein Unternehmen nachhaltiger auszurichten sind unglaublich vielfältig. Meist können in jedem noch so kleinen Bereich kleine Umstellungen dazu beitragen, ökologischer oder sozialverträglicher zu wirtschaften. Genau hierin liegt der Punkt, langfristig einen Paradigmenwechsel einzuleiten. Die Sensibilisierung der Mitarbeiter für umweltverantwortliches Handeln benötigt jedoch einerseits Zeit und in bestimmten Bereichen möglicherweise auch zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen. Die folgenden Beispiele zeigen mögliche Handlungsgebiete auf:

 

  • Energieeffiziente Leuchtmittel: Durch die Umstellung auf effiziente LED-Technik kann langfristig eine große Menge Energie eingespart werden. In der Industrie macht der Anteil der Beleuchtung am gesamten Energieverbrauch etwa fünf Prozent aus. Im Bereich Handel, Gewerbe und Dienstleistung beträgt er hingegen oftmals bis zu 40 Prozent. 

  • Energiesparende Heiztechnik: Eine effiziente Heiztechnik kann ebenfalls entscheidend dazu beitragen, Kosten zu sparen und gleichzeitig die Energiebilanz zu verbessern. Auch hier bestehen bei Büro- oder Verwaltungsgebäuden sehr hohe Einsparpotentiale. 

  • Gebäudedämmung: Diese Maßnahme sollte immer zusammen mit einer effizienten Heizanlage angegangen werden. In diesem Bereich existieren zudem vielfältige Fördermöglichkeiten, vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen.

  • Papierloses Büro: Die Digitalisierung macht es zunehmend obsolet, Dokumente in Papierform auszudrucken oder zu archivieren. Ein Großteil der schriftlichen Kommunikation läuft bereits über E-Mails ab. Durch Investitionen in geeignete Speichersysteme und notwendige Infrastruktur können hier noch mehr Ressourcen eingespart werden. Zudem kann durch digitale Unterlagen oftmals auch effizienter gearbeitet werden.  

  • Green IT: Dieser Ansatz dreht sich um Nachhaltigkeit im gesamten Bereich der Informationstechnologie. Es betrifft den Einsatz stromsparenden Geräte genauso wie Entscheidungen beim Kauf und der Entsorgung von Hardware (nachhaltiger Lebenszyklus).    

  • Umweltfreundliche Werbegeschenke: Diese Maßnahme kann gleichzeitig als sinnvolles Marketinginstrument eingesetzt werden. „Grüne“ Giveaways tragen einen nachhaltigen Unternehmensgedanken werbewirksam nach außen.  

Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Abhängigkeit von der Branche 

Auch im Bereich Recycling bestehen in einem Unternehmen vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung. (Bild: Fotolia, © Kwangmoo)

Auch im Bereich Recycling bestehen in einem Unternehmen vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung. (Bild: Fotolia, © Kwangmoo)


Je tiefer der Nachhaltigkeitsgedanke in der Firmenpolitik verankert ist, umso umfangreicher können soziale und ökologische Standards in den verschiedensten Bereichen umgesetzt werden. 

Im Bereich der Herstellung von Produkten haben sich hier verschiedene Ansätze entwickelt, die als Leitlinien beim Nachhaltigkeitsmanagement dienen:  

  • Integrierte Produktpolitik (IPP): Dieser Aspekt tauchte ebenfalls bereits 2001 im Grünbuch der EU-Kommission zur Corporate Social Responsibility auf. Dabei soll jede Phase beim Entstehen eines Produktes von einem nachhaltigen Gedanken geleitet sein. Alle daran beteiligten Parteien stehen somit in der Verantwortung.  

  • Cradle-to-Cradle Ansatz: „Von der Wiege bis zur Wiege“ - Dieser Begriff zur Ökoeffektivität geht in eine ähnliche Richtung. Dabei sollen Produkte beispielsweise so konzipiert sein, dass sie auch nach ihrem Gebrauch wieder vollständig recycelt werden können. Bei der Herstellung kann Energie aus erneuerbaren Quellen genutzt und auch Abfallstoffe wieder dem Kreislauf zugeführt werden.  

  • Produktrücknahme: Als verantwortungsvolles Unternehmen kann den Kunden der Service angeboten werden, alte Produkte wieder zurückzugeben. Dann können im Rahmen eines Recyclingprozesses die einzelnen Rohstoffe umweltgerecht entsorgt oder auch wiederverwertet werden.

  • Regionale Zulieferer: Der Einsatz lokaler Ressourcen hat in vielerlei Weise eine positive Wirkung. Einerseits können Transportwege verkürzt und die regionale Wirtschaft gestärkt werden.   

In der Bekleidungsindustrie konzentrieren sich einige Hersteller mittlerweile auf die Verwendung ökologischer Textilien und eine sozialverträgliche Produktionsweise. Somit heben sie sich vorteilhaft von anderen Produzenten ab. 

Auch bei der Nahrungsmittelproduktion bestehen zahlreiche Möglichkeiten. Diese Branche findet sich allerdings noch am wenigsten mit den zukunftsweisenden Vorgaben für ein nachhaltiges Handeln zurecht. Vor allem im Bereich der Lieferketten herrscht bei der Berichterstattung häufig noch Intransparenz.   

Die Deutsche Post wurde für ihr Nachhaltigkeitsmanagement beispielsweise bereits als sozialstes deutsches Unternehmen ausgezeichnet. 2005 setzten sie sich dabei beim „Good Company Ranking“ des Manager Magazins an die erste Stelle. Ausschlaggebend dafür waren umfangreiche Maßnahmen im Bereich familienfreundlicher Arbeitsplatzgestaltung, der Integration von Behinderten und einem sinnvollen Weiterbildungsangebot für die Mitarbeiter. 

Auch im Bereich Umweltschutz setzt sich das Unternehmen ein. So wurde beispielsweise ein Großteil des Gütertransports auf die Schiene verlagert und die Fahrzeugflotte nach und nach auf umweltfreundliche Fahrzeuge umgestellt. Darüber hinaus engagiert sich die Deutsche Post im Katastrophenmanagement und transportiert unentgeltlich Hilfsgüter. 

Der Artikel entstand in Kooperation mit dem Autor Stefano Hauer.

 

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