Die Finanzierung als große Hürde der Unternehmensgründung

Unternehmensgründung

Die Deutschen gründen, vor allem in den letzten Jahren, immer weniger Unternehmen. Neben dem, zum Teil hohen, bürokratischen Aufwand sind es vor allem die Finanzen, die die Menschen abschrecken. Dabei gibt es gute und einfache Wege, sein Unternehmen finanziell an den Start zu bringen. Eine verantwortungsvolle Vorbereitung ist dafür entscheidend. Worauf Gründer achten sollen und wie die Unternehmungsgründung aus finanzwirtschaftlicher Sicht gelingen kann, erläutert dieser Beitrag.

Idea-Paper-Pencil

Von der Idee zum Unternehmen: Eine Gründung ist mit vielen wichtigen Vorbereitungen verbunden.(Bild: gimono, Pixabay)

Die Gründungskultur in Deutschland fehlt

Wer ein Unternehmen gründen möchte, muss sich zunächst mit der Bürokratie in Deutschland auseinandersetzen. Bereits hier erscheint vielen potentiellen Unternehmensgründern der Aufwand extrem hoch und wenig überschaubar. Das führt dazu, dass Menschen, die innovative Ideen haben, von einer Gründung abgeschreckt werden. Hinzu kommt der finanzielle Aufwand. Eine Unternehmensgründung muss gut geplant sein, damit sich das Unternehmen in den ersten Jahren am Markt etablieren kann. Bereits vor der eigentlichen Gründung ist deshalb ein nicht zu unterschätzender Aufwand notwendig. Dazu gehört unter anderem eine Finanzplanung, die einen gewissen Puffer erlaubt. So sind Gründer abgesichert, wenn sich in den ersten Jahren unerwartete Veränderungen einstellen. Gerade das Finanzgerüst ist ein Punkt, der mit etwas Vorbereitung ein sicheres Polster für die Gründer sein kann.

Eigenkapital versus Kredit – die Gründung ist von den Finanzen abhängig

Es gibt selbstverständlich zahlreiche Möglichkeiten, die Unternehmensgründung zu finanzieren. Diese sind abhängig von der Branche, der Rechtsform und der persönlichen Situation des oder der Gründer. Je weniger Investitionen in Betriebsräume und Betriebsmittel zu Beginn notwendig sind, desto geringer fällt das benötigte Startkapital aus. Vor allem moderne Branchen, die vorrangig online agieren, lassen sich auch unproblematisch ohne große Finanzierung realisieren. Gründer können überdies, je nach Wahl der Rechtsform, Eigenkapital durch andere beschaffen. Dazu gehört beispielsweise die Aufnahme von Gesellschaftern in eine Personengesellschaft. Diese bringen ihr Eigenkapital mit ein. Für Einzelunternehmen eignet sich diese Variante nicht. Hier ist es möglich, Geld durch einen Investor zur Verfügung gestellt zu bekommen. Im Gegenzug erhalten Investoren häufig einen Anteil am Gewinn des Unternehmens.

Eine andere Variante ist die Aufnahme eines Kredits. Viele Banken und Kreditinstitute bieten spezielle Kredite für Gründer und Selbstständige an. Die Konditionen können dabei sehr unterschiedlich sein. Unter anderem ist die Kreditvergabe abhängig von Sicherheiten, die der Gründer zur Verfügung stellt. Zu den Sicherheiten gehört das Eigenkapital ebenso wie eine Bürgschaft oder eine Immobilie. Um einen Kreditdienstleister mit guten Konditionen zu finden, lohnt sich ein Vergleich. Diesen können Gründer problemlos auch online durchführen. Nicht immer ist die persönliche Vorsprache bei einer Bank erforderlich, um einen Kredit zu erhalten. Wichtig: Wer seinen Kredit online abschließt, benötigt trotzdem Sicherheiten und muss nachweisen, dass er fachlich und wirtschaftlich in der Lage ist, ein Unternehmen zu gründen und zu führen.

Student am Laptop

Einen detaillierten Businessplan zu erstellen, nimmt viel Zeit in Anspruch. Der Plan gehört zu den wichtigsten Unterlagen beim Kreditgespräch. (Bild: StartupStockPhotos, Pixabay)

Business- und Finanzplan sind Grundvoraussetzungen

Sowohl bei normalen Bankkrediten als auch bei Förderungen ist ein ausgearbeiteter Business- und Finanzplan unerlässlich, um einen positiven Bescheid zu erhalten. Auch für Gründer, die keinen Kredit beantragen möchten, lohnt es sich, einen solchen Plan zu erstellen. Er gibt einen detaillierten Überblick über notwendige Anschaffungen, wichtige Ausgaben und die genauen Ziele des Unternehmens. Die Industrie- und Handelskammer unterstützt angehende Unternehmensgründer dabei, einen Business- und Finanzplan zu erstellen. Der Finanzplan inklusive Liquiditätsplan gibt Auskunft darüber, welche Einnahmen ein Unternehmen in den ersten Jahren erzielen muss, um die Ausgaben zu decken und darüber hinaus Gewinn zu erwirtschaften. Realistische Einschätzungen sind das A und O, um den Finanzplan später tatsächlich nutzen zu können. So ist es Gründern möglich, vorausschauend zu planen und nicht in Misswirtschaft zu geraten.

Die dritte Variante sind sogenannte Förderungen. Gerade junge Unternehmen können Förderkredite erhalten. Diese sind wiederum an besondere Voraussetzungen gebunden. So darf das Unternehmen nicht älter als fünf Jahre sein und der Gründer muss einen Business- und Finanzplan vorlegen. Dann kann das Unternehmen ein Gründerdarlehen erhalten, das mit besonders niedrigen Zinsen verknüpft ist.

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Der eigene Berater darf beim Gespräch mit dem Kreditinstitut selbstverständlich dabei sein. Er kann den Gründer bestens unterstützen. (Bild: STarFlames, Pixabay)

Das persönliche Gespräch mit der Bank

Wer einen Kredit beispielsweise bei der Hausbank beantragen möchte, benötigt für das Beratungsgespräch den Business- und Finanzplan. Er ist für die Berater vor Ort der erste Anhaltspunkt bei der Beurteilung des Kreditnehmers. Weiterhin ist eine ausführliche Vorbereitung notwendig, um das Gespräch souverän zu meistern. Mögliche Probleme und Stolpersteine, die die Bank sehen könnte, sollten bereits im Vorfeld klar benannt sein. So ist es möglich, die Bedenken zu entkräften und die Bank vom Vorhaben zu überzeugen. Zur Vorbereitung gehört ebenfalls ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten. Ein gepflegtes Äußeres schadet nicht, um den Bankberater von der eigenen Seriosität zu überzeugen. Gründer müssen zum Beratungsgespräch bei der Bank nicht allein gehen. Sie können ihren Unternehmensberater mitnehmen, der sie beim Gespräch unterstützt. Mit diesem können Gründer sich bereits im Vorfeld besprechen und das Gespräch detailliert vorbereiten. So kann fast nichts mehr schiefgehen.

Als Selbstständiger online einen Kredit beantragen

Natürlich lässt sich ein Unternehmenskredit online ebenso beantragen wie persönlich in der Bank. Insgesamt setzen die Deutschen gerade in den letzten Jahren immer mehr auf Onlineservices, wenn es um Finanzierungen geht. Das Onlinenbanking hat sich etabliert, ebenso der Abschluss von Versicherungen und Krediten per Website oder App. Vor allem geht der Kreditantrag online sehr schnell und unkompliziert. Gründer laden ihre Dokumente hoch und können den Antrag sofort abschicken. Der einzige Nachteil: Nachfragen oder Verhandlungen sind online oft nicht möglich. Stattdessen erhält der Kreditnehmer ein Angebot, das er annehmen oder ablehnen kann. Auf der anderen Seite ist die Kreditsumme oft zügig auf dem Konto des Kreditnehmers, sodass es im Gründungsprozess umso schneller weitergehen kann. Nicht zuletzt deshalb setzen viele Unternehmensgründer auf online verfügbare Services in Sachen Finanzierung.

sh

Veröffentlicht am: 05.06.2020

 

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