Nachhaltigkeit im Unternehmen umsetzen - Diese Schalthebel existieren

Fachartikel

Das Wort Nachhaltigkeit ist präsent in den Medien. Es wird viel darüber geredet: Dieser Bereich soll gefördert werden und auch Kunden scheinen nachhaltig wirtschaftende Unternehmen mittlerweile zu bevorzugen. Es soll sogar so weit gehen, dass eine große Gruppe von Kunden bereit ist, höhere Preise zu akzeptieren, wenn die Produkte nachhaltig sind. Aber was heißt das für Unternehmen? Wo können sie überhaupt anfangen und welche Möglichkeiten bestehen, ohne den ganzen Betrieb von heute auf morgen sprichwörtlich umzukrempeln?

Abbildung 1: Wenn Unternehmen selbst auf die Produktion von erneuerbaren Energien setzen, lässt sich die eigene Ökobilanz oft schnell verbessern. (Bild: Andreas Gücklhorn - Unsplash.com)

Abbildung 1: Wenn Unternehmen selbst auf die Produktion von erneuerbaren Energien setzen, lässt sich die eigene Ökobilanz oft schnell verbessern. (Bild: Andreas Gücklhorn - Unsplash.com)

Von Anna Zimmermann

Energieeffizienz verankern

Fakt ist, dass es nicht die eine Nachhaltigkeit gibt. Das Wort ist eher ein Überbegriff, der verschiedene Bereiche miteinbezieht, wobei natürlich der Umweltgedanke und der ressourcenschonende Umgang mit Werkstoffen, Energien und Produkten wichtige Säulen sind. Und genau hier haben Unternehmen durchaus die Chance, aktiv zu werden. Die Umstellung mag Mühe, Aufwand und Kosten bedeuten - doch wer energieeffizient handelt, der spart am Ende.

Einige Beispiele:

  • Maschinen und Anlagen – veraltete Maschinen und Anlagen sollten insoweit überprüft werden, ob ein Austausch durch ein effizienteres Modell bereits wirtschaftlich sinnvoll ist. Neue Modelle verbrauchen oft deutlich weniger Energie und arbeiten effizienter mit den vorhandenen Ressourcen.
  • Heiz- und Stromkosten – das sind oft horrende Posten auf der Ausgabenliste eines Unternehmens. Es gilt, nicht allein nach günstigen Anbietern zu schauen, sondern gleichzeitig Verbesserungen innerhalb des Betriebs zu erwirken. In so manchen Unternehmen hat schon eine effiziente Nachtabsenkung ab Geschäftsschluss dazu geführt, dass deutlich weniger Heizmittel verbrannt wurden. Auch die digitale Steuerung der Temperatur hilft – gerade dann, wenn in einigen Räumen die Heizung stets auf die höchste Stufe gestellt wird. Strom lässt sich oft schon durch die Umstellung auf andere Leuchtmittel und den eventuellen Austausch von alten Geräten einsparen.

In Unternehmen mit flachen Hierarchien ist es sinnvoll entsprechende Anreize für nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen. Wie wäre es mit der Wahl der energieeffizientesten Abteilung? Als Belohnung könnte ein kleinerer Restaurantgutschein ausgelost werden. Natürlich verursacht dieser Kosten, nimmt der Effizienzmaßnahme aber ihre aufgezwungene Form.

Auf erneuerbare Energien umstellen

Auch die Umstellung auf erneuerbare Energien ist ein wichtiger Weg. Wie das funktionieren kann, hängt allerdings auch von den baulichen Bedingungen, beziehungsweise dem Eigentumsverhältnis des Unternehmenssitzes ab.

Pächter können nur indirekt tätig werden, wobei es hier eventuell möglich wäre, Solarpanels auf freien Flächen zu montieren. Alternativ bleibt immer die Option, auf echte Ökostromanbieter zu setzen. Betriebe mit eigenen Gebäuden und Freiflächen bleiben mehr Möglichkeiten:

  • Solaranlage – sie ist besonders nachhaltig, da sie es erlaubt, nicht allein Strom zu generieren und einzuspeisen, sondern den Strom selbst zu verbrauchen. Ein Teil der benötigten Energie lässt sich so auf jeden Fall eigenständig generieren.
  • Heizungsanlage – auch hier gilt: Wer die Möglichkeit hat, der sollte auf nachhaltige Lösungen setzen. Mitunter könnte gar eine Wärmepumpe installiert werden, die für Heizenergie und Warmwasser sorgt. Die Wärmepumpe ist in der Anschaffung recht teuer, doch verursacht sie, im Gegensatz zu Gas oder Öl, künftig ausschließlich Wartungskosten.

Wer selbst nicht in eine neue Anlage investieren möchte, der kann wenigstens den Stromanbieter gezielt auswählen. Ökostrom ist heute bei Weitem nicht mehr so teuer, wie er es mal war, zudem bieten auch diese Konzerne längst spezielle Tarife für Unternehmen. Der erste Schritt zum Wechsel ist immer der Strompreisvergleich über Plattformen wie Stromvergleich.de

Müll reduzieren

An diesem Punkt ist wohl den meisten Unternehmen gelegen. Müll kostet Geld, denn je nach Unternehmensart und Produktion stellt die häufige Abholung von Containern einen großen Kostenpunkt dar. Hier gilt:

  • Sparsamer Umgang – im Alltag kann es auch in der Produktion geschehen, dass Materialien nicht ressourcenschonend verwendet werden. Das kennt wohl jeder Produktionsleiter: Das Blech wird zu weit aufgelegt, sodass es nicht für zwei Teile sondern nur für eines genutzt werden kann. Hierauf ist gezielt zu achten. Auch die Investition in Programme, die Effizienz in der Nutzung von Materialien erhöhen, lohnt sich kosten- und umwelttechnisch.
  • Verwaltung – der meiste Müll, der in der Verwaltung anfällt, ist schlichter Papiermüll. Doch ist es wirklich notwendig, Fehldrucke gleich wegzuschmeißen? Viele Unternehmen nutzen diese Ausdrucke längst als Notizzettel oder interne Notizen. Allgemein darf aber auch überlegt werden, inwieweit das Ausdrucken noch zeitgemäß ist. Die Umstellung auf digitale Akten und den digitalen Postverkehr spart im Endeffekt auch wieder Ressourcen und Müll.
  • Richtige Trennung – die unsachgemäße Trennung von Müll ist gerade in Großbetrieben und produzierenden Unternehmen ein ewiges Ärgernis. Aus Unachtsamkeit – oder aus Faulheit, weil der Container zehn Meter weiter steht – kommt das Styropor in den Metallcontainer oder ein Metallstück landet im Kunststoffmüll. Was im gewöhnlichen Haushalt nicht auffällt, kann für Unternehmen teuer werden. Müssen die Container nach der Abholung noch sortiert werden, wird ein höherer Preis fällig. Betriebe sollten deshalb auch zum eigenen Nutzen gezielt die korrekte Trennung vorantreiben – zusätzlich zur Müllvermeidung.

Fakt ist, dass kein Unternehmen von heute auf morgen komplett nachhaltig wird. Auch ist es absolut sicher, dass die Umstellung Einschnitte oder Umstände für alle Beteiligten bedeutet. Dennoch lohnt sich der Aufwand, da der Betrieb durch die Umstellung zum einen etwas für die Umwelt tut und zum anderen ein neues Merkmal erhält und bewusst auf die eigene Nachhaltigkeit hinweisen kann.

Aktuell ist es längst nicht in allen Unternehmen möglich, vollständig energieneutral zu arbeiten, denn gerade Produktionen sind standardmäßig oft auf Stoffe angewiesen, die schlichtweg nicht nachhaltig gewonnen werden können. Dennoch können auch diese Betriebe in anderen Punkten zukunftsweisend vorangehen und beispielsweise ihren Müll halbieren. Außerdem ist hier ein gewisses Maß an Forschung und Entwicklung sicherlich ein guter Hebel, mit dem sich die eigenen Produktionsverfahren zum einen besser und zum anderen nachhaltiger gestalten lassen.

Abbildung 2: Nachhaltigkeit ist heute ein Faktor, mit dem sich werben lässt. (Bild: Johann Siemens - Unsplash.com)

Abbildung 2: Nachhaltigkeit ist heute ein Faktor, mit dem sich werben lässt. (Bild: Johann Siemens - Unsplash.com)

Fazit – Nachhaltigkeit hat viele Gesichter

Rund um die Nachhaltigkeit kann wirklich jeder Betrieb aktiv werden. Selbst wenn es nur der ressourcenschonende Umgang mit den notwendigen Produktionsmitteln ist, so ist schon ein Schritt getan. Wer zusätzlich die Energieeffizienz steigert, auf Ökostrom setzt oder gar selbst Strom produziert, vermeidet, dass unnötige Heizenergie verschwendet wird, der geht schon einen Schritt weiter. Die Vermeidung von und der korrekte Umgang mit Abfallstoffen ist ein weiterer Schritt. Viele der Möglichkeiten kosten sicherlich und bedeuten einen Umstand, dafür sparen Betriebe aber auf lange Sicht auch Geld. Müssen die Container nur noch monatlich statt alle vierzehn Tage abgeholt werden, so ist das eine echte Ersparnis auf der Ausgabenliste.

Veröffentlicht am: 15.10.2019

 

Über CONSULTING.de

consulting.de ist das zentrale Informationsportal für Unternehmensberatungen. Unser breites Informationsangebot rund um Consulting richtet sich sowohl an Management- und Strategieberatungen, Personalberatungen, Controlling- und Finanzberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Marketing- und Kommunikationsberatung und IT-Beratungen als auch deren Kunden aus Industrie, Handel sowie Dienstleistung.