Heute schon ein KI Interview mit Mr. Watson geführt?

Trends im digitalen Zeitalter

Die Automatisierung von Prozessen ist längst nichts Neues mehr in unserem Zeitalter. Buzzwords wie digitale Transformation, Chatbots, Matching-Technologien oder Robot Recruiting sind omnipräsent.

Martin Krill

Von Martin Krill, Geschäftsführer der auf Executive Search spezialisierten Hager Unternehmensberatung

Im HR-Bereich nimmt die Entwicklung weiter noch Fahrt auf, denn KI ist dort eher noch in der 'Ankunftsphase'. Klar ist, dass sich durch die Künstliche Intelligenz die Spielregeln verändern werden - aber in welchem Ausmaß, das ist noch ungewiss.

In der Rekrutierungsbranche wird es immer schwieriger, außergewöhnliche Kandidaten mit den erforderlichen Schlüsselqualifikationen zu finden. Hierzu kommen vielfach KI-gestützte Tools zum Einsatz, die den sogenannten 'Candiate-Attraction-Process' unterstützen. Diese Tools scannen in Datenpools der Social-Media-Kanäle nach potenziellen Kandidaten, um diese auf Unternehmen aufmerksam zu machen oder den Personalern bei der Identifikation zu assistieren. 

Mithilfe einer solchen Vorauswahl können anschließend die nächsten Qualifizierungsschritte im Rekrutierungsprozess eingeleitet werden.

Wo geht die Reise hin - muss Mr. Watson noch warten?

Im Bewerbermanagement und der -administration sowie der Sondierung geeigneter Kandidaten kann eine Digitalisierung durchaus sinnvoll sein und gleichzeitig eine professionelle Wirkung der Arbeitsprozesse im suchenden Unternehmen nach außen spiegeln. KI-basierte Prozesse machen dann im Recruiting Sinn, wenn es eine Vielzahl von Kandidaten gibt, die es intelligent zu filtern gilt. Sei es bei einer Neuausrichtung ganzer Abteilungen oder bei begehrten Trainee-Stellen in attraktiven Weltkonzernen. Mithilfe von KI-Tools kann bei der Kandidatenrecherche und auch -identifikation die Vorarbeit wesentlich effizienter von statten gehen. Damit - und das ist ein win-win für alle Beteiligten - wird nicht nur der Besetzungsprozess beschleunigt, sondern auch die Dauer des Bewerbungsverfahrens für die Kandidaten verkürzt. 

Persönlichkeit ist gefragt

Egal in welchem Industrie-Segment man sich aktuell umsieht, überall werden neue Stellen ausgeschrieben und komplett neue Job-Profile auf Internet Plattformen geschaltet. Jedoch hat im noch immer anhaltenden Kandidatenmarkt bereits eine Übersättigung von online Stellenangeboten stattgefunden. Viele Kandidaten wollen nicht mehr mit Jobangeboten überschwemmt werden. Ihnen ist ein persönlicher Kontakt oder eine Direktansprache viel lieber als eine permanente Flut an Mails mit Angeboten. Sie haben mit dem Überfluss möglicher Traumjobs oftmals die Qual der Wahl und können sich bei der Vielzahl an Opportunitäten nicht entscheiden. Letztendlich empfinden sie dies eher als stressig und fühlen sich schlichtweg überfordert. 

Eine persönliche Kontaktaufnahme spiegelt für sie Respekt, Aufmerksamkeit und Individualität wider. Selbst Digital Natives, die verstärkt mit elektronischer Kommunikation groß geworden sind, legen gesteigerten Wert auf zwischenmenschlichen Austausch. 

Die Bedürfnisse der Menschen setzen den technischen Möglichkeiten oft Grenzen - nicht alles, was rein technisch gesehen bereits funktioniert, entspricht auch dem, was der Mensch tatsächlich wünscht, und wird deshalb häufig auch nicht angenommen oder gar akzeptiert. Dem Unternehmen bleibt die Wahl, die richtige Balance zu finden aus KI-unterstützter Beschleunigung des Prozesses und dem Einsatz von persönlich geführten, empathischen Gesprächen, die sich nicht durch computerbasierte Instrumente ersetzen lassen.

Fazit

Ausgetüftelte Algorithmen können im Recruiting unterstützen. Doch bei der Kontaktaufnahme und den persönlichen Gesprächen sollte Mr. Watson noch etwas zurückhaltender zum Einsatz kommen. Hier gilt es, mit Persönlichkeit ein Maß an Wertschätzung gegenüber dem Kandidaten zu zeigen und die Individualität des Unternehmens hervorzuheben.

Über den Autor

Martin Krill ist seit rund zwanzig Jahren für die Hager Unternehmensberatung tätig und wurde 2004 zum Geschäftsführer berufen. Er besetzt gehobene Vertriebs- und Management-Positionen in der Technologiebranche sowie in weiteren ausgewählten Branchen.

Über Hager Unternehmensberatung

Die Hager Unternehmensberatung wurde vor knapp 25 Jahren gegründet und beschäftigt mittlerweile rund 110 Mitarbeiter an den deutschen Standorten. Aufgrund der Partnerschaft zu Horton International ist die Hager Unternehmensberatung in mehr als 40 Niederlassungen in den global wichtigsten Wirtschaftsregionen vertreten und gehört international zu den Top Executive Search Beratungen.

Mit dem umfangreichen Know-how im Bereich der digitalen Transformation sind die Mitarbeiter der Hager Unternehmensberatung kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Digitalisierung von Unternehmen geht.

Bei den aktuellen Umfragen der Magazine WirtschaftsWoche und Focus, wurde die Hager Unternehmensberatung wiederholt als eine der besten Personalberatungen im Executive Search Bereich ausgezeichnet und gelistet.

Veröffentlicht am: 21.01.2020

 

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