Keine Zeit für Gefühle? Wenn Algorithmen die Arbeit erledigen, wird Emotionale Intelligenz bei Führungskräften unverzichtbar

Gastbeitrag von Sean Hoban, Mitgründer und Geschäftsführer von Kimble Applications

Wer heutzutage Projekte schnell umsetzen möchte, kann auf digitale Tools kaum verzichten. Professionelle Softwarelösungen, die viele Bereiche eines Unternehmens miteinander verknüpfen und darstellen können, erleichtern nicht nur essenzielle Planungsphasen von Projekten, sondern verlangen auch ein anderes Profil bei potenziellen Entscheidern.

Sean Hoban

Gerade für alle projektbasierten Unternehmen, deren Erfolg deutlich von ihrer Wirtschaftlichkeit abhängt, spielen andere Kriterien beim Einstellungsprozess von Führungskräften eine Rolle. An der Stelle, an der schon die unüberlegte Zusammensetzung eines Teams erheblichen Schaden an einem Projekt anrichten kann, ist es ratsam bei der Besetzung der Führungskräfte darauf zu achten, dass sie die richtigen zwischenmenschlichen Werkzeuge mitbringen - oder anders gesagt, dass sie über genügend Emotionale Intelligenz (kurz: EQ) verfügen.

Emotionale Intelligenz

Was ist Emotionale Intelligenz? Der EQ wurde 1995 zu einem Begriff, als Daniel Golemans Buch "Emotionale Intelligenz" in Fach- und Hochschulkreisen berühmt wurde. Goleman konzentrierte sich auf fünf Hauptbereiche, die er als "kritisch" für den Erfolg von Unternehmen und Mitarbeitern ansah: Motivation, Selbstbewusstsein, Einfühlungsvermögen, soziale Fähigkeiten und Selbstregulierung. Diese Fähigkeiten sind heute wichtiger denn je, angesichts der Veränderungen durch die Globalisierung und einer voranschreitenden Digitalisierung. 

EQ-Tests und die drei kritischen Elemente des beruflichen Erfolgs 

Aber warum konzentrieren sich Unternehmen heute auf EQ-Tests, insbesondere für Positionen auf der Führungsebene? Unternehmen setzen EQ-Tests ein, um die drei kritischsten Elemente des beruflichen Erfolgs zu bestimmen: Kompetenz, Arbeitsethik und emotionale Intelligenz. Geschichte und Forschung legen nahe, dass diese drei Elemente für den beruflichen Erfolg wichtiger sind als Berufserfahrung oder Ausbildung. 

Da EQ-Tests immer beliebter werden, deklarieren Unternehmen diese Tests als “Kosteneinsparungen”. Dadurch sparen sie Geld, Zeit, Produktivität und die Arbeitsmoral der Mitarbeiter, was besonders kritisch ist, wenn ein Mitarbeiter nicht der richtige “Fit” für ein Unternehmen ist. Verbesserte Arbeitsleistung und Produktivität sind heute eine Selbstverständlichkeit für Unternehmen, die EQ-Prüfungen für Mitarbeiter und Kandidaten verlangen. 

Mehr Erfolg innerhalb des Unternehmens und bei Mitarbeitern

Defizite in der emotionalen Kompetenz von Führungskräften, vor allem in den Bereichen Veränderungsmanagement, Teamarbeit und zwischenmenschliche Beziehungen können mitunter die Hauptursachen für persönliches und unternehmerisches Versagen sein. Offensichtlich hilft EQ Unternehmen und Mitarbeitern, ihre Leistung, Produktivität, den Vertrieb sowie Kundenservice und andere Bereiche zu verbessern, was zu einem gesteigerten Erfolg sowohl bei Unternehmen als auch beim Menschen führt. Was hält EQ für die Zukunft bereit, insbesondere für die Generation Y und Z?

Generationen Y und Z haben stärkere Ambitionen

Es ist eigentlich keine Überraschung, dass die Generationen Y und Z ähnliche Werte in einigen arbeitsbezogenen Situationen haben, wie z.B. die Notwendigkeit sich für eine Position zu engagieren und einen Manager zu haben, der ihnen bei der Entwicklung ihrer Karriere hilft. Dies ist ein gemeinsames Bedürfnis der meisten Mitarbeiter, aber diese Gruppen haben stärkere Ambitionen und legen einen entschieden größeren Wert auf Möglichkeiten, sowohl stets dazuzulernen als auch sich weiterzuentwickeln, über sich hinauszuwachsen und damit vorwärtszukommen. Zudem erwarten sie eindeutig, dass ihre Arbeitgeber sie bei dem Prozess unterstützen und damit ihre Karriere weiterzuentwickeln. 

Das war auch das deutliche Ergebnis einer Umfrage, die wir im letzten Herbst  in unserem Unternehmen für den DACH Markt durchgeführt haben, der “Chef-Check”. Die Umfrage ergab außerdem, dass zwei Drittel der Mitarbeiter der Meinung sind, dass die Zufriedenheit mit ihrem Vorgesetzten ein entscheidender Faktor ist, ob sie ihren Arbeitsplatz verlassen oder nicht. Niemand möchte Grund dafür sein, dass leistungsstarke Mitarbeiter sofort neue Karrierechancen in Erwägung ziehen, wenn Headhunter konkurrierender Unternehmen einen neuen Job in Aussicht stellen oder schlimmer noch, wenn sie selbst Recruiter engagieren, um sich gezielt anwerben zu lassen. 

Zoomers drängen auf den Arbeitsmarkt

Die Tendenz als Mitarbeiter bei Unzufriedenheit direkt, und ohne einen Gedanken an die Sicherheit des aktuellen Jobs zu verschwenden, weiterzuziehen, wird sich in diesem Jahrzehnt vermutlich deutlich verstärken, wenn die Zoomers potenziert auf den Arbeitsmarkt drängen. Deshalb braucht es an der Stelle, wo sich technische Versiertheit mit einem starken Bedürfnis nach Selbstständigkeit und Autonomie verbindet, nicht nur agile und schnelle Prozesse in der Arbeitsweise und Organisation, sondern auch einen Führungsstil der inspiriert, motiviert und den Weg ebnet für neue Innovationen. 

Über den Autor Sean Hoban,  Mitgründer und Geschäftsführer  Kimble Applications

Sean Hoban verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der IT-Beratung. Gemeinsam mit Mark Robinson und David Scott gründete Sean Hoban 2010 Kimble Applications, um Prozesse in projektbasierten Unternehmen sowie die Zusammenarbeit und Effizienz von Teams zu optimieren.

Kimble hilft Dienstleistungsunternehmen ihr Geschäft besser zu führen und ist der einzige führende Softwareanbieter, der auf die Automatisierung von Prozessen in projektbasierten Unternehmen spezialisiert ist. Die Funktionen von Kimble optimieren die Zusammenarbeit und Effizienz von Teams.

Veröffentlicht am: 10.02.2020

 

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