Unternehmenskonzept prüfen – Diese Möglichkeiten gibt es

Fachartikel

Ob eine Geschäftsidee das Potential hat, sich auf dem Markt zu behaupten und die gewünschten (finanziellen) Ergebnisse zu bringen, lässt sich auf verschiedenen Wegen vor einer Gründung abklopfen. Ein Businessplan ist dabei ein wichtiges und meist notwendiges Instrument. Aber auch fachliche Beratung, intensive Recherche oder bestimmte Tests sind weitere Optionen, das geplante Konzept zu prüfen.

Die Prüfung eines Unternehmenskonzeptes beginnt beim Businessplan (Bild: picture alliance / PantherMedia | Andriy Popov)

Der Businessplan als bedeutendes Element der Prüfung

Eine zentrale Möglichkeit, um das Unternehmenskonzept zu prüfen, ist der Businessplan. Besonders vorteilhaft ist diese Option, da der Plan sich mit den verschiedensten Bereichen des Geschäftes beschäftigt, man also bis ins Detail abschätzen kann, wie zielführend das Konzept ist.

Zunächst lässt sich die Basis für das Geschäftsmodell, auf dem der Businessplan aufbaut, mit wenigen sehr einfachen Aspekten zusammenfassen. Bei diesem Schritt hilft unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit der Gründer-Plattform. So sollte man sich grundsätzlich vier essenzielle Fragen stellen:

  • Wer?
  • Was?
  • Wie?
  • Wie viel?

Einige dieser Fragen können aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden. Bei der Frage „Wer?“ zum Beispiel steht die Zielgruppe im Vordergrund, allerdings könnte sie sich gleichermaßen auf gewinnbringende Partner und das Personal beziehen.

Grundsätzliches zum Businessplan

Für den detaillierteren Businessplan gibt es einige Grundregeln und wichtige Aspekte, die in jedem Fall enthalten sein sollten. So sollte anderem die Geschäftsidee und die Zielgruppe genau beschrieben sein. Gleiches gilt für das Produkt.

Ebenfalls im Plan enthalten sein sollten der Standort, auch den Markt und die Wettbewerber müssen analysiert werden. Zusätzlich muss sich intensiv und präzise mit der Organisation des Geschäfts und der Finanzierung beschäftigt werden.

Insgesamt sollte der Businessplan möglichst aussagekräftig und klar gegliedert sein. Je kürzer und einfacher formuliert er ist, desto verständlicher ist er für potenzielle Partner und andere Personen, die ihn bewerten sollen.

Den Businessplan zur Prüfung der Möglichkeiten nutzen

Die Elemente des Businessplans geben eine gute Grundlage für die Prüfung des Vorhabens. Er bietet eine Struktur, an der man sich orientieren kann, um Fehler zu vermeiden. Im Rahmen dessen kann die Geschäftsidee sinnvoll entwickelt werden. Das gilt vor allem, wenn man an Grenzen stößt.

Dieser Umstand zeigt sich anhand verschiedener Beispiele. So kann man eine gute Idee haben und planen, sie in der eigenen Heimatstadt zu realisieren. Bei der Recherche für den Businessplan mit Blick auf die Marktsituation fällt jedoch auf, dass es in der Gegend bereits eine ganze Reihe von Geschäften gibt, die ein ähnliches Konzept verfolgen oder gleiche Produkte vertreiben.

Nun benötigt man eine Strategie, um mit dieser Konkurrenzsituation sinnvoll umzugehen. Eine Möglichkeit wäre die Verlegung des Standortes, eine andere ein Umschwenken auf den Bereich des E-Commerce. Letzterer ist, unter anderem angetrieben durch die Corona-Pandemie, einige Zeit lang stark gewachsen – seit dem zweiten Quartal 2022 sinken die Umsätze jedoch erstmals wieder.

Ein anderes Beispiel: Der Businessplan enthält eine genaue Beschreibung des Produktes. Womöglich soll ein neuartiger Artikel auf den Markt gebracht werden, der viele technische Details und Raffinessen beinhaltet.

Die Idee in dem Plan wird mit potenziellen Partnern für die Umsetzung, die sich mit der technischen Seite auskennen, besprochen. Dabei fällt auf, dass die Vorstellungen auf diese Weise nicht realisierbar sind. In der Folge kann die Idee den realen Möglichkeiten angepasst oder verworfen werden – Ersteres würde zusätzlichen Aufwand und womöglich weitere Investitionen bedeuten.

Nutzung des Businessplans zur Prüfung der Finanzierung

Zusätzlich enthält der Businessplan einen Teil, der sich mit der Finanzierung des Vorhabens beschäftigt. Diese steht im direkten Zusammenhang mit der Planung der anderen Teilbereiche.

Daher kann die Finanzierung durch den Businessplan gleich aus mehreren Blickwinkeln überprüft werden. Zum einen besteht die Frage, ob die kalkulierten notwendigen Mittel mit den Finanzen, die als Gründer selbst oder durch Kredite zur Verfügung stehen, zu stemmen sind. Relevant sind dabei unter anderem:

  • die Entwicklungskosten,
  • die Ausgaben für die Produktion,
  • die Personalkosten für das Alltagsgeschäft
  • sowie die Aufwendungen für das Marketing.

Dabei könnte herauskommen, dass die Kosten für das bisher geplante Produkt zu hoch sind. In dieser Situation kann man entweder versuchen, neue Finanzquellen zu finden, oder an gewissen Punkten einsparen.

Bei Letzterem stellt sich jedoch die Frage, ob man damit nicht gleichzeitig die Möglichkeiten für deinen Erfolg einschränkt. Vielleicht ist das Endergebnis also, dass das Projekt aus finanziellen Gründen nicht realisierbar ist. Allerdings merkt man das durch die Prüfung anhand des Businessplans rechtzeitig und nicht erst, wenn es zu spät ist und man vor einem großen Verlust steht.

Möglichkeiten der Beratung

Eine weitere Option zur Prüfung des Geschäftskonzepts besteht darin, zusätzliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Diese kann unter anderem kommen von:

  • einem erfahrenen Gründer,
  • einer Unternehmensberatung
  • oder einer offiziellen Beratungsstelle für solche Anliegen.

Erfahrene Gründer, Unternehmensberater und Beratungsstellen

Womöglich gibt es im persönlichen Umfeld einen erfahrenen und erfolgreichen Gründer, der diesen Prozess bereits einmal oder sogar mehrmals durchlaufen hat. In diesem Fall liegt es auf der Hand, die entsprechende Person um ein paar Ratschläge zu bitten und vielleicht sogar das Unternehmenskonzept zu prüfen.

Eine bessere Option ist das Hinzuziehen einer Unternehmensberatung, die in den Gestaltungsprozess des Konzeptes involviert ist und die Pläne professionell prüft. Allerdings gilt es zu beachten, dass hierfür ein ausreichendes Budget benötigt wird und zu überlegen, ob es andere zielführende Wege gibt, mit denen Kosten gespart werden können.

Beratungsstellen

Alternativ kann man auf offizielle Beratungsstellen zurückgreifen, die sich mit den Anliegen und Fragen von Gründern beschäftigen. Für die verschiedensten Branchen ist hierbei die jeweilige Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Region der richtige Ansprechpartner.

Hier gibt es einige Tipps und Hilfestellungen für den Businessplan und das Geschäftskonzept. Für Unternehmen im Handwerk, ist wiederum die Handwerkskammer (HWK) in der Region die richtige Anlaufstelle.

Tests zur Prüfung des Konzepts

Neben diesen Möglichkeiten gibt es einige Tests mit der Einbeziehung potenzieller Kunden, die dabei helfen, herauszufinden, ob das Unternehmenskonzept funktionieren kann. Dazu gehören vor allem:

  • Umfragen
  • sowie eventuell erste Versuche mit kleinen Margen.

Umfragen

Umfragen werden zu den verschiedensten Produkten durchgeführt. Dafür gibt es die Möglichkeit, professionelle Marktforschungsinstitute zu beauftragen. Das ist ebenfalls mit einigen Ausgaben verbunden, die sich jedoch lohnen können.

Falls das Budget zu gering für einen solchen Schritt ist, kann die Umfrage auch selbst durchgeführt werden. Im besten Falle gibt es bereits ein Konzept und die Fragen beschäftigen sich mit Details rund um das Produkt und die Wünsche potenzieller Abnehmer. Durch eine solche Untersuchung bekommt man ein realistisches Feedback der Kunden und kann das Konzept entsprechend bearbeiten und anpassen.

Erste Versuche mit kleinen Margen

Je nach Produkt können zudem erste Verkaufsversuche mit einer kleinen Marge gestartet werden, die womöglich erst nach Bestellung produziert wird. Am besten lässt sich das für den E-Commerce umsetzen, zum Beispiel mit einer provisorischen Webseite.

Dabei geht es noch nicht darum, wirtschaftlich zu arbeiten und hohe Gewinne zu erzielen. Vielmehr sollte diese Phase als realer Test fungieren, ob das Produkt wahrgenommen wird und wie die Kunden darauf reagieren. Die Kritik und das Feedback, das in diesem Rahmen zurückkommt, kann dann in die konktreten Planungen einfließen.  

Fazit

Bevor man mit einer Firma durchstartet, sollte das Unternehmenskonzept geprüft werden, um sicherzustellen, dass es Chancen hat, am Markt zu bestehen. Hierfür sind unter anderem ein Businessplan und Consulting durch eine Unternehmensberatung geeignet. Alternativ oder zusätzlich kann man sich an die IHK wenden. Schlussendlich gibt es die Möglichkeit, durch Umfragen sowie erste Versuche mit kleineren Margen herauszufinden, wie die Idee bei potenziellen Kunden ankommt.

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