"Am Ende verbinden wir mit einem Unternehmenslogo auch einen Menschen"

Interview zum Web-Seminar am 29.04.2021 um 11Uhr

Wie wichtig ist das Gesicht hinter einer Marke? Ist Selbstvermarktung das A und O einer guten Unternehmensleitung? Moritz Neuhaus erklärt im Interview zu seinem kommenden Web-Seminar, welche Chancen Personal Branding für uns bereit hält.

Moritz Neuhaus, Insight Consulting GmbH

In ihrem Web-Seminar am 29. April wird es um Personal Branding gehen. Ist Personal Branding schon immer wichtig gewesen oder erst seitdem die Sozialen Netzwerke einem die Selbstvermarktung förmlich anbieten?

Moritz Neuhaus: Reputation ist so alt wie das Miteinander der Menschen selbst. Ein Ausschluss aus der Gruppe kam vor Tausenden von Jahren dem Tod gleich. Das ist heute anders. Niemand verhungert mehr aufgrund einer Meinungsverschiedenheit. Aber Reputation ist weiterhin entscheidend, wenn es darum geht, wer mit wem ins Geschäft kommt. Soziale Netzwerke und LinkedIn im Speziellen bieten eine nie dagewesene Reichweite der eigenen Botschaften.

Manche/r sagt, dass in der Politik mittlerweile weniger Parteien, als vielmehr einzelne Politiker gewählt werden. Wie stark schätzen Sie in diesem Kontext den Impact einer Person, eines Charakters auf die dahinterstehende Marke, das Unternehmen ein?

Moritz Neuhaus: Politiker, Sport-Stars und auch Musiker veranschaulichen speziell seit den 50ern sehr deutlich, dass um Personen herum ganze Bewegungen oder auch Unternehmen entstehen können. Der Einfluss von Personen ist riesig. Am Ende verbinden wir mit einem Unternehmenslogo oder einer Partei auch nur Menschen.

Woher kommt der Bedarf nach einem Gesicht hinter einer Marke?

Moritz Neuhaus: Menschen sind soziale Wesen. Der Fakt, dass Personenmarken schneller im Kopf bleiben als Unternehmensmarken basiert auf urmenschlichen Prinzipien. Wir interagieren miteinander – egal in welcher Branche. Jedes Projekt ist nur so gut, wie die Menschen, die es umsetzen.

Muss man sich für seine digitale Präsenz verstellen, oder einfach nur sein Ich ins rechte Licht rücken? Und wo verläuft die Grenze zwischen rechtem Licht und trübem Schein?

Moritz Neuhaus: Es bringt rein gar nichts, sich online anders zu geben als in der echten Welt. Das kommt immer raus und schadet damit der Person wie auch dem zu vertretenden Unternehmen. Eine digitale Präsenz bietet die Chance, zu Kunden, Mitarbeitern und anderen Stakeholder Vertrauen aufzubauen – ohne, dass man sich im gleichen Raum befindet.

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Läuft Personal Branding immer über meine privaten Kanäle oder spielen Unternehmensaccounts auch eine Rolle?

Moritz Neuhaus: Als erstes sollte der persönliche Account mit sinnvollen Inhalten bespielt werden. Je Personal Brand Account hilft es, ein klares Ziel zu verfolgen. Die Unternehmensaccounts spielen auch eine Rolle. Diese müssen miteinbezogen werden. Cross-Promotion macht gerade bei größeren Organisationen Sinn.

Müssen CEOs in dieser Zeit auch gleichzeitig Influencer sein? Oder geht Führung auch noch ohne Personenmarke?

Moritz Neuhaus: Führung geht weiterhin auch ohne eine digitale Personenmarke, aber es bietet nie dagewesene Vorteile. Eine Führungskraft kann Mitarbeiter – gerade in Zeiten von Corona – medial viel gefühlvoller mitnehmen. Es reicht nicht mehr, nur interne Tonhall-Meetings abzuhalten. Externe Kommunikation erhöht die Glaubwürdigkeit und das Bekenntnis einer Führungskraft.

Was sagen Sie zu dieser Aussage: Führungspersonal sollte sich lieber auf seine eigentliche Aufgabe fokussieren, anstatt Selbstdarstellung zu betreiben. Was ist die eigentliche Aufgabe einer Führungskraft?

Moritz Neuhaus: In meinen Augen liegt sie darin, im besten Sinne des Unternehmens zu handeln. Wenn Führungskräfte mit digitalem Personal Branding einen Return für das Unternehmen erzielen, ist das erstrebenswert? Ich denke ja, weil sich daraus Wettbewerbsvorteile ergeben. Im Extremfall können Beispiele wie Tesla angeführt werden: Elon Musk beschert dem Unternehmen so viel mediale Relevanz, dass keine Millionenausgaben für PR mehr nötig sind, obwohl andere OEMs ihre Ausgaben immer weiter erhöhen.

Keine digitale Personenmarke ohne Content. Wie viele Themen sollte ich maximal beackern? Und müssen die Themen immer etwas mit meinem Beruf zu tun haben?

Moritz Neuhaus: Je unbekannter eine Personenmarke digital ist, desto fokussierter sollte sie agieren. Gerade in den ersten sechs bis zwölf Monaten sollte der Fokus auf ein bis zwei Themen liegen. Es braucht Zeit bis die Botschaften in den Köpfen der Zuhörenden ankommen. Rein berufliche Inhalte sind möglich, aber die wahren Vorteile ergeben sich, wenn Führungskräfte gezielt auch Dinge nach Außen stellen, die sie menschlicher werden lassen. Der CEO von Goldmann Sachs legt regelmäßig als DJ auf und trägt den Rufnamen "DJ Sol". Das ist einprägsam und sagt viel über ihn aus.

Wer sollte ihr Web-Seminar auf keinen Fall verpassen?

Moritz Neuhaus: Alle Beraterinnen und Berater, die das Potential von LinkedIn bereits erkannt haben. Bei richtiger Nutzung ist es das spannendste Adressbuch, die wichtigste Bühne, das wertvollste CRM-System der Welt! Die Plattform steht noch ganz am Anfang und gerade ist es noch leicht, sich als Meinungsführenden zu positionieren. Das wird sich in den nächsten Monaten immer weiter erschweren.

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