Berater befürchten Strom-Blackout

Oliver Wyman-Analyse zur E-Mobilität

Ab einer E-Quote von 30 Prozent kommt es in Deutschland zu Engpässen bei der Stromversorgung. Zu diesem Ergebnis kommt die Oliver Wyman-Analyse "Der E-Mobilitäts-Blackout".

Immer mehr E-Autos (Bild: Niek Verlaan - pixabay.com)

Immer mehr E-Autos (Bild: Niek Verlaan - pixabay.com)

 

2035 wird mehr als jedes dritte Auto auf deutschen Straßen ein E-Auto sein. So zumindest der Plan von Bundesregierung und Autoherstellern. Ob das deutsche Niederspannungsnetz dafür ausreicht, stand bisher nicht zur Disposition. Die Berater von Oliver Wyman sehen jedoch unter den derzeitigen Rahmenbedingungen den "E-Mobiltiäts-Blackout" bereits in fünf bis zehn Jahren auf uns zukommen. Der Strom dürfte regelmäßig ausfallen - ab 2032 sei damit flächendeckend in Deutschland zu rechnen. 

Für Thomas Fritz, Partner bei Oliver Wyman und Autor der Anaylse, muss so schnell wie möglich reagiert werden: "Für die Netzbetreiber besteht akuter Handlungsbedarf, da ein Netzausbau erhebliche Vorlaufzeiten und hohe Investitionen verlangt." Hierfür gelte es kurzfristig, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Netzausbau im nötigen Ausmaß stattfinden kann.

Alternative: Flexiblisierung der Ladevorgänge

Zum konventionellen Netzausbau sehen die Autoren der Studie die Flexiblisierung der Ladevorgänge als Alternative. Das stellen sich die Experten so vor: Die Ladevorgänge von E-Autos sind in der Regel so kurz, dass diese über Nacht länger am Netz angeschlossen sind, als faktisch geladen zu werden. Die meisten Ladevorgänge verfügen deshalb über eine zeitliche Flexibilität. Sie müssen nicht unbedingt in dem Moment starten, in dem das Auto an die Steckdose angeschlossen wird. Vielmehr kann der Ladevorgang auch später in der Nacht beginnen, ohne dass ein Elektroauto-Nutzer am nächsten Tag auf sein vollgeladenes Fahrzeug verzichten muss. Voraussetzung für diese Variante ist allerdings, dass die Konsumenten mitspielen und sich von der Teilnahme am flexiblen Laden überzeugen lassen. Erst dann könnte das flexible Laden zu einer echten Alternative werden.

Veröffentlicht am: 26.01.2018

 

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