"Das ist kein Jugend-forscht"

Interview mit Jan Burgard, Berylls Strategy Advisors

12.12.2017

Die Berater Berylls Strategy Advisors GmbH gehen auf ihrer Homepage schon selbstbewusst zur Sache, der Claim "modern premium automotive consulting" zeigt das. Nicht zu Unrecht, die Münchener gewinnen immer mal wieder Preise, zuletzt gab es Top-Platzierungen beim "Best of Consulting Award". Eindruck machen sie momentan mit der "Digitalen Vorfreude". Einem Konzept, bei dem Mercedes-Käufer vorab verfolgen können, wie ihr Auto entsteht. Wir sprachen mit Jan Burgard, er ist geschäftsführender Partner bei Berylls Strategy Advisors.

Jan Burgard, Berylls Strategy Advisors

 

CONSULTING.de: Wer bei Ihnen kam denn auf den schönen Namen "Digitale Vorfreude"?

Burgard: Der Name "Digitale Vorfreude" ist zusammen mit unserem Kunden entstanden. Es gab natürlich den üblichen internen Projektnamen aber "Digitale Vorfreude" trifft es aus meiner Sicht sehr genau. Dieser neue digitale Service verstärkt nicht nur die Vorfreude der zukünftigen Autobesitzer, sondern ermöglicht dem Autohersteller ganz neue Möglichkeiten, mit dem Käufer in Kontakt zu kommen. Die Freude liegt also auf beiden Seiten.

CONSULTING.de: Dieses Projekt hat viel mit Emotionen zu tun. Der Autokäufer schaut gewissermaßen dabei zu, wie Schrauben eingedreht und Lacke aufgetragen werden. Nun geht es bei den zahlreichen Aufträgen, die Ihre Firma im Bereich Automotive in der Vergangenheit betreut hat, wohl selten um Gefühlswelten, eher um Optimierung und Kostenmanagement, was macht mehr Spaß?

Burgard: Sicherlich machen Projekte nicht immer gleich viel Spaß, aber unser automobiler Fokus führt dazu, dass wir uns immer mit der Branche beschäftigen, die wir lieben. Ganz vorn liegen sicher Projekte, die wir End-to-end umsetzen können, also von der Idee über die Strategie bis zum Go-Live. Aber es kann auch durchaus um die Optimierung eines bestehenden Geschäftsfeldes oder um den Aufbau eines ganz neuen Geschäftsbereiches gehen. Wichtig zu verstehen ist, dass wir aufgrund unserer Größe gar nicht alles machen müssen.

CONSULTING.de: Berylls ist eine eher kleine Beratung. Ist das für Sie ein Nachteil, weil sie bei komplexen Projekten, beispielsweise rund um die Digitalisierung, auf weniger Ressourcen zurückgreifen können als die großen Beratungen?

Burgard: Originäre Größe ist nahezu irrelevant, gemeinsam mit unserem weitläufigen Spezialisten-Netzwerk haben wir längst ein sehr ernst zu nehmendes Format. Der Erfolg unserer Arbeit zeigt, dass es nicht die schiere Anzahl an Ressourcen ist, die ein Projekt zum Volltreffer macht. Wir gehen komplexe Aufgaben mit unseren Partnern an, formen unsere eigenen Special Forces die häufig zu sehr schnellen Lösungen kommen und genau wissen, was sie tun. Eben kein Jugend forscht. 

CONSULTING.de: Wir werden es noch erleben, dass Autos elektrisch angetrieben werden und wir die Otto-Motoren nur noch im Museum bestaunen können. Erwarten Sie und Ihre Kollegen einen Strukturwandel in der Autoindustrie gewaltigen Ausmaßes?

Burgard: Schauen Sie sich um, der Strukturwandel vollzieht sich längst und zwar mit großer Geschwindigkeit. Ab 2019 kommen viele neue E-Autos auf den Markt. Möglich ist das nur dann, wenn Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb nicht erst ab morgen mit Hochdruck an der Elektrifizierung arbeiten. Auch die Zulieferer sind längst aufgewacht. Wir beobachten, dass sie in neue Geschäftsmodelle investieren, die vielen traditionell aufgestellten Unternehmen den Schritt Richtung E-Mobilität möglich machen. Wir unterstützen hier nach Kräften, beschleunigen den Wandel und sind deshalb für ein Zulieferer-Projekt mit einem Best of Consulting Award ausgezeichnet worden.

CONSULTING.de: Vielen Dank!

 

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