"Die Zeit nach 9/11 war sicherlich die erste große Herausforderung"

25 Jahre ConAktiv, Wolfgang Weiß & Heiko Bürkle

Die Connectivity GmbH feiert 25-jähriges Jubiläum mit ihrer Unternehmenssoftware ConAktiv. Welchen Hintergrund sowie Einsatzgebiete die Software besitzt, mit welchen Herausforderungen das Unternehmen konfrontiert wurde und welche Herausforderungen in den nächsten Jahren auftreten können, beantworten die Geschäftsführer Wolfgang Weiß und Heiko Bürkle in einem Interview mit CONSULTING.de.

Heiko Buerkle und Wolfgang Weiss, Connectivity (Bild: SNFV GmbH)

v.l. Heiko Bürkle und Wolfgang Weiß, Geschäftsführer von Connectivity GmbH (Bild: SNFV GmbH).

Herr Weiß und Herr Bürkle, Connectivity wurde 1995 gegründet: Wie lief das damals genau ab? Was war der Hintergrund?

Wolfgang Weiß und Heiko Bürkle: In den 90er Jahren gab es kaum Standardsoftware für Agenturen und schon gar nicht für Apple-Computer. Der "Mac" von Apple war damals im Business-Umfeld zwar sehr selten, aber bei den Grafikern ein weit verbreiteter Rechner.

Das brachte Herrn Weiß, der bereits Ende der 80-er Jahre erste Programme für Apple entwickelt hatte, auf die Idee eine professionelle Standardsoftware für diese Zielgruppe zu entwickeln. Diese sollte natürlich auch auf Windows-Rechnern lauffähig sein.

Als dann von 4D (unserem Lieferanten des Datenbank Entwicklungssystems) der erste Server auf den Markt kam, mit dem man für beide Betriebssysteme parallel entwickeln konnte, war es dann soweit. Mit dem damaligen Partner, Dirk Assmann-Staudt, wurde die Connectivity GmbH von Herrn Weiß gegründet.

Mit zunächst zwei weiteren Angestellten wurde Tag und Nacht gearbeitet, um ConAktiv an den Start zu bringen und die Version 1.0 an die ersten Kunden zu liefern. Die Auslieferung erfolgte damals übrigens noch mit Disketten, die per Post versendet wurden.

Bis zum Jahrtausendwechsel erlebte die Connectivity eine rasante Entwicklung. Die ersten größeren Kunden verlangten immer mehr Module und Funktionen und man benötigte Berater, um ConAktiv vor Ort beim Kunden einzuführen, anzupassen und die notwendigen Formulare zu erstellen. Das führte in den Anfangszeiten zu einer jährlichen Verdoppelung der Anzahl der Mitarbeiter und erforderte schnell den Umzug in ein größeres Büro. Ende 2001 war die Anzahl der Mitarbeiter bereits auf über 25 angewachsen und man suchte händeringend nach neuen Entwicklern und Mitarbeitern.

Durch die Anforderungen der Kunden entstanden weitere Module und die ursprüngliche Ausrichtung auf Agenturen weitete sich auch auf andere Zielgruppen wie Eventagenturen, Ingenieurbüros, Messebauer und Unternehmensberater aus.

Zurückblickend über die 25 Jahre: Was waren die Meilensteine, die Connectivity zu dem gemacht haben, was es heute ist?

Weiß und Bürkle: ConAktiv wurde bereits von Anfang an so konzipiert, dass die einzelnen Module möglichst gleich aufgebaut sind. Natürlich ist die Verwaltung von Kunden und Adressen und die Anlage von Projekten etwas komplett Unterschiedliches, aber alle Grundsatzfunktionen sind immer an derselben Stelle und funktionieren in jedem Modul gleich.

Ein zweites wichtiges Grundprinzip von ConAktiv ist die automatische Verknüpfung aller Daten. Wir nennen das "Modulkommunikation". So ist zum Beispiel eine Rechnung zu einem Projekt automatisch auch mit dem Kunden, Angebot, Auftrag etc. verknüpft und man hat alle Daten immer im Überblick - wenn man das möchte.

Für den Anwender von ConAktiv bedeutet das eine kurze Lernphase und gute Übersicht über die in ConAktiv abgebildeten Geschäftsprozesse, ohne aktiv suchen zu müssen.

Welche Aufträge und Projekte waren für die Entwicklung der Firma besonders wichtig?

Weiß und Bürkle: ConAktiv profitiert von jedem Neukunden, weil es fast immer neue Aspekte gibt, die so noch nie an uns herangetragen wurden. Jeder Kunde erwartet natürlich von einer neuen Lösung, dass sie genau seinen Vorstellungen entspricht.

Meistens sind es aber größere Kunden, die uns dazu gebracht haben, neue Funktionen zu entwickeln, und ConAktiv auf den Stand zu bringen, den es heute hat. Durch große Kunden stehen meistens auch Budgets zur Verfügung, die solche Entwicklungen erst ermöglichen.

Die Entwicklung von ConAktiv mobile ab 2015 ist ebenfalls ein ganz wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von ConAktiv. Begonnen hat das am Anfang mit der Zeiterfassung und einigen rudimentären Funktionen zur Adressverwaltung. Mittlerweile steht ein supermodernes Tool zur Verfügung, mit dem man für viele Module kompletten Zugriff auf ConAktiv hat und das alles wahlweise per Smartphone, Tablet oder Webbrowser. ConAktiv mobile wurde von Beginn an so konzipiert, dass jede Maske (oder Seite) komplett auf die Wünsche des Anwenders angepasst werden kann.

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Welche schwierigen Phasen gab es im Verlauf der Jahre? Welche Entwicklungen waren besonders herausfordernd?

Weiß und Bürkle: Die Zeit nach 9/11 war sicherlich die erste große Herausforderung. Zum ersten Mal gab es kein Wachstum und es war eine große Herausforderung, am Markt zu überleben und so viele Mitarbeiter wie möglich zu behalten.

Eine permanente technische Herausforderung ist es ConAktiv, an aktuelle Betriebssysteme anzupassen und die wachsenden Sicherheitsanforderungen zu unterstützen.

Weil uns das bis jetzt immer sehr gut gelungen ist, haben auch fast alle unsere Kunden einen Software Pflegevertrag, der sie berechtigt auf die jeweils neueste ConAktiv-Version zu gehen.

Unsere jüngste Herausforderung war die komplette Umstellung von ConAktiv auf 64-Bit, um auf dem aktuellen Mac Betriebssystem Catalina lauffähig zu sein. Das hat uns fast 3 Jahre Entwicklungszeit gekostet. An der Oberfläche von ConAktiv kaum spürbar aber unter der "Haube" mussten große Veränderungen vorgenommen werden.

Was sind die drei Hauptfaktoren, weshalb es Connectivity heute noch erfolgreich gibt?

Weiß und Bürkle: Als ersten Faktor würde ich hier die Beziehung zu unseren Kunden nennen. Wir haben es über all die Jahre immer geschafft den persönlichen Kontakt zum Kunden zu halten, seine Anforderungen aber auch seine Sorgen und Nöte zu verstehen und darauf zu reagieren. Bei uns habe die Kunden einen direkten "Draht" zum Hersteller und bekommen erstklassigen Support von Menschen am Telefon oder per Fernwartung. Das hat zu einer großen Stammkundschaft geführt. Einige unserer Kunden setzen ConAktiv seit über 20 Jahren ein!

Als zweiten Faktor sehe ich unsere Mitarbeiter. Viele davon sind seit fast 20 Jahren bei uns und haben dadurch ein unschätzbares Fachwissen im Zusammenhang mit ConAktiv. Außerdem ermöglicht dies ein langfristiges vertrauensvolles Zusammenarbeiten mit guten Ergebnissen.

Als dritten wesentlichen Faktor sehe ich die Modularität, die Anpassbarkeit und die Skalierbarkeit von ConAktiv. Die Oberfläche kann z. B. komplett den Bedürfnissen der Kunden angepasst werden und das, ohne neue Versionen installieren zu müssen. Das ist teilweise so einfach, dass viele unserer Kunden dieses Customizing selbst vornehmen. Dadurch kann ConAktiv den wechselnden Bedürfnissen eines Unternehmens perfekt angepasst werden. Neue Module können bei Bedarf lizensiert werden und passen perfekt zur bestehenden Installation.

Als vierten wichtigen Faktor – auch wenn Sie nicht danach gefragt haben - sehe ich die Tatsache, dass wir gleichzeitig Hersteller und Kundenberater sind. Anforderungen und Probleme landen dadurch unmittelbar in unserer internen Entwicklungsabteilung und können sehr schnell umgesetzt bzw. gelöst werden. Diesen Faktor schätzen unsere Kunden sehr.

Die Consultingbranche, aber auch die Software-Erststellung verändert sich stark: Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen, um auch die nächsten 25 Jahre erfolgreich zu sein?

Weiß und Bürkle: Die Erwartung der Kunden ist die Verfügbarkeit einer Softwarelösung auf allen Geräten. Gerade die Consultingbranche mit Beratern vor Ort erwartet eine mobile Lösung zur Erfassung von Zeiten und Reisekosten aber auch den transparenten Zugriff auf Projektinformationen, Dokumente und sonstigen Informationen per Smartphone oder Tablet.

Auch der selbstverständliche Umgang mit "Apps" auf Smartphones und die fortschreitende Digitalisierung in allen Bereichen bringt eine Menge von Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert werden. Die Anwender erwarten "einfache" Lösungen für komplexe Aufgaben. Diese Anforderungen immer weiter ConAktiv zu integrieren sehen wir als große Herausforderung für die Zukunft.

Auch das Thema Schnittstellen sehen wir als großes Thema für die Zukunft, verbunden mit der Hoffnung, dass es hier zukünftig mehr Standardisierung gibt.

Die Anforderung Rechnungen oder Belegdaten elektronisch an den Empfänger zu übergeben ist heute schon sehr verbreitet und kann bereits jetzt in vielfältiger Form von ConAktiv bewältigt werden. Dies wird sich sicherlich auch auf andere Bereiche ausweiten.

mvw

Veröffentlicht am: 06.08.2020

 

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