Eignungsdiagnostik: Erfassen, was Menschen können

Interview zum Webinar am 26.10.2021 um 11 Uhr

Eine echte Passung, ein richtiger Fit: Personalentscheidungen haben erhebliche Auswirkungen auf ein Unternehmen. Herauszufinden, inwiefern ein Mensch mit seinen Kompetenzen und Entwicklungspotenzialen in ein bestimmtes Arbeitsumfeld passt, ist eine Herausforderung – für die es immer bessere Instrumente gibt.

Philipp Klein, scan.up AG

Ihr Web-Seminar am 26. Oktober trägt den Titel "Personalentscheidungen: Chancen moderner Eignungsdiagnostik". Welche Verfahren und Ansätze verbergen sich hinter "moderner Eignungsdiagnostik"?

Philipp Klein: Mit „moderner Eignungsdiagnostik“ ist zum einen die online-basierte Durchführung von Audits und Potenzialanalysen gemeint. Zum anderen zeigt sich die Modernität in der wertschätzenden, entwicklungsorientierten und ganzheitlichen Sichtweise auf die Persönlichkeit von Kandidatinnen und Kandidaten.

Herr Klein, Sie sind seit fast zehn Jahren bei scan.up. Was hat sich seither in der Eignungsdiagnostik getan?

Philipp Klein: Etwas ganz Wesentliches hat sich verändert: Früher war die Eignungsdiagnostik eine reine „IST-Stand“-Erfassung der Kompetenzen. Heute geht es mehr um eine entwicklungsorientierte Sicht auf die Persönlichkeit. Wir fokussieren stärker darauf, Motive und Potenziale zu erfassen und geben Hinweise, wie sich die Potenziale heben lassen. Der Wandel macht sich also in den Verfahren und in ihrem Einsatz bemerkbar. Er bedeutet aber auch, dass wir die Ergebnisse anders kommunizieren und Ansätze zur Personalentwicklung liefern.

Assessment Center werden z.B. häufig als Development Center angesehen und es werden auch keine Schwächen mehr erfasst, sondern ausschließlich Entwicklungsfelder. Es geht häufiger um die Suche nach Talenten, die sich noch entwickeln, und nicht um die Suche nach „fertigen“ Persönlichkeiten.

Sind Einstellungsverfahren zahlengetriebener geworden? Und kommt der Faktor Mensch dadurch zu kurz oder wird man ihm so eher gerecht?

Philipp Klein: Einstellungsverfahren werden heutzutage meist durch eine Vielzahl an Methoden ergänzt. Neben dem persönlichen Gespräch und dem CV spielen Persönlichkeitsverfahren, kognitive Fähigkeitstests oder auch Assessment Center eine bedeutende Rolle. Dadurch wird die Persönlichkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und somit deutlich valider erfasst. Ein mittelmäßiger CV oder ein, aufgrund von Nervosität, beeinträchtigtes Vorstellungsgespräch kann somit durch passende Ergebnisse z.B. im Persönlichkeitsverfahren relativiert werden. Dadurch werden Einstellungsverfahren ausgewogener. Meiner Erfahrung nach haben vor allem weniger extrovertierte Persönlichkeiten oder solche mit einem „Knick“ im Lebenslauf deutlich bessere Chancen sich zu präsentieren.

Was begeistert Sie persönlich an der Thematik?

Philipp Klein: Der Blick hinter die Kulissen. Menschen ganzheitlich kennenzulernen und sie bei ihrem persönlichen Wachstum zu begleiten bzw. durch entsprechende Reflexionsfragen dazu anzustoßen, das begeistert mich. Ich frage mich bei jeder Person: „Was treibt sie oder ihn an? Warum tut sie das, was sie tut? Oder was müsste passieren, damit er seine Potenziale noch besser ausschöpfen könnte und dadurch noch zufriedener und besser in seinem Job wird?“

Ich bin fest davon überzeugt, dass es für jede Persönlichkeit den passenden Job bzw. das passende Umfeld gibt. Und ich darf helfen, dieses zu finden.

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In welchen Anwendungsszenarien kommt ihr Verfahren zum Einsatz? Bei Einstellungsverfahren? Bei der Bestimmung von Weiterbildungsbedarfen?

Philipp Klein: Das scan-Verfahren, der Kern unseres Leistungsportfolios, unterstützt sowohl bei Einstellungsprozessen als auch bei Entwicklungsprogrammen und im Vorfeld von Coachings.

Es ist in erster Linie ein Fragebogen, der die Persönlichkeit eines Menschen so differenziert erfasst, wie kein anderes Verfahren am Markt. Zudem kann unser scan-Verfahren dann auch noch mit Übungen für Assessment Center ergänzt oder im Rahmen eines 360°-Feedbacks genutzt werden. Die online-basierte Durchführung macht den Einsatz denkbar einfach und unkompliziert.

Können die scan-Verfahren gleichermaßen bei KMUs und großen Unternehmen eingesetzt werden?

Philipp Klein: Ja. Da gibt es aus unserer Sicht keine Differenzierung. Da unser Verfahren immer die individuelle Persönlichkeit einer Person erfasst, spielt die Größe des Unternehmens keine Rolle.

Welche aktuellen oder zukünftigen Entwicklungen treiben Sie um?

Philipp Klein: Der Einsatz von KI im Rahmen der Persönlichkeitsdiagnostik ist eine sehr spannende und aufstrebende Einflussgröße. Durch die sozialen Medien kursieren schon heute eine Vielzahl an Informationen von jeder Person im Netz, die „einfach“ ausgelesen und für eine Persönlichkeitsdiagnostik genutzt werden können. Das birgt enorme Chancen, aber auch Risiken.

Zudem ist das Thema „Gamification“ interessant. Wie hoch sollte der „Spaßfaktor“ in der Durchführung von z.B. Potenzialanalysen sein?

Wer sollte Ihr Web-Seminar auf keinen Fall verpassen?

Philipp Klein: Personen, die am Menschen interessiert sind und täglich mit diesen zu tun haben. Insbesondere, wenn sie einen aktiven Beitrag zum Erfolg und zur Zufriedenheit von Mitarbeitenden beitragen können, wie z.B. Führungskräfte, HRler, Coaches und Personalberater.

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Über Philipp Klein

Philipp Klein ist diplomierter Psychologe und seit fast 10 Jahren für die scan.up AG tätig. Seit 2015 leitet er den Bereich der Personaldiagnostik. Der lizensierte scan-Berater und Experte für Eignungsdiagnostik verfasst differenzierte Gutachten auf Basis des scan-Verfahrens© und führt Reflexionsgespräche im Rahmen der Personalauswahl und -entwicklung. Darüber hinaus ist Philipp Klein Coach für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung.

Veröffentlicht am: 14.10.2021

 

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