"Erlebbarkeit im Lösungsprozess"

PwC-Experience Center

28.09.2017

PwC hat jetzt in Frankfurt ein Experience Center eröffnet. Was passiert dort? Unsere Fragen stellten wir Joachim Müller, er ist der Leiter Experience Center Europe bei PwC.

Joachim Müller, Leiter Experience Center Europe, PwC (Bild: PwC)

Joachim Müller, Leiter Experience Center Europe, PwC (Bild: PwC)

CONSULTING.de: Herr Müller, bei der Eröffnung des Experience Center konnten wir leider nicht dabei sein, haben wir etwas verpasst?

Joachim Müller: Selbstverständlich haben Sie das. Neben der "Hands on"-Erfahrung dessen, was PwC im digitalen Zeitalter mit dem Experience Center vor hat. Dann Antworten auf die Frage, wie man mit einer guten Geschichte die Welt rettet. Und schließlich, warum Müllmänner die besseren Musiker sind, und warum ein Raum keine Probleme löst.

CONSULTING.de: In Ihrer Pressemeldung schrieben Sie etwas über Prototypen, Virtual Reality, Eye Tracking und 3D-Druck, was haben Sie vor?

Joachim Müller: Die Welt verändert sich. Das hat sie immer schon getan. Heute allerdings tut sie das viel schneller. Was heute "heiß" ist, interessiert morgen niemanden mehr. Gleichzeitig verändert Technologie alles. Mit dem Experience Center schaffen wir Möglichkeiten, unsere vorhandenen Stärken und unser Wissen als Unternehmen anzureichern. Um Technologie-Know-how und um Lösungskompetenz, die für die Probleme des digitalen Zeitalters erforderlich sind. Ziel ist es, schneller zu werden und flexibler auf Veränderungen zu reagieren. Das explorative Arbeiten in Sprints, das schnelle Prototypisieren von Ideen und die Validierung nah am Anwender bilden hierbei den Kern unserer Methodik. Wir nennen das BXT für Business, eXperience und Technology. Durch die Verbindung dieser drei Dimensionen schaffen wir Antworten auf die Herausforderungen der Digitalisierung. Für uns selbst und für unsere Kunden.

CONSULTING.de: Ihr Kollege Olaf Acker, Digital Services Leader EMEA bei PwC hat gesagt, "die Erlebbarkeit schon während der Entwicklung ist oft ein entscheidender Faktor für die Güte digitaler Lösungen." Da frage ich mich: Ist Digitalisierung bei den meisten Ihrer Kunden erst mal jede Menge Programmierarbeit? Was gibt es da zu erleben? Und was wird besser, wenn man die Zwischenschritte erlebt?

Joachim Müller: Natürlich ist Digitalisierung am Ende häufig auch Programmierung. Diese allein löst aber kein Problem – im Zweifel löst sie vielleicht sogar das falsche Problem. Die Problemstellungen in der Digitalisierung sind ja häufig komplex. Nicht selten ist die Lösung am Anfang noch gar nicht klar sichtbar und beginnt mit grundsätzlichen Fragen: Wie möchte ich in der digitalen Welt Geld verdienen? Wer sind meine Kunden und was wollen sie? Wie passt das zu meiner Marke und zu meinen bestehenden Produkten? Wie integriere ich das in meine klassische Wertschöpfung? All diese Fragen müssen beantwortet werden und zwar am besten "auf dem Weg" und immer gemeinsam mit der jeweiligen Zielgruppe und mit einer Perspektive, die Endanwender in den Fokus stellt. Dadurch entsteht Erlebbarkeit über den gesamten Lösungsprozess hinweg. Zusätzlich ist die kreative Art der Arbeit, die uns im Experience Center ausmacht für viele selbst schon ein Erlebnis: das gemeinsame Arbeiten an Whiteboards, die intensive Co-Kreation im Rahmen eines Design-Sprints sowie die kontinuierliche Prototypisierung. Das bedeutet für viele eine völlig neue Art der Zusammenarbeit, die viel kooperativer ist als klassische, wasserfallgetriebene Vorgehensmodelle. Durch diese kontinuierliche Verbindung unterschiedlicher Perspektiven werden die Ergebnisse schlicht besser und wir in der Validierung von Annahmen deutlich schneller. Nochmal: die Welt verändert sich. Wir brauchen ein Set-up, das es uns ermöglicht, schnell auf diese Veränderungen zu reagieren. 

 

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