"Freiberufler aus Überzeugung!"

COMATCH-Studie

04.10.2017

CONSULTING.de berichtete über eine Studie, die die Beratervermittlung COMATCH gemeinsam mit Prof. Dietmar Fink (Hochschule Rhein-Sieg, WGMB) zur Situation freier Unternehmensberater erstellt hat. Christoph Hardt ist Co-Founder und einer der Geschäftsführer bei COMATCH.

Christoph Hardt, COMATCH

Christoph Hardt, COMATCH

 

CONSULTING.de: Herr Hardt, Sie haben die Studie “The DNA of the Independent Consultant” genannt, was zeichnet die DNA eines freien Beraters denn aus? Gerade auch im Vergleich zu einer Angestellten-DNA.

Christoph Hardt: Er ist Freiberufler aus Überzeugung! Es war kein Kompromiss, weil er nichts Besseres gefunden hat. Und zwar, weil er selbstbestimmter über Projekte, Kunden und seine Lebenszeit entscheiden wollte. Er ist optimistisch, was die Zukunft betrifft, würde seinen Freunden auch empfehlen, den selben Schritt zu gehen und glaubt, dass mehr Kunden freie Berater engagieren werden. Er kommt gut mit Unsicherheit klar und sagt regelmäßig Nein zu Projekten, wenn sie ihm nicht passen. Im Vergleich zum festangestellten Berater kann ich aufgrund der Studie sagen: Er hat mehr Verantwortung, verdient mehr Geld als vorher und vor allem: Er ist zufriedener mit seiner Work-Life-Balance als vorher. Er arbeitet circa an 130 Tage pro Jahr und hat einen Tagessatz von ungefähr 1300 Euro.

CONSULTING.de: Die Studienergebnisse zeigen, dass viele Berater recht glücklich sind mit ihrem Dasein. Viele sind aber offenbar mit ihren Kunden nicht so richtig zufrieden. 

Christoph Hardt: Tatsächlich sind nur 42 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihr letzter Kunde optimale Arbeitsbedingungen in dem Sinne geschaffen hat, dass sie als Berater ihr volles Potenzial entfalten können. Es zeigt sich also: Die Kommunikation ist verbesserungswürdig. Das ist etwas, das uns in Gesprächen mit Beraterinnen und Beratern immer wieder begegnet: Wenn es keine ordentlichen Briefings, Onboarding-Prozesse und Feedbackkultur gibt, leidet der Projekterfolg. Wir raten den Kunden, ihrem Berater einen Ansprechpartner in der Firma zur Seite zu stellen, der mindestens 50 Prozent seiner Zeit für das Projekt geben kann. 

CONSULTING.de: Wie wichtig ist den freien Beratern das Thema Geld?

Christoph Hardt: Als Motivator ist Geld weniger wichtig, als wir angenommen hätten, das zeigt sich an zwei Stellen. Zum einen – da kommen wir wieder auf die vorige Frage zurück – sagen nur 5 Prozent, dass erfolgsbasierte Zahlung zur Verbesserung ihres Outputs führen würde. Und zum anderen spielt Geld nur eine kleine Rolle, wenn es um die Gründe geht, weshalb sich Berater für die Freiberuflichkeit entscheiden. Mehr Flexibilität, mehr Verantwortung, Kunden und Themen wählen können – alles war wichtiger. Aber natürlich reden wir über eine Gruppe mit überdurchschnittlichem Verdienst, manche Berater in unserem Sample kommen auf knapp 300.000 Euro Jahresgehalt. Schön ist, dass es keinen Unterschied bei den Tagessätzen von Frauen und Männern gibt. 

CONSULTING.de: Vielen Dank!

Glückliche Freelancer

ts

 

 

 

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