"Ich habe das nicht geplant. Aber meine Lust, Verantwortung zu übernehmen, hat Joachim Pawlik überzeugt."

Interview mit Layla Dolfen, COO PAWLIK Consultants

CONSULTING.de hat mit Layla Dolfen darüber gesprochen, welche Aufgaben sie als neue COO bei PAWLIK Consultants in Angriff nehmen wird und ob die Corona-Pandemie die Operations beeinflusst hat.

Respekt! Mit 29 Jahren als Frau bei einem der großen deutschen Beratungshäuser zum COO berufen zu werden, ist absolut herausstechend. Wie haben Sie das in Rekordzeit geschafft?

Layla Dolfen: Ich habe das nicht geplant. Aber meine Lust, Verantwortung zu übernehmen, hat Joachim Pawlik überzeugt. Wenn es Herausforderungen gibt, freue ich mich darauf, sie anzugehen. Gerade in jüngster Zeit gab es ausreichend Gelegenheit, das zu zeigen.

Wenn man sich anschaut, dass es in der Consultingbranche nur 19 Prozent Frauen in Leitungspositionen gibt: Was unterscheidet Sie von anderen Frauen in der Consultingbranche?

Layla Dolfen: Wenn mich etwas unterscheidet, dann ist es mein Arbeitgeber. Hier wurde ich immer gefordert und gefördert und mir wurde 100 % Vertrauen entgegengebracht. Insgesamt finde ich, wird es Frauen in der Wirtschaft auch heute noch schwer gemacht, in der Karriereleiter ganz nach oben zu steigen.

Auch wenn die ersten 100 Tage noch nicht rum sind, sei die Frage erlaubt: Welche Themen stehen aktuell als COO ganz oben auf Ihrer Liste?

Layla Dolfen: Prozesse mitskaliert und in Bezug auf Ventures und Tochtergesellschaften neu geschaffen werden. Die Herausforderung liegt darin, transparent und einfach zu bleiben und dabei den vielschichtigen Anforderungen gerecht zu werden. Also die hohe Prozessqualität im Wachstum zu halten. Jetzt, aber auch über die ersten 100 Tage hinaus, wird mein Fokus darauf liegen, Schnittstellen zwischen den Bereichen zu managen und Synergien zu heben.

Wie hat die Corona-Pandemie die Operations bei Pawlik verändert? Welche Herausforderungen existieren aktuell?

Layla Dolfen: Zu Beginn haben wir unser Portfolio sehr schnell auf Remote umgestellt und neue digitale Formate, wie beispielsweise "Remote Leadership" entwickelt. Das war für das gesamte Team operational ein gewaltiger Kraftakt. Zumal wir gleichzeitig die eigene Firma in den Remote-Modus überführen mussten. Aber es hat geklappt und wir profitieren davon erheblich. Ein zweiter Punkt ist, dass viele Kunden verunsichert waren und es auch noch sind, ob geplante Personalentwicklungsmaßnahmen stattfinden können. Wir arbeiten daher vielfach mit einem kürzeren Planungshorizont. Das ist in der Ressourcenverteilung nicht immer einfach, aber so gewinnen die Kunden die gewünschte Flexibilität und wir realisieren am Ende die meisten Aufträge.

Viele Unternehmen verkleinern aktuell ihre Büroflächen, weil ohnehin viele Kollegen lieber remote arbeiten. Welche Pläne hat PAWLIK in Bezug auf Büroflächen?

Layla Dolfen: Wir lösen aktuell tatsächlich auch einen Teil unserer Bürofläche auf, um ein Shared-Desk-Modell einzuführen. Da alle unserer Mitarbeiter schon immer mit Notebooks ausgestattet sind, war der Übergang im 1. Lockdown in das Homeoffice für uns kaum mit Problemen verbunden. Natürlich hat sich die Meeting-Struktur in den Teams und auch übergreifend verändert. Um trotzdem für Kommunikation und Anbindung zu sorgen, haben wir die Meeting-Frequenz erhöht.

Die Position des COO wurde bislang von Ihrem Board-Kollegen Arne Adrian gemeinsam mit dem Amt des CDO bekleidet. Wie grenzen sich die Aufgaben zwischen Ihnen als COO und CDO ab?

Layla Dolfen: Arne Adrian verantwortet neben der Digitaloffensive mit dem Aufbau neuer Ventures auch die Personalberatung der Gruppe, die international weiter expandiert. Durch den Wachstumskurs haben wir uns für ein eigenes Ressort Operations in der Geschäftsführung entschieden. Arne Adrian und ich werden weiterhin eng zusammen an Projekten arbeiten und uns perfekt ergänzen.

Joachim Pawlik war Vizepräsident beim FC St. Pauli Henrik Meyer-Hoeven ist im Kirchengemeinderat der St. Marien Kirche zu Lübeck. Wo engagieren Sie sich in Ihrer Freizeit?

Layla Dolfen: Ich bewundere, was Joachim und Henrik nebenher schaffen. Ich verbringe meine Freizeit am liebsten mit meinem Mann und unserem Hund in der Natur oder auf dem Pferd beim Dressurreiten. Aber da kann ja später noch mehr kommen.

Sie sind aus meiner Wahrnehmung bislang in der Consulting-Branche wenig sichtbar gewesen, z.B. in LinkedIn oder im Web insgesamt. Wird sich das mit der neuen Rolle ändern? Werden Sie stärker das Rampenlicht suchen?

Layla Dolfen: Das wird sich zeigen. Erstmal fokussiere ich mich darauf, eine starke operative Basis für unser Wachstum zu schaffen. Wenn es Themen gibt, die ich nach außen vertreten und vorantreiben möchte, werde ich das in der Zukunft sicher auch stärker machen.

Mit 29 Jahren COO bei Pawlik. Wenn Sie in die Zukunft schauen: Wo möchten Sie in 10 Jahren stehen?

Layla Dolfen: Allein im letzten Jahr ist in der Welt so viel passiert, da fällt es mir schwer zehn Jahre in die Zukunft zu blicken. Ich wäre gerne ein Vorbild für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade in diesem Bereich haben wir noch immer Bedarf an neuen Modellen, die auch gelebt werden müssen. Auf Karriere oder Familie und natürlich auch private Zeit für mich zu verzichten, kommt für mich nicht in Frage.

Zur Person

 Layla Dolfen (29), aufgewachsen in München, studierte an der Leuphana Universität Lüneburg Wirtschaftspsychologie.  Ihre berufliche Laufbahn startete sie 2015 im Marketing des Bioanalyse-Dienstleisters Eurofins am Standort Hamburg. 2017 wechselte sie zu PAWLIK Consultants, wo sie in kurzer Zeit aufstieg. Nach Stationen als Projektmanagerin und Assistenz der Geschäftsführung mit Verantwortung in der strategischen Kundenentwicklung wurde sie Ende 2019 Head of Operations bei PAWLIK Consultants. Im Januar 2021 folgte die Beförderung zum COO. 

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