"Selbst wenn das Wissen da ist, ist das Handeln oft ein anderes"

Das Interview zum Webinar am 6. Mai: Anne Keibel und Michael di Figlia

Hygiene ist kein Kinderspiel. Selbst medizinisches Fachpersonal habe mit der richtigen Handhabung oft Probleme. Was es zum Thema Hygiene – während Corona und auch darüber hinaus – zu wissen gilt, erläutern die Referenten im Interview.

Anne Keibel und Michael di Figlia

Anne Keibel, Institut für lebenslanges Lernen und Unternehmensentwicklung und Michael di Figlia, DTO Research Cleaning Markets 

Ihr Webinar am 6. Mai trägt den Titel "Hygiene im Office". In der Ankündigung ist von Corona keine Rede. Einen Bezug zwischen Ihrem Webinar und Corona anzunehmen, scheint aber auf Grund des Timings naheliegend. Warum empfehlen Sie Unternehmen, sich mit dem Thema gerade jetzt zu befassen?

Wir haben Corona ganz bewusst nicht in den Titel des Webinars aufgenommen. Sicherlich führt die aktuelle Pandemie zu einer gesteigerten Sensibilisierung bezüglich des Themas Hygiene, aber Krankheitswellen hat es schon immer gegeben. Auch z. B. die jährlichen Grippewellen verursachen einen erheblichen Krankenstand und damit wirtschaftlichen Schaden für Unternehmen. Wir möchten den Teilnehmern Wissen und Techniken mit auf den Weg geben, welche sie dauerhaft nutzen können. Natürlich soll das Webinar auch dabei helfen, die Teilnehmer besser auf die jetzt angedachten Lockerungen vorzubereiten und Unternehmen bei der Konzeption und Implementierung von Hygienekonzepten zu unterstützen.

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Unternehmen werden durch die aktuelle Situation vom Gesetzgeber dazu gezwungen, sich mit dem Thema Hygiene auseinanderzusetzen. Es bietet sich an, jetzt die Strukturen für Präventionsmaßnahmen zu schaffen, um bei der nächsten Krankheitswelle gut vorbereitet zu sein.

Brauche ich für die Umsetzung der von Ihnen vorgestellten Hygiene-Maßnahmen zusätzliche Hilfsmittel? Also muss ich etwa im Fachhandel spezielle Desinfektionssprays einkaufen oder reichen haushaltsübliche Reinigungsutensilien?

Unser oberstes Ziel ist es, den Teilnehmern die Basics der Hygiene beizubringen. Es gibt ja auch Situationen, in denen es z. B. nicht möglich ist, sich zeitnah die Hände zu waschen. Die Nutzung von Händedesinfektionsmitteln kann also im Alltag durchaus Sinn machen. Dafür sensibilisieren wir. Jedoch ist es wichtig zu wissen, wann man sich die Hände desinfizieren sollte, wie eine Händedesinfektion funktioniert und welche Inhaltsstoffe man meiden sollte. Gleiches gilt für die Flächendesinfektion. Es gibt viele Mittel auf dem Markt, die nicht oder nur begrenzt gegen Viren einsetzbar sind. Deshalb erklären wir als unabhängige Trainer im Webinar, auf was man bei der Produktauswahl unbedingt achten sollte.

In der Coronakrise waren ja Desinfektionsmittel schnell ausverkauft. Gehen Sie auch darauf ein, welche Alternativen es gibt?

Natürlich gehen wir da auf Lösungen und auf Alternativen ein. Seife z. B. ist sehr gut geeignet, um das Virus zu deaktivieren, sofern die Hände richtig gewaschen werden. Untersuchungen zeigen aber immer wieder, dass viele Menschen eben nicht wissen wie Händewaschen richtig funktioniert. Gleiches gilt für die Nutzung von Desinfektionsmittel. Selbst medizinisches Fachpersonal hat hier mit der richtigen Handhabung oft Probleme. Genauso wichtig wie das richtige Mittel, ist die richtige Technik, um gut geschützt zu sein.

Man vergisst über die Jahre schon mal Dinge, die eigentlich als Allgemeinwissen vorausgesetzt werden dürfen. Wenn man die inhaltliche Gliederung ihres Webinars liest, könnte man denken, dass Sie den Vergesslichen nochmal die Hygiene-Grundlagen ins Gedächtnis rufen möchten. Inwiefern geht Ihr Workshop aber über diese Hygiene-Grundlagen hinaus?

Es wäre natürlich schön, wenn dies der Realität entsprechen würde. Wir beschäftigen uns jetzt seit über 10 Jahren intensiv mit Infektionsprävention und Hygiene. Leider machen wir immer wieder die Erfahrung, dass der Wissensstand und die Kenntnis hinsichtlich der richtigen Hygienetechniken nicht so stark ausgeprägt ist wie man meinen sollte. Und selbst, wenn das Wissen da ist, ist das Handeln oft ein anderes. Dies gilt sogar oft für medizinisches Fachpersonal. Schaut man sich den Flickenteppich von unterschiedlichsten Maßnahmen in der aktuellen Situation an, so wird dies mehr als deutlich. Es fehlt oft an elementarem Grundlagenwissen. Technik ist das eine, aber viele der Infektionsquellen sind nicht bekannt oder werden unterschätzt. Deshalb schaffen wir Aufmerksamkeit und mehr Klarheit über Mythen und Fakten bei der Hygiene im beruflichen und privaten Umfeld.

In der Webinar-Ankündigung ist von Übungen und Anschauungsmaterial die Rede. Kann ich damit dann auch lernunwillige Kollegen und Familienmitglieder anleiten, wie Sie Hygiene auch in Ihr Leben integrieren können? Wenn einer alles richtig macht, alle anderen im Haushalt oder Büro aber nicht, verpufft die Wirkung solcher Maßnahmen doch, oder?

Ja, wir regen zum Ausprobieren an und stellen Übungsmaterial zur Verfügung. Desweiteren stellen Sie hier wichtige, sehr gute und interessante Fragen. Wir müssen Erwartungsmanagement betreiben: Natürlich versuchen wir jeden für Hygiene zu sensibilisieren und zu motivieren, sich und andere zu schützen. Das Thema "Compliance" werden wir ansprechen.

Unser Wunsch ist es natürlich, dass das Wissen und die Techniken weitergegeben werden. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Sensibilisierung in der Vergangenheit, gerade im Büroumfeld, zum Thema Hygiene nicht sehr hoch war. Das hat sich durch Corona schlagartig verändert. Die Menschen haben einen großen Wissensdurst und sind bereit, Maßnahmen zu ergreifen und mitzumachen, um sich und andere zu schützen. Von daher ist die Krise auch eine große Chance, Grundlagen für die Zukunft zu schaffen.

Zentral beim Thema Hygiene scheint ja auch das Thema Verhaltensänderung zu sein. Wie kann man das Verhalten seiner Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen?

In vergangenen Projekten haben wir immer wieder festgestellt, dass die Menschen Hygienetechniken sehr schnell und bereitwillig umsetzen, wenn sie diese nicht nur einmal erlernt, sondern auch verinnerlicht haben. Besonders in der aktuellen Situation sind viele Leute sehr penibel. Schult man jetzt die richtigen Techniken und Verhaltensweisen, so gehen diese hoffentlich bald in eine Routine über. Diese wird dann idealerweise auch nach der Krise nicht mehr abgelegt.

Was antworten Sie Interessenten, die unsicher sind, ob die 99 Euro Teilnahmegebühr sinnvoll investiert sind?

Unser Ziel ist es, den Teilnehmern Erfahrungen und Kenntnisse mit auf den Weg zu geben, die sie dauerhaft nutzen können. Die meisten Unternehmen haben für ihre Bürobereiche bislang kaum Hygienekonzepte, die über die klassische Unterhaltsreinigung hinausgehen. Wir können Best Practices aufzeigen und das Handwerkzeug vermitteln. Die Umsetzung müssen die Unternehmen selbst leisten. Das können wir ihnen leider nicht abnehmen. Die Workshop-Inhalte beziehen sich deshalb nicht nur auf die jetzige Situation. Krankheitswellen, wie z. B. die jährliche Grippe, führen teils zu hohem Personalausfall, zu Frust der Kollegen und zu erheblichen Kosten sowie Produktivitätseinbußen für die Arbeitgeber. Weiterbildungen im Bereich der Prävention sind eine sehr lohnenswerte Investition, wenn man die Opportunitätskosten für mögliche krankheitsbedingte Arbeitsausfälle betrachtet.

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jvdm

Veröffentlicht am: 21.04.2020

 

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