5 Fettnäpfchen für Berater und Mythen, die es bei Tisch zu vermeiden gilt

Kniggewissen für Consultants

Wo im Knigge-Universum gibt es mehr Stolpersteine als bei Tisch? Viele Menschen fühlen sich unwohl beim Gedanken an eine berufliche Verabredung zum Essen. Es gibt Vieles, was es zu beachten gibt, vor allem gibt es Mythen und Fettnäpfe, in die Sie nicht treten sollten.

ein gedeckter tisch edel (Bild: picture alliance / dpa | Bernd Wüstneck)

In vielen Ländern gehört heute noch das Glas Wein zum Essen dazu. In Frankreich und Italien, auch in Griechenland, doch in Deutschland können Sie damit ganz schnell in den Fettnapf fallen. (Bild: picture alliance / dpa | Bernd Wüstneck)

Fettnapf: Die Garderobe

Keine Tasche dabei und so landen Portemonnaie und Handy in den Jacken- oder Manteltaschen. Und wohin nun mit dem Wetterschutz und dessen kostbaren Inhalts? Über die Rückenlehne gehängt oder auf den nächsten Stuhl gelegt ist ja eine prima Lösung. Man hat alles im Blick und muss auch später nicht an der Garderobe suchen. Die Idee ist gut, aber gehört zur Kategorie Fettnapf.

Mantel oder Jacke gehören an die Garderobe. Sind Sie in Begleitung, so dürfen Sie gerne anbieten, deren Mantel mit zur Garderobe zu nehmen. Holen Sie diese nach dem Essen auch dort wieder ab. Jetzt punkten Sie, wenn Sie Ihrem Gegenüber noch stilvoll in den Mantel helfen – auch als Frau.

Fettnapf: Der Aperitif

Sie sind mit mehreren Personen zum Essen verabredet? Der Gastgeber hat zu einem Aperitif eingeladen, bevor man zu Tisch geht? Die gute Nachricht: Sie müssen keinen Sekt, Cocktail oder ähnliches bestellen. Ein Bier vorweg ist kniggetauglich.

Doch was Sie vermeiden sollten ist, das Glas mit an den Tisch zu nehmen. Besonders bei schön eingedeckten Tafeln gilt dies als grober Fauxpas. Ein Aperitif wird immer dort abgestellt, wo er bestellt wurde. Ausnahme: Der Gastgeber weist darauf hin, dass Sie das Glas gerne mit an den Tisch nehmen dürfen.

Fettnapf: Sie bestellen die Nummer des Gerichts

Beim Chinesen bestellen viele Menschen ihr Gericht mit der Nennung der Menünummer. Hier ist dies Usus, aber auch nur hier. Haben Sie in der Speisekarte ein Gericht gefunden, das Ihnen zusagt, dann bestellen Sie dies mit der korrekten Beschreibung.

Mythos: Alkohol gehört zu einem guten Essen

In vielen Ländern gehört heute noch das Glas Wein zum Essen dazu. In Frankreich und Italien, auch in Griechenland, doch in Deutschland können Sie damit ganz schnell in den Fettnapf fallen.

Ein Glas Wein oder Bier zum Mittagessen geht eher schief, als dass es wohlwollend aufgenommen wird. Natürlich geht es hier um den beruflichen Alltag. Sind Sie privat zum Essen eingeladen, dann ist es Ihre Entscheidung, ob mit oder ohne, aber solange Sie im beruflichen Umfeld unterwegs sind, sollten Sie beim Mittagessen und gegebenenfalls beim Abendessen auf Alkohol verzichten.

Besonders bei Vorstellungsgesprächen oder Erstkontakten wird mit der Frage: „Möchten Sie ein Glas Bier oder Wein zum Essen?“, die Einstellung des Gegenübers geprüft. Mit einem alkoholfreien Getränk sind Sie da auf der sicheren Seite.

Mythos und Fettnapf: Nachtisch, Kaffee oder Digestif

Nach einem guten Essen kommt der Service und fragt nach weiteren Wünschen: „Dessert, Kaffee oder einen Absacker?“ Jetzt sollten Sie innehalten und abwarten, was der Gastgeber macht. Nicht der Service entscheidet bei einer Einladung, wie viele Gänge es gibt, sondern der, der zahlt.

Auch, ob es noch eine letzte Runde gibt, wird vom Gastgeber entschieden. Sind Sie Selbstzahler, dann wiederum können Sie sich getrost die Mousse au Chocolat, den Espresso und einen Digestif bestellen.

Waren Sie sich bei allen Punkten sicher?

Dies waren ein paar ausgewählte Fettnäpfchen, die es zu vermeiden gilt. Möchten Sie bei Ihrem Gegenüber mit guten Tischmanieren punkten? Dann empfehle ich Ihnen, nehmen Sie an einem moderierten Essen teil.

Danach können Sie entspannt und locker ein gutes Essen und gute Gespräche in angenehmer Gesellschaft genießen, ohne sich den Kopf zu zerbrechen, ob Sie alles richtig machen. Sie werden sehen, wie entspannt Business-Einladungen zum Essen laufen können.

Ihre,
Sabine Lansing

Über Sabine Lansing

Sabine Lansing  ist Gründerin von Knigge-Wissen. Es gibt ein Lebenslauf davor und einen danach. Der danach resultierte aus einer Gefahrensituationen, die Sabine Lansing im Vertrieb einer deutschen Schmuckmanufaktur im Ausland erlebte, die sie dazu brachte ihre berufliche Situation zu ändern. Dazu bildete sie sich zur Karriereberaterin weiter, ergänzte das mit einer Weiterbildung zur Personalreferentin und arbeitete im Bereich Outplacement für Konzerne, wie z.B. Siemens, Thyssen, Adobe, Vodafone aber auch KMUs. Doch ihre Leidenschaft war schon immer der Umgang miteinander, weshalb sie seit 2004 als Trainerin für Umgangsformen arbeitet, also Knigge. Und dabei geht es ihr nicht um veraltete Regeln, sondern darum, mit Knigge Sicherheit zu gewinnen und sich mit Menschen in der eigenen Gegenwart wohlzufühlen.

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