Agile Werte richtig vermitteln

Edgar Ehlers

Neue Zeiten erfordern neue Methoden und Herangehensweisen. Unsere Gesellschaft ist durch die Digitalisierung einem so starken Wandel unterworfen wie selten zuvor. Auch die Consulting- und Coaching-Branche stellt sich darauf ein und begegnet der Herausforderung mit neuen Ansätzen. Doch wer ist überhaupt dafür geeignet, Unternehmen in eigenverantwortliches Handeln zu überführen?

Edgar Ehlers
Edgar Ehlers

Agilität für alle

Agilität ist in aller Munde. Märkte unterliegen heutzutage rasanten Veränderungen. Die Mehrheit der Unternehmen organisiert sich hierarchisch und nach wie vor traditionell prozess- und projektorientiert. Auf Digitalisierung und Co. reagieren klassisch strukturierte Unternehmen tendenziell zu langsam. Viele Unternehmen haben begriffen, dass sie in ihr Personal investieren müssen, bevor es zu spät ist und niemand mehr für sie arbeiten möchte. An jeder Ecke schießen deshalb Agile Coaches aus der Erde, selbsternannte Scrum-Master bieten ihre Dienste an und kaum jemand kann sicher definieren, was einen solchen Digitalisierungshelfer schlussendlich ausmacht. Wichtig sind sie allemal: Den Grundgedanken, Eigenverantwortung in Teams zu bringen, ergänzen Agile Coaches durch Flexibilität, Schnelligkeit, Anpassung, Vernetzung, Dynamik, Selbstorganisation und Vertrauen.

Zwei verschiedene Paar Schuhe

Auch Empathie ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Fähigkeit. Agile Coaches und Scrum Master in Ausbildung beherrschen die theoretischen Grundlagen der Coachings perfekt. Stolz zählen sie sämtliche Theorien und Werte auf, die den agilen Standards zugrunde liegen. Wenn es aber an die Umsetzung geht, hapert es oft. In Kursen schrecken Teilnehmer beispielsweise davor zurück, eigene Gruppenstrukturen aufzubrechen und in anderen Teamkonstellationen zusammenzuarbeiten, obwohl sie genau das ihren späteren Zöglingen vermitteln müssen. Andere angehende Coaches haben große Probleme, sich Kollegen zu öffnen oder ihr eigenes Tun öffentlich zu reflektieren.

Die Mischung macht‘s

Um später erfolgreich zu arbeiten ist es natürlich unumgänglich die Theorie auswendig zu können. Viele unterschätzen jedoch, wie wichtig es ist, persönliche Fähigkeiten miteinzubringen. Empathiefähigkeit ist zum Beispiel ein Faktor, den man nur bedingt erlernen kann, der aber eine große Rolle im Berufsfeld spielt. Genauso verhält es sich mit Erfahrungswerten. Klar ist: Jeder fängt mal klein an, Erfahrung muss man erst sammeln. Aber durch kleinere Projekte und Workshops stellen sich angehende Coaches hier besser auf als gleichzeitig lernende Kollegen.Frisch von der Uni fehlt den meisten Trainern schlicht das Gespür für bestimmte Situationen und gleichzeitig auch eine gewisse Form der Autorität, die als Lehrperson jedoch zwingend von Nöten ist.

Der Coach an erster Stelle

Bevor sich Studenten oder Quereinsteiger deshalb für eine Laufbahn als Coach entscheiden, sollten sie eruieren, ob sie in der Lage sind, die Werte, die sie lehren wollen, auch selber zu leben. Genauso wichtig ist es, eigene Defizite oder persönliche Probleme nicht mit Fremdtherapien auszugleichen. Als Selbsttherapie Klienten zu coachen und dabei die eigenen Schwierigkeiten zu verdrängen führt niemals zu einem optimalen Ergebnis. Der Coach muss in dem, was er vermittelt, selbst gut sein. Lehrt er Anpassungsfähigkeit, muss er selbst Agilität leben. Ist er ein Networker, kann er getrost Vernetzungsfähigkeit vermitteln. Und besitzt er ein gesundes Maß an Selbstvertrauen, so strahlt er diese Fähigkeit in seinen Coachings aus und gibt sie ohne große Probleme an seine Nachfolger und Mitstreiter weiter. Ein guter Coach ist eben mehr als die Summe seiner Methoden.

Zum Autor: Edgar Ehlers hat jahrelange Erfahrung im Umgang mit Agilem Coaching. Ein Master in systemischer Beratung und über 100 zertifizierte Aus- und Weiterbildungen im Bereich Systemische Beratung, Scrum, Agile Kompetenz, gewaltfreie Kommunikation, Psychologie, NLP und Personalentwicklung bilden ein ungewöhnlich vielfältiges Fundament für ein von Klarheit und Respekt geprägtes Coaching und Training nah am Menschen. Vor allem systemisch-konstruktivistische Ansätze prägen die Arbeit des gelernten Profilers und Versicherungsfachwirts. In Unternehmen wie Telekom und Porsche Digital implementiert er agile Werte und sorgt dafür, dass Firmen nicht von der Digitalisierung abgehängt werden. Neben seiner Coachingtätigkeit bildet er auch selbst Nachwuchs aus und schult Scrum Master.

Veröffentlicht am: 18.07.2019

 

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