Unternehmensberater in der Image-Krise? Das sehe ich nicht so!

Kommentar von Christoph Weyrather zur exeo-Studie

Wie ist das Berater-Image in der Öffentlichkeit? Christoph Weyrather, Geschäftsführer des BDU, kommentiert die Ergebnisse der exeo & Rogator-Studie zum Thema "Unternehmensberater in der Krise".


Wenn Unternehmensberater ihre Arbeit richtigmachen, sind sie oft unbequem

Regelmäßig gibt es Untersuchungen zum Beraterimage. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich, je nachdem, welche Zielgruppe im Fokus der Befragung steht. Fragt man die Auftraggeber und Projektverantwortlichen in den Unternehmen direkt, fallen die Bewertungen in der Regel sehr positiv aus. Bei den Mitarbeitern und in der breiten Öffentlichkeit ist die Meinung häufig skeptischer.

Wenn Unternehmensberater ihre Arbeit richtigmachen, sind sie oft unbequem für die Mitarbeiter. Sie stellen gewohnte Prozesse infrage, bringen neue Blickwinkel in die Diskussion und sorgen dafür, dass sich in den Unternehmen etwas verändert. Davon kann jeder einzelne Arbeitsplatz betroffen sein und die Neuerungen gefallen nicht jedem. Darüber hinaus: Nicht jeder kann direkt einschätzen, ob diese Veränderungen dem Unternehmen mittelfristig helfen.

Das Berufsbild des Unternehmensberaters wird stark durch die Medien geprägt

In der breiten Öffentlichkeit wird das Berufsbild des Unternehmensberaters stark durch die Medien geprägt. Nur wenige verfügen über einen persönlichen Einblick. In TV-Serien und Spielfilmen beispielsweise erfolgt meist aber die Reduktion auf die Rollen als eiskalte Karrieristen und Arbeitsplatzvernichter. Welch vielfältigen und verantwortungsvollen Tätigkeiten wirklich ausgeübt werden, bleibt so verborgen.

Trotz aller Bedenken können sich 16 Prozent der Studienteilnehmer - ein repräsentativer Querschnitt der Gesamtbevölkerung - vorstellen, als Unternehmensberater zu arbeiten. Diesen Anteil an Interessenten für einen Beruf, der ein umfangreiches Wissen und Erfahrung voraussetzt, finde ich erfreulich. Das unterstreicht die Attraktivität unserer Profession. Und besonders die Kunden wissen die Mehrwerte unserer Arbeit zu schätzen. Sonst würde der Markt nicht weiterwachsen, wie er es in den letzten zehn Jahren mit durchschnittlich 6-7 Prozent getan hat.

Qualität der Dienstleistung als Voraussetzung für eine Image-Verbesserung

Wie lässt sich die grundlegend positive Sichtweise der Kunden weiter verbessern? Das erreicht man vor allem durch eine hohe Qualität der Dienstleistung. Seit knapp 70 Jahren setzt sich der BDU genau hierfür ein. Berufsgrundsätze, fachliche Qualitätsstandards sowie Leitfäden sorgen für verlässliche Orientierung bei den Auftraggebern und den Consultants. Und: Damit wird die Grundlage geschaffen, dass Beratereinsätze auch von den Mitarbeitern in den Unternehmen besser bewertet werden. Der Marathon geht insofern weiter... 

Über den Autor

Christoph Weyrather ist Geschäftsführer Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Dadurch verfügt er über große Erfahrung im "People Business" Verband. Er leitet Verwaltung, Organisation, Finanzen und Budgetierung, begleitet die betriebswirtschaftlich orientierten Fachverbände und ist zuständig für die großen Fachkonferenzen, den Deutschen Beratertag sowie das Seminarprogramm. Außerdem kümmert er sich um die CMC-Zertifizierungen und die internationale Vertretung beim ICMCI.

cb

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