Der heiße Tipp mit dem Boilerplate

PR und Marketing

Der Teufel steckt bei erfolgreicher PR oftmals im Detail. Warum man deshalb einen Abbinder in der Pressemitteilung nicht vergessen sollte und was er für die Kommunikation zwischen Beratung und Redaktion tun kann, erläutert Manuela Nikui in der aktuellen Ausgabe ihrer Kolumne.

Ursprünglich fanden "Boilerplates" unter anderem auf den Kesseln von Dampflokomotiven Verwendung und gaben Auskunft über den Hersteller. Heute dienen sie im übertragenen Sinne als Abbinder von Pressetexten und liefern nähere Informationen zum Versender. (Bild: picture alliance / imageBROKER | Helmut Meyer zur Capellen)

Eine kluge, klare und vorausschauende Strategie ist das A und O erfolgreicher PR in der Unternehmensberatung. Doch auch wenn man sich hier gut aufgestellt fühlt, steckt der Teufel manchmal im Detail. Fehlt nämlich ein kleiner, vielleicht einfach vergessener Baustein im großen Ganzen, reizt man die Möglichkeiten eben doch nicht ganz aus. Beispiel: Boilerplate.

Was im journalistischen Fachjargon ein wenig skurril nach Warmwasserzubereitung klingt, ist in Wirklichkeit ein heißer Tipp für Ihre Pressemitteilungen. Dahinter nämlich verbirgt sich ein Textbaustein, der kurz und prägnant als Abbinder in jeder Mitteilung, die Sie an die Redaktionen schicken, immer wieder auftaucht, und Ihre Aussendung mit Hintergrundinformationen (siehe unten) über die Beratung abschließt.

Wiederholung stärkt Ihre Positionierung

Warum kann das Boilerplate Ihre Unternehmenskommunikation beflügeln? Zum einen werden darin regelmäßig wichtige Details und Besonderheiten aus der Beratung wiederholt, die weitestgehend gleich bleiben und unabhängig vom wechselnden Inhalt Ihrer Pressemitteilung sind. Steter Tropfen höhlt nun mal den Stein und was man in den Redaktionen in Folge über Ihre Beratung erfährt, bleibt schließlich hängen.

Jonglieren Sie in Ihrem Boilerplate mit interessanten Daten und Fakten, erzielen Sie mit den zusätzlichen Infos ganz bestimmt auch den einen oder anderen Aha-Effekt. 

Knackig und präzise sorgt für Freude in den Redaktionen

Ein weiterer Boilerplate-Benefit: Redaktionen und Agenturen können sich mit Hilfe dieses Textbausteins ein zügiges Bild vom Absender der Pressemitteilung, also ihrer Beratung, machen. Journalisten und Journalistinnen werden meist von Informationen geradezu überflutet. Sie sind deshalb heilfroh, wenn man es ihnen leicht macht und sie die Zusammenhänge schon beim Überfliegen des Textes schnell durchschauen, einordnen und bewerten können.

Übrigens: Ein Boilerplate kann auch was für Ihre Webseite tun, wenn Sie dort innerhalb des Headers oder in einer Sidebar ein paar Unternehmensdetails unterbringen; dieser Content wird von den Suchmaschinen als relevant erkannt.

Auch Ihre E-Mails profitieren von einem fest installierten Abbinder mit einer kurzen Info zur Beratung. 

Das Grundrezept für einen Boilerplate

Welche Informationen gehören in ein Boilerplate in der Pressemitteilung, wie verfasst man diesen Textbaustein und was macht ihn trotz seiner Kürze interessant?

  1. Bleiben Sie sachlich und gehen Sie sorgfältig mit der Zeit der Redakteure um. Ist Ihr Text zu ausschweifend, verpufft der Vorteil einer zügigen Informationsaufnahme.   
  2. Planen Sie nicht mehr als 100 Worte ein – auch hier liegt die Würze eher in der Kürze, damit der Inhalt möglichst in Sekundenschnelle erfasst werden kann.
  3. Das gehört rein:
  • Der Name Ihrer Beratung und die Rechtsform
  • Standort/e
  • Die Anzahl Ihrer Mitarbeitenden
  • Informationen zu Ihrem Angebotsportfolio.
  • Ein, zwei Details zur Gründungsgeschichte Ihrer Beratung
  • Wer steht an der Spitze der Beratung?
  • Kunden-Referenzen, eventuelle Preise, Auszeichnungen, eigene Entwicklungen und Ähnliches
  • Vergessen Sie den Pressekontakt mit dem Namen des Ansprechpartners, der Telefonnummer und E-Mail-Adresse nicht. Die wenigsten Redakteure werden sich die Mühe machen, Ihre Daten extra zu recherchieren, selbst wenn sie Ihre Pressemitteilung spannend finden und Kontakt aufnehmen möchten.

Mein bester Tipp: Je mehr Sie bei der Beschreibung Ihres Angebotes auf den Punkt kommen, desto besser. Was genau können Sie für wen genau tun? Ein Beispiel: Schreiben Sie nicht: „Wir lösen Ihre Probleme, optimieren Ihren Erfolg und schaffen Mehrwert“, sondern werden Sie konkret: „Wir beraten und begleiten mittelständische Unternehmen aus der Automobilbranche bei der Digitalisierung ihrer Unternehmensprozesse.“

Fazit:

Ein Boilerplate ergänzt ihre Pressemitteilung mit Hintergrundinformationen über die Beratung. Sind die Fakten kurz, knackig und präzise, ist der Abbinder eine schnell zu erfassende weitere Informationsquelle für die Redaktionen und stärkt strategisch Ihre Präsenz und Positionierung.

Über die Autorin

Manuela Nikui (Bild: Nikui Kommunikation)
Manuela Nikui, Inhaberin von Nikui Kommunikation. Sie ist spezialisiert auf Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung für Unternehmensberatungen, die messbar mehr Reichweite und Sichtbarkeit wollen. Sie hat über 25 Jahre Erfahrung in der PR und unter anderem für Bain & Company und goetzpartners gearbeitet. www.linkedin.com/in/manuela-nikui/

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