Die richtigen Leute an Bord holen

Aus der Praxis für die Praxis - Dahm & Wielki

Auslastungslücken mit Freelancern zu füllen hilft vielen Unternehmen in Hochphasen, hat aber auch eine ganze Reihe von Nachteilen, so Prof. Markus Dahm und Tobias Wielki. In ihrer zweiten Kolumne reflektieren sie die Frage, ob der Einsatz von Freelancern oder die Anwerbung und Bindung von Festangestellten die sinnvollere Strategie darstellt.

Kolumne Dahm und Wielki Teil 2

Um zufriedene Kunden zu haben und auch wiederholt Beratungsdienstleistungen zu generieren, sind die richtigen, motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitenden das A und O. Jedoch ist der Arbeitsmarkt in Bezug auf qualifizierte Fachkräfte stark umkämpft. Vom "War for Talents" hört man vor allem auch häufig in der IT und Beratungsbranche. Gut qualifizierte Mitarbeitende im Beratungs- und IT Geschäft haben wenig Mühe, einen passenden Arbeitgeber zu finden. Die Unternehmen stehen hier in einem großen Wettbewerb. Aber auch die Unternehmen fragen sich:

  • Wer passt zum Unternehmen?
  • Was treibt den Mitarbeitenden an?
  • Wie kann man seine Leute möglichst effizient einsetzen und lange halten?  

Vor- und Nachteile von Freelancern 

Manche Unternehmen greifen hierbei auf Freelancer zurück. Der Vorteil ist, dass diese meist schneller verfügbar sind, auch projektbezogen hinzugezogen werden können und man sich schnell wieder von Ihnen trennen kann, wenn ein Projekt beendet oder die Auftragslage gering sein sollte. Die Nachteile liegen ebenso auf der Hand. Freelancer sind zumeist teuer und können sich schlechter mit dem Unternehmen oder der Unternehmenskultur identifizieren. Zudem sind sie, sofern es sich um IT-Beratung in Kombination z. B. mit einem Produkt handelt, weniger stark in der Materie, kennen sich auch mit den spezifischen Unternehmensprozessen meist schlechter aus, was den internen Aufwand erhöht und sich auf die Qualität auswirken kann.  

Welche Mitarbeitende passen zum Unternehmen? 

Im Idealfall lassen sich also feste Mitarbeitende finden, die sich einerseits mit dem Unternehmen identifizieren können, Expertise mitbringen, Interesse haben dazuzulernen und intrinsisch motiviert sind, das Unternehmen voranzubringen.

Gerade die Generation Y and Z ist stärker an dem Purpose, dem «why» interessiert, als an Rahmenbedingungen wie Gehalt oder Firmenwagen.

Dies sind eher die Erwartungen der Generation X und der Babyboomer. Hier gilt es also, die individuellen Motivatoren im Blick zu behalten, natürlich ohne die Unternehmensziele aus dem Auge zu verlieren.  

Um den Mitarbeitenden ein «why» zu geben, ist es erforderlich, ihre Stimmen zu hören, sie in Entscheidungen mit einzubeziehen, die Vision und die Mission klar zu kommunizieren und die Unternehmenswerte vorzuleben. 

Binden Sie Ihre Mitarbeiter ein und übertragen Sie Verantwortung 

Hat man einmal passende Mitarbeitende gefunden, ist es also ratsam, diesen sukzessive Verantwortung zu übertragen und sie zu befähigen, Ihren Arbeitsbereich ideal auszufüllen. Auch kann es von großem Nutzen sein, die Leistungsträger mit Hilfe von Aktien bzw. Anteilen am Unternehmen zu beteiligen, sie somit langfristig zu binden und zu motivieren, das Unternehmen voranzubringen.  

In bestimmten Intervallen, mindestens zweimal jährlich, helfen Gespräche, um herauszufinden, wo die Fähigkeiten und die Interessen der Mitarbeiter liegen und wie diese idealerweise im Unternehmen eingesetzt werden können. Das Unternehmen kann davon profitieren, darauf zugeschnitten den Mitarbeitern Weiterbildungen, Workshops oder E-Learnings anzubieten, um deren Wissen zu verbessern, die Mitarbeitenden weiterzubringen und dieses Wissen im eigenen Unternehmen zur Verfügung zu haben.  Auch hier werden Sie vermutlich den auf Social Media häufig verbreiteten Cartoon kennen, in dem der CEO den CFO fragt:  

«Was ist, wenn wir unsere Mitarbeiter ausbilden und sie dann gehen?» und der CFO antwortet. «Was ist, wenn wir es nicht tun und sie bleiben?».  

Wir finden diesen Sketch absolut zutreffend, denn nur durch Weiterbildung lassen sich Qualität und Innovationskraft dauerhaft hochhalten und somit die Attraktivität des Unternehmens für die Kunden halten oder gar steigern.

Über Markus Dahm

Markus H. Dahm, MBA ist Berater für Digitale Transformation und Change Management. Ferner lehrt und forscht er als Honorarprofessor an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in den Themenfeldern Digital Management, Business Consulting und agile Organisationsgestaltung. Er publiziert regelmäßig zu aktuellen Management- und Leadership-Fragestellungen in wissenschaftlichen Fachmagazinen, Blogs und Online Magazinen sowie der Wirtschaftspresse. Zudem ist Markus Dahm Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. 

Über Tobias Wielki

Tobias Wielki, M.A. international Business Administration, ist Geschäftsführer Deutschland der Vertec Gruppe, ein Software- und Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Zürich. Er blickt auf über 13 Jahre Erfahrungen im direkten und indirekten Vertrieb von erklärungsbedürftiger Software und Beratungsdienstleistungen zurück. Zudem ist er im Rahmen einer Kooperation zwischen Vertec und der FOM Hochschule für Oekonomie & Management seit zwei Jahren als Gastdozent aktiv.

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