Industrie und Maschinenbau: Großes Gefälle bei der Digitalisierung

"Digital-Kultur-Studie" von Instinctif Partners – Teil 2

Instinctif Partners hat für die "Digital-Kultur-Studie" die Kommunikation der umsatzstärksten Unternehmen aus drei Branchen analysiert. Im Sektor Industrie und Maschinenbau zeigten sich die größten Unterschiede.

Das wohl größte Gefälle innerhalb der drei untersuchten Branchen (Industrie/Maschinenbau, Banken/Versicherungen, Chemie/Pharma) beim Umgang mit dem Thema Digitalisierung lässt sich bei Industrie- und Maschinenbauunternehmen feststellen. Die Siemens AG und Daimler AG führen mit fünf Sternen nicht nur ihren Sektor, sondern auch das Ranking aller 30 analysierten Unternehmen an. Die ThyssenKrupp AG und BMW schaffen zudem vier Sterne. Gleichzeitig konnten aber vier der zehn untersuchten Unternehmen dieses Sektors nicht überzeugen und erhielten keinen Stern.

Handwerkliche Fehler und gepflegte Intransparenz

Bei MAN, Teil des Volkswagen-Konzerns, und der Salzgitter AG (beide null Sterne) wird in Ansätzen digital kommuniziert, jedoch in der "Übermittlung" nicht erfolgreich und über die Digitalisierung selber wird kaum gesprochen ("Botschaften"). Die Kion Group (null Sterne) zeigte handwerkliche Schwächen im "Verhalten" auf digitalen Kanälen und bei der "Übermittlung". Bei der Rheinmetall AG (null Sterne) wiederum scheint Transparenz durch digitale Kommunikation nicht das Ziel der Aktivitäten zu sein. Kein Unternehmen nutzt die digitalen Kanäle weniger dialogorientiert als der Düsseldorfer Waffenschmied und Automobilzulieferer. Das Thema Digitalisierung wird in der Kommunikation zwar aufgegriffen, aber nur wenig und tendenziell produktorientiert. Besonders negativ fällt auf, dass kaum Dialogmöglichkeiten mit dem Unternehmen geboten werden (25 Punkte bei "Verhalten"). Mit Blick auf das Geschäftsfeld scheint dies wenig überraschend, dennoch ist es für die eigene Reputation nicht förderlich, sich dem digitalen Dialog derart zu entziehen. Ein offen geführter, transparenter Austausch mit Kunden und Öffentlichkeit schafft Glaubwürdigkeit, egal in welcher Branche.

Auch die Volkswagen AG (drei Sterne) nutzt die digitalen Kommunikationskanäle noch nicht gänzlich professionell und zeitgemäß (55 Punkte bei "Verhalten"; Untersuchung vor dem Abgas-Skandal). Hier kann der Skandal-gebeutelte Welt-Konzern aus Wolfsburg von der Stuttgarter Daimler AG noch lernen.

"Digital-Kultur-Studie": Industrie und Maschinenbau mit viel Schatten (Bild: Instinctif)
"Digital-Kultur-Studie": Industrie und Maschinenbau mit viel Schatten (Bild: Instinctif)

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Veröffentlicht am: 16.12.2015

 

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