Kein Anschluss unter dieser Nummer – Warum Redaktionen nicht mehr so einfach zu erreichen sind und was dennoch möglich ist

PR und Marketing

War das eigentlich immer so kompliziert? Vielleicht haben Sie sich diese Frage in letzter Zeit immer dann gestellt, wenn Sie mit einer Presseaktion in den Medien für ein Thema aus der Unternehmensberatung werben wollten – was schließlich lange Zeit recht gut geklappt hat. Ein Blick ins Impressum des Wunschmediums, den verantwortlichen Redakteur oder die Redakteurin ausmachen und dann zum Hörer greifen. Spätestens nach ein paar Versuchen hatte man meist die gewünschte Person an der Strippe und der persönliche Kontakt war erst einmal angebahnt.

Das waren noch Zeiten, als man in Redaktionen, hier die Berliner Redaktionsräume der SAT.1-Hauptnachrichten-Ausgabe aus dem Jahre 1999, telefonisch erreichen konnte (Bild: picture-alliance / dpa | Nestor Bachmann)

Jetzt allerdings beißen Sie oder Ihre Agentur sich daran immer öfter die Zähne aus. Im Netz finden Sie nur noch die zentrale Nummer des Verlags, aber von den einzelnen Ressorts keine Spur mehr. Ruft man an, heißt es: Bitte schreiben Sie eine Mail an die Redaktion. Und dann formuliert man irgendwie ins Blaue hinein, ohne eine Ahnung zu haben, ob das Anliegen auch an der richtigen Stelle landet. Entsprechende Antworten lassen zudem oft ewig auf sich warten. Irgendwann haben Sie keinen Nerv und/oder keine Zeit mehr, zum x-ten Mal nachzuhaken.  

Nicht aufgeben, es gibt andere Möglichkeiten!

Was ist da eigentlich passiert? Nicht erst seit gestern sind die Redaktionen chronisch unterbesetzt. Kostendruck durch allgemein steigende Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Werbeeinnahmen haben viele Verleger leider zu Sparfüchsen gemacht.

Fakt ist: Auch das Geschäft mit Nachrichten ist ein Geschäft und damit wirtschaftlich orientiert.

Freie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollen es oftmals richten, nur: Die stehen meist gar nicht oder selten als Ansprechpartner mit eigenem Telefonanschluss zur Verfügung.

Viele Mitglieder des Redaktionsteams sitzen zudem noch immer im Homeoffice und sind dort weniger gut an die internen Strukturen angebunden.

Auch wenn Ihr Geduldsfaden zu reißen droht: Geben Sie Ihre PR nicht auf! An einigen Schrauben lässt sich noch drehen, damit Sie wieder den Draht zu Ihrem Journalisten oder der Journalistin finden und gemeinsam Reichweite und Bekanntheit Ihrer Unternehmensberatung pushen können.

Diese Tipps bringen Sie weiter und schonen Ihre Nerven:

  1. Ein guter persönlicher Kontakt zur Redaktion ist natürlich das Sahnehäubchen. Bleiben Sie dran, auch wenn’s länger dauert als früher und Sie auf dem Weg zum Ziel ein paar Umwege in Kauf nehmen müssen. Tief durchatmen nicht vergessen – bleiben Sie entspannt und sehen Sie das Ganze nicht als Zumutung, sondern Herausforderung, die auf das Erfolgskonto Ihrer Unternehmensberatung einzahlt.
  2. Ein Blick in den Mediaplan kann weiterhelfen. Dort finden sich manchmal ebenfalls interessante Kontakte. Auch wenn Sie zunächst bei der Anzeigenabteilung landen: Dort finden Sie gelegentlich sehr entgegenkommende Menschen, die Ihnen den Kontakt zur Redaktion ebnen – selbst wenn Sie keine Werbung schalten. [Anmerkung der Anzeigenabteilung: Umso lieber noch, wenn Sie Werbung schalten.]
  3. Behandeln Sie Medienvertreter wie gute Freunde: Versetzen Sie sich in ihre Lage – was wird gebraucht, welches Thema könnte gerade interessieren? Wie können Sie den Abstimmungsprozess einfach machen und Zeit sparen helfen? Machen Sie sich als angenehme Lieferantin und angenehmer Lieferant spannender Geschichten und Nachrichten unverwechselbar und unentbehrlich.
  4. Nicht nur per Telefon – auch eine Mail an die Redaktion hat durchaus das Zeug, Türen zu öffnen. Mit einem – wichtig! – kurzen, knackigen Text können Sie den Funken zünden, damit jemand anbeißt. Reden Sie nicht lange drum herum und machen Sie sofort deutlich, warum das Thema aus der Beratung wichtig, originell, neu, spannend und nützlich für die Leserschaft ist.
  5. Und schneiden Sie das Thema noch besser als bisher auf Ressorts und Rubriken des Magazins oder der Zeitung zu, auch das erhöht die Chance auf eine Reaktion aus der Redaktion.
  6. Inhalte haben sich verändert. Themen, die menscheln, kommen – gerade in Zeiten eines Weltgeschehens, das auf dem Kopf zu stehen scheint – gut an. Das wissen auch Journalisten und sind immer auf der Suche nach einer guten Geschichte. Setzen Sie deshalb nicht nur auf fachliche Themen, sondern zeigen Sie Gesicht und beziehen Sie auch mal eine unbequeme Position. 

Fazit

Schwierig(er) heißt nicht unmöglich: Mit Ausdauer, spannenden Themen und gut abgestimmter PR können Sie auch unter veränderten Bedingungen die Redaktionen gewinnen und Reichweite für Ihre Unternehmensberatung generieren.  

Über Manuela Nikui

Manuela Nikui (Bild: Nikui Kommunikation)
Manuela Nikui, Inhaberin von Nikui Kommunikation. Sie ist spezialisiert auf Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung für Unternehmensberatungen, die messbar mehr Reichweite und Sichtbarkeit wollen. Sie hat über 25 Jahre Erfahrung in der PR und unter anderem für Bain & Company und goetzpartners gearbeitet. 

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