Kollaboration mit dem Kunden: Wer schreibt, der bleibt?

Deep Dive Consulting: Kolumne von Jörg Hossenfelder, Lünendonk

Auch der souveräne Umgang mit Collaboration-Tools kann Beratungen aus dem Markt hervorstechen lassen. Jörg Hossenfelder zeigt Ergebnisse zum Analytics-Einsatz in Beratungsprojekten und erläutert, warum das Schreiben mit Stift und Zettel alleine nicht mehr genügt.

Kolumne Hossenfelder Kollaboration (Bild: Autor) | CONSULTING.de

Das Geschäftsjahr 2020 verlief für die Managementberatungen unterschiedlich. Recht gut kamen auch diejenigen Consultants durch das Corona-Jahr, die schon geübt waren hinsichtlich Homeoffice und Remote Working. Schon in den zurückliegenden Jahren wurde einiges in Digital Workplace Solutions investiert und die Beraterinnern sowie Berater weitergebildet – auch die Teamleiter.

Kommunikations- und Kollaborations-Tools erhöhen Effizienz und Kreativität

Standard ist heute der sichere Umgang mit den Kommunikations-Applikationen wie beispielsweise Zoom, Skype oder Teams. Darüber hinaus können Kollaborations-Tools wie Mentimeter (Umfragen), Google Docs (File Sharing), Trello oder Slack (Projektplanung, Kommunikation) für hohe Effizienz und Kreativität in Kundenprojekten sorgen. Durch das Schaffen von besonderen Kundenerlebnissen können sich die Berater mittels gekonnten Umgangs mit diesen Tools von anderen Consulting-Häusern differenzieren. Und darüber hinaus lassen sich Data-Analytics-Anwendungen ideal in den Remote-Consulting-Modus integrieren.

Digitalisierung liefert Consultants enorme Datenmengen für mehr Insights

Denn frühere, oftmals papierbasierte Prozesse liefern heute durch die Digitalisierung einen stetigen Datenstrom, beispielsweise aus Log-Daten, Prozess-IDs oder Zeitstempeln, die eine völlig neue Prozesstransparenz ermöglichen. Wenn heute Beratungsprojekte in Unternehmensfunktionen wie beispielsweise Finance & Accounting, Einkauf, Logistik, Produktion etc. durchgeführt werden, ist das Thema Digitalisierung ein zentraler Faktor.

Was bedeutet diese Entwicklung für Beratungsunternehmen und deren Arbeit? So wie PowerPoint und Excel in den 1990er-Jahren Folien und den Overhead-Projektor abgelöst haben, werden heute Softwareprodukte, die eine schnelle und kontinuierliche Visualisierung von Daten ermöglichen, eingesetzt, wenn es um die Analyse als Basis für die eigentliche Problemlösung geht. Natürlich sind in der Analysephase auch heute noch Zettel, Stift, Befragungen und Workshops mit den Mitarbeitern des Kunden wichtig, um die Verbesserungspotenziale der Wert- und Prozessströme in den Unternehmen zu ermitteln. Allerdings gewinnen die durch die Digitalisierung generierten Prozessdaten des Kunden in den ERP-, CRM- oder MES-Systemen stark an Bedeutung.

Datengetriebene Analysemethoden verschaffen Wettbewerbsvorteil

Beratungen, die nicht in der Lage sind, aus diesen Daten schnelle und effektive Insights für den Kunden zu generieren, werden künftig stärker unter Druck geraten, da ihre Wahrnehmung als innovativer Beratungspartner und Know-how-Träger leiden wird.

Hossenfelder Collaboration Bild 2 (Bild: Autor)

Grafik zum Analytics-Einsatz in Beratungsprojekten (Bild: Autor)

Das zeigt auch die neue Lünendonk-Studie 2021 „Managementberatung in Deutschland“, die in den kommenden Tagen veröffentlicht wird. Der Aussage, dass die Bedeutung von datengetriebenen Analysemethoden wie Process Mining, Big Data oder Digital Twin in Beratungsprojekten „sehr stark“ respektive „stark“ zunehmen wird, stimmen 82 Prozent der Studienteilnehmer zu. 57 Prozent sind sogar der Ansicht, dass sich vor allem große Consulting-Häuser einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können, weil sie über genügend Ressourcen und Mittel verfügen. Hieraus wird deutlich: Wer schreibt, der bleibt nicht mehr lange.

Hossenfelder Collaboration Bild 1 (Bild: Autor)

Grafik zu datengetriebenen Analysemethoden und Softwarelösungen (Bild: Autor)

Daher müssen sich auch Operations-nahe Beratungen deutlich stärker mit diesen Themen auseinandersetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Vorteil für die Beratungsunternehmen liegt hierbei nicht nur in der schnellen Generierung von Mehrwert für den Kunden, sondern auch darin, Beratungsleistung an dieser Stelle zu skalieren und sich auf höherwertige Leistungen, wie die eigentliche Konzeptentwicklung und Umsetzung des Beratungsprojektes, konzentrieren zu können.

Auch klassische Beratungstätigkeiten benötigen digitale Tools

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist klar festzustellen, dass auch klassische Tätigkeiten der Beratung zunehmend digitales Know-how und Tools benötigen. Zu diesem Thema hat Lünendonk ein Whitepaper mit Celonis erstellt, das sich dieses Themas nochmals im Detail annimmt. Darüber hinaus zeigt ein gemeinsames Themendossier mit Horn & Company, wie Process Analytics Banken, Versicherungen sowie Retail-Unternehmen helfen kann, schnell Verbesserungspotenziale in Prozessen zu ermitteln. Beide Publikationen stehen auf unserer Homepage zum Download bereit.

Über den Autor

Jörg Hossenfelder (Bild: Lünendonk & Hossenfelder)
Jörg Hossenfelder (Bild: Lünendonk & Hossenfelder)
Jörg Hossenfelder ist Kommunikations- sowie Politikwissenschaftler und studierte bis 2000 an den Universitäten Mainz und Bologna. Nach seinem Studium beriet er als Kommunikations-Berater Business-to-Business-Unternehmen. 2004 übernahm er die Leitung der Research-Abteilung bei Lünendonk & Hossenfelder. Seit Juli 2005 ist Hossenfelder Geschäftsführer, seit 2009 Geschäftsführender Gesellschafter. Jörg Hossenfelder verantwortet die Marktsegmente Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Advisory und Business Consulting.

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