Wenn alle Events abgesagt werden – Vier konkrete Handlungsempfehlungen

Die #Beraterberaterin

Auch Berater brauchen Beratung. Insbesondere dann, wenn der Marketing-Plan wegen COVID-19 über den Haufen geworfen worden ist. Beraterberaterin Susanne Mathony beschreibt, was jetzt zu tun ist.

Leere Sitze wegen Corona (Bild:al nik - Unsplash)
Leere Sitze wegen Corona (Bild:al nik - Unsplash)

Spätestens seit COVID-19 Europa erreicht hat, ist nichts mehr, wie es vorher war. Zehntausende Menschen sind erkrankt, Länder befinden sich im lockdown, und Fiskalpakete werden geschnürt.

Parallel zu den menschlichen Tragödien und wirtschaftlichen Auswirkungen, ist die Marketingplanung aller Professional Services-Player komplette Makulatur. Egal, ob zu Beginn des Geschäftsjahres 40 oder 60% des Budgets für Events allokiert wurde, klar ist: Bis auf weiteres fallen „Vor Ort-Brand Experiences“ aus. Egal ob Klienten-Dinner, Fireside-Chats oder große Recruiting-Messen: Alles liegt auf Eis.

Rücktrittsklauseln wurden mit Legal geprüft, Verträge mit Locations & Caterern gecancelt und Event-Absagen versendet. Da es bislang keine verlässlichen Aussagen über die Dauer der Pandemie gibt, sind Event-Verantwortliche „stuck“. Sie laufen kollektiv in die Sommerpause hinein, in der Veranstaltungen ein „no go“ sind, und ahnen: Wenn die Welt im Herbst – hoffentlich – wieder eine „normalere“ ist, werden sich die Einladungen für Top-Entscheider ballen und der Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Zusagen bedeutend härter sein.

#flattenthecurve macht Eventpläne zur Makulatur

Mehr denn je suchen Klienten Antworten und brauchen ihren ‚Berater of choice‘ als verlässlichen Lotsen in dieser Krise. Vier hilfreiche Fragen in diesem Vakuum:

1.       Spielen Sie ausreichend konsequent den Digitalisierungstrumpf aus?

Wer bislang Webinars, Pod- oder Videocasts und gezieltes Digital Campaigning im Marketing-Mix wenig genutzt hat, jetzt ist die Zeit! Natürlich ist ein Vorstandsdinner im Rocco Forte persönlicher, aber wer bis September/Oktober schweigt, riskiert Kundenloyalität.

2.       Passt Ihre Content-Pipeline noch in die Zeit?

Testen Sie Ihre geplanten Studien auf Relevanz, Angebrachtheit und Aktualität. Themen wie Crisis Preparedness und Risk Management haben Konjunktur; dito Disruptionsanalysen und Rezessionsszenarien. Luxusgüter-Barometer interessieren dagegen vermutlich aktuell niemanden.

3.       Investieren Sie ausreichend Zeit für die 1-zu-1 Kommunikation mit Target Accounts?

In einer Welt im Remote-Modus gilt es, die zwischenmenschliche Komponente zu stärken. Natürlich sind Skype oder FaceTime kein Ersatz für das emotionale Bonding während eines C-Level-Kamingespräch, aber es bezeugt ihr menschliches Interesse.

4.       Planen Sie jetzt schon ausreichend strategisch für die Zeit „danach“?

Setzen Sie Tools wie Microsoft Teams oder Slack und Skype nicht nur zum Aufrechterhalten der Kommunikation ein, sondern für intensive Brainstormings über neue Event-Formate und wirklich relevante Themen.

Health-Check der Value Proposition empfohlen, denn ein „same same“ gibt es nicht

Last but not least: Nutzen Sie die Kraft der schöpferischen Zerstörung und hinterfragen Ihre allgemeine Wettbewerbsfähigkeit sowie das spezifische Wertversprechen Ihrer Marke. Dann wissen Sie, ob sie als Beratung auch danach noch die richtigen Themen, Ressourcen und Marketingstrategien haben.

Austauschbare Events gibt es wie Sand am Meer; machen Sie künftig den Unterschied – und bleiben Sie bis dahin gesund!

 

Susanne Mathony, Mathony Brand Strategists
Susanne Mathony, Mathony Brand Strategists

Zur Person: Susanne Mathony, Geschäftsführerin von Mathony Brand Strategists. Die internationale Marketing- und Kommunikationsberaterin blickt auf mehr als zwei Jahrzehnte Führungserfahrung im Bereich Professional Services zurück. Auf EMEA- und globaler Ebene arbeitete sie u.a. für Accenture, Strategy& sowie Russell Reynolds Associates. Die ausgebildete Journalistin und Politologin begann ihre Karriere in einem Think Tank in Washington.

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