Es bewegt sich was beim Datenschutz

Netzblick – Die Digitalkolumne zu Warnhinweisen für Apps

14.11.2017

Das iPhone X kann man mit einem Blick öffnen. Das biometrisch erfasste Gesicht identifiziert uns fast so sicher wie ein Blutstropfen. Apple versichert, dass diese Daten das Gerät nicht verlassen.

Die Erfassung des Auges (Bild: geralt - pixabay.com)

Die Erfassung des Auges (Bild: geralt - pixabay.com)

 

Die Gesichtsfotos der iPhone X-Kameras kann man aber auch für Apps benutzen. Dazu müssen die biometrischen Informationen der Kamera an den Betreiber übertragen werden. Man muss dem vor der Nutzung einmalig zustimmen. Hat die App einmal Zugriffauf die Kameras, kann sie diese vom Nutzer unbemerkt aktivieren, Aufnahmen mit ihnen anfertigen und sie auf seine Server laden.

Was ist ein Verbot von Apple wert?

Man kann mit einem Lächeln viel anfangen. Wer zum Beispiel dabei beobachtet wird, wie er sich über Produkte freut, die er anschaut, dem kann man gezielt Werbung für Ähnliches schicken oder Nutzerprofile erstellen. Apple erlaubt das zwar nicht, aber was ist in der digitalen Geschäftswelt schon ein Verbot von Apple wert? Um diese und andere Fälle wird sich künftig das neue europäische Datenschutzrecht kümmern. Fehlverhalten kann ab Mai 2018 mit drakonischen Geldbußen geahndet werden. Zum Selbstschutz empfiehlt es sich, in den Datenschutzeinstellungen des Smartphones regelmäßig zu prüfen, ob die installierten Apps den Zugriff auf die Kamera benötigen und ihn gegebenenfalls zu unterbinden. Der NRW-Justizminister will App-Hersteller jetzt flankierend zu Warnhinweisen wie auf Zigarettenschachteln verpflichten. Es bewegt sich was im Datenschutz.

 

Dieser Beitrag wurde zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS veröffentlicht.

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