Facebook per Gesichtserkennung

Netzblick - Die Digitalkolumne über Datenschutz

von: Prof. Rolf Schwartmann

Facebook will sich mehr Mühe geben beim Datenschutz. Ob die geplante Einführung der Gesichtserkennung da ohne Risiken und Nebenwirkungen bleibt?

Gesichtserkennung Datenschutz
Wie sicher ist Gesichtserkennung? (Bild: lassedesignen - fotolia)

Facebook hat den Datenschutz für sich entdeckt und kümmert sich aktuell in großen Anzeigen rührend um unsere Aufklärung. Zugleich geht man beherzt mutige Projekte an. So will der Dienst seine Nutzung in der EU per Gesichtserkennung einführen. 2012 war das hier am Datenschutz gescheitert. In den USA, wo sie eingeführt ist, hat ein Gericht jetzt eine Sammelklage gegen die Gesichtserkennung zugelassen. Das schreckt Facebook nicht, denn in Europa will man alles richtig machen und die Gesichtserkennung erst nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer einschalten. Die Nutzer sollen zustimmen, weil sie dann benachrichtigt werden können, wenn jemand ohne ihr Wissen ein Foto von ihnen bei Facebook hochlädt.

Risiken und Nebenwirkungen für den Datenschutz?

Diskutiert werden etwa die Gefahr von Stalking und die Fehlerquote der Gesichtserkennung. Nach dem ab 25. Mai 2018 in der EU anzuwendenden Datenschutzrecht müssen die Nutzer über die Zulässigkeit der Datenerhebung per Gesichtserkennung informiert werden. Geschieht das nicht oder falsch, ist das ein Rechtsverstoß. Wenn ein Nutzer sich bei der Datenschutzaufsicht darüber beschwert, wird die Rechtmäßigkeit überprüft. Hat Facebook alles richtig gemacht, ist alles gut. Hat der Dienst die Zulässigkeit der Gesichtserkennung aber falsch eingeschätzt, oder nicht oder unrichtig darüber informiert, kann ein Bußgeld bis zu vier Prozent des Unternehmensumsatzes fällig werden.

Veröffentlicht am: 23.04.2018

 

Dieser Beitrag wurde zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS veröffentlicht.

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