Facebook statt Fundbüro

Netzblick - Die Digitalkolumne über Datenschutz

28.05.2018 von: Prof. Rolf Schwartmann

Über soziale Medien kann man vermisste Freunde auffinden und kontaktieren. Facebook & Co. dienen zunehmend aber auch dazu, verlorene Dinge wiederzufinden - nicht ganz risikofrei.

Facebook & Co. dienen zunehmend als virtuelles Fundbüro (Bild: geralt - pixabay)

Facebook & Co. dienen zunehmend als virtuelles Fundbüro (Bild: geralt - pixabay)


Wer etwa ein Handy in der Bahn findet, der fotografiert es und postet es im Netz gerne mit einer Karte des Fundortes oder in Verloren/Gefunden-Gruppen. Das kann praktisch sein. Wo liegen die Risiken der Hilfsbereitschaft? Etwa darin, dass die Fundsache jemand abholt, dem sie nicht gehört. Kommt danach der Eigentümer und macht sein Recht geltend, kann es sein, dass der redliche Finder wegen Herausgabe an den Falschen haftet. Man muss also genau prüfen, wem man die Fundsache gibt. Wer sich weigert, sich auszuweisen, ist verdächtig.

Nicht von ungefähr sieht das Gesetz bei Fund ein besonderes Verfahren vor. Fundsachen sind ins Fundbüro zu bringen. Das muss also unabhängig davon geschehen, ob man den Fund postet. Vielen Eigentümern wird daran gelegen sein, dass sie dort auch landen. Wer sich dazu entscheidet, Fundsachen ins Netz zu stellen, meint es gut. Er muss sich aber im Klaren darüber sein, dass er Risiken eingeht. Erfährt man durch den Fund persönliche Daten des Eigentümers, dann riskiert man durch das posten Konflikte mit dem Datenschutz. Streng genommen ist das Verlieren persönlicher Gegenstände ja Privatsache. Kreditkarten, Ausweise und den sonstigen Inhalt von Geldbörsen zu posten, ist bei allem guten Willen definitiv keine gute Idee.

 

Dieser Beitrag wurde zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS veröffentlicht.

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