KI und meine Fotos

Netzblick - Die Digitalkolumne über Datenschutz

15.05.2018 von: Dr. Rolf Schwartmann

Künstliche Intelligenz soll uns das Leben erleichtern. Wer die KI bei der Arbeit sehen will, muss nur einmal schauen, wie die Fotos im iPhone sortiert werden. Noch lässt sich die KI aber austricksen.

Was kann künstliche Intelligenz schon? (Bild: rawpixel - fotolia)

Was kann künstliche Intelligenz schon? (Bild: rawpixel - fotolia)


Normalerweise ordnet man sein Leben nach eigenen Kategorien und selbst. Im iPhone ist das anders. Dort ordnet Apple und zwar ungefragt. Wer im Ordner Fotos in die mit einer Lupe gekennzeichnete Suchfunktion Auto, Fahrrad oder Buch eingibt, dem zeigt das Handy alle persönlichen Bilder auf dem Gerät an, die in diese Kategorien passen. Die Zuordnung von Bildern zu Begriffen beruht auf künstlicher Intelligenz. Bilder sind nämlich nur für das menschliche Auge Bilder. Für das Handy sind es geordnete Nullen und Einsen. Die künstliche Intelligenz macht Fehler. Wer etwa rauchen sucht, der findet Fotos, auf denen Menschen Stifte in den Händen halten. Wer Auto sucht, der findet etwa eine Landschaft, bei der in einer Ecke ein Auto klein zu sehen ist.

Apple bevormundet den Nutzer aber auch. Aus Apple-Sicht verbotene Begriffe wie 'nackt' findet man nämlich in der Suchfunktion nicht. Das ist also ein Begriff der auf dem Apple-Index steht. Gerade nach ihm zu suchen, kann aber Sinn machen. Etwa wenn man Fotos seiner unbekleideten Kinder im Planschbecken löschen will. Zeigt die künstliche Intelligenz denn keine Nacktfotos? Doch. Wer ein Oben-Ohne-Foto neben einem Buch fotografiert, dem wird es angezeigt, aber in der Kategorie Buch. Verbotene Bilder kann man also im digitalen Bücherregal verstecken. Für die Tricks der körperlichen Welt ist künstliche Intelligenz also (noch) zu dumm.

 

Dieser Beitrag wurde zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS veröffentlicht.

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