Kill Cayla – diese Puppe ist verboten

Netzblick – Die Digitalkolumne zum Umgang mit Online-Risiken

(Bild: danielam - pixabay.com)
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Der Friedhof der Kuscheltiere bekommt eine neue Bedeutung. Wer vor ein paar Monaten Puppe Cayla gekauft hat, muss sie jetzt zerstören. Grund: Sie enthält Mikrofon und Antenne und wurde von der Bundesnetzagentur als verbotene “versteckte, sendefähige Anlage“ eingestuft. Auf das Besitzen oder Vertreiben von Wanzen, die vortäuschen Spielzeuge zu sein, stehen aber bis zu zwei Jahre Knast. Eltern müssen die Puppe nun zerstören und das Gemetzel auch noch dokumentieren. Alternativ kann Cayla gegen offiziellen Vernichtungsnachweis zum Recyclinghof. Zurückgeben allein genügt nicht. Das reicht für ein kleines Kindertrauma.

Halten wir also fest: Vertrieb und Besitz eines Kinderspielzeugs, das man in Deutschland legal erwerben kann, sind strafbar. Niemand kümmerte sich darum, als die Wunderpuppe in den Handel kam, obwohl man damit warb, dass sie sprechen und hören kann. Monate später fällt auf, dass eine versteckte Sendeanlage auch dann strafbar ist, wenn sie in einer Puppe versteckt ist. Bevor die Puppe auf den Markt kam, stand aber längst im Gesetz, dass der Besitz von in Alltagsgegenständen versteckten Sendeanlagen strafbar ist.

Nun können sich Eltern fragen, ob sie ihre Kinder wirklich mit Wanzen spielen lassen wollen. Vor allem aber müssen Unternehmen prüfen, ob ihr Geschäft strafbar sein kann, bevor sie ihre Geräte in den Handel bringen. Und die Behörden müssen von Anfang an aufpassen. In Zeiten, in denen intelligente Haushaltsgegenstände Mode sind, gibt es viel zu tun.

Veröffentlicht am: 21.09.2017

 

Dieser Beitrag wurde zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS veröffentlicht.

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