Teure Datenschutzverstöße

Netzblick – Die Digitalkolumne zum Umgang mit Online-Risiken

Smartphones speichern viel über uns. Nach dem ab Mai 2018 in ganz Europa anwendbaren Datenschutzrecht müssen Hersteller von Geräten und Apps die Nutzer darüber informieren, welche personenbezogenen Daten sie zu welchen Zwecken verarbeiten.

Bitte auf die Einstellungen achten! (Bild: slightly_different, pixabay.com)
Bitte auf die Einstellungen achten! (Bild: slightly_different, pixabay.com)

 

Die Erklärung muss leicht verständlich sein und Produkte müssen datenschutzfreundlich voreingestellt sein. Apple schert das noch nicht. Wer sich im iPhone über Einstellungen, Datenschutz, Ortungsdienste, Systemdienste bis zu den häufigen bzw. wichtigen Orten schiebt, der findet hinter dieser Einstellung mit Uhrzeiten alle Orte, an denen er sich in jüngerer Vergangenheit aufgehalten hat. Was wer mit diesen Informationen anfängt und warum sie gespeichert werden, wird nicht verraten. Dass man über diese Speicherung nicht informiert wird und lange nach dem Speicherort suchen muss, ist datenschutzrechtlich ein dicker Hund. Dass er voreingestellt ist und nicht aktiv eingeschaltet werden muss, ebenso. Dass Apps uns per iPhone überwachen, zeigen kleine Pfeile über dem nichtsagenden Begriff „Statusleistenobjekt“ an. Wenn man sehen will, wann man gesehen wird, muss man den  Schieber erst auf grün schieben.

Nach der Praxis von Apple muss man sich also um seinen Datenschutz mühevoll selber kümmern. Ab Mai 2018 können solche Verstöße ein Unternehmen vier Prozent des Jahresumsatzes kosten – das sind für Apple bei 229 Milliarden US-Dollar gut neun Milliarden. Und das ist auch bei 48 Milliarden Dollar Gewinn eine Menge Geld.

 

 

 

 

Veröffentlicht am: 12.12.2017

 

Dieser Beitrag wurde zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS veröffentlicht.

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