Wem gehört ein Facebook-Auftritt?

Die Digitalkolumne über klare Regeln für Soziale Netzwerke

von: von Prof. Rolf Schwartmann

Wenn ein Arbeitsverhältnis aufgelöst wird, dann nimmt man als Arbeitnehmer normalerweise vom Schlüssel bis zur Parkkarte nichts mit, was der Firma gehört. Bei einem Facebook-Account, den ein Beschäftigter für die Firma auf seinen Namen angelegt und gepflegt hat, ist das nicht so eindeutig.

Social Media (Bild: geralt - pixabay)
Social Media (Bild: geralt - pixabay)

Postet ein Beschäftigter auf der das Unternehmen angelegten Seite nicht nur dienstliche sondern auch private Inhalte und kennt nur er das Passwort, dann muss er es nach einer Kündigung nicht herausgeben. So hat es jetzt ein Gericht entschieden, weil der Gesamteindruck eines Facebook-Auftritts nicht eindeutig auf die ausschließliche Nutzung für das Unternehmen hinwies. Das ist ärgerlich für die Firma, weil sie insoweit bei null anfangen muss. Umgekehrt ist es aber auch nicht fair, wenn ein Mitarbeiter auf dienstliche Weisung auch private Bilder postet, zu denen er den Zugang verliert oder die Firma das Profil unter seinen Namen nutzt, obwohl er längst ausgeschieden ist. Die Lösung lautet: Im Arbeitsvertrag oder spätestens bei einer Auflösungsvereinbarung eindeutig bestimmen, wer zu welchen Zwecken und nach wessen Regeln im Zusammenhang mit der Firma aktiv wird. Dass die Zugangsberechtigung geklärt ist, ist schon während ein Arbeitsverhältnis besteht wichtig, falls der zuständige Mitarbeiter einmal ausfällt. Zudem gehört der Chef ins Impressum. Damit sind die Verhältnisse auch klar.

Veröffentlicht am: 19.02.2018

 

Dieser Beitrag wurde zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS veröffentlicht.

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