"Ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Flexibilität spielt heute eine große Rolle"

GPTW®-Gewinner Kemény Boehme & Company

Die Münchner Unternehmensberatung Kemény Boehme & Company gehört zu den Gewinnern des Great Place To Work®-Wettbewerbs für Arbeitgeber. Geschäftsführer Stefan Kemény erläutert im Interview mit CONSULTING.de, wie er das Potential seiner Mitarbeiter entfaltet und warum ein aufwendiger Auswahlprozess gut ankommt.

Geschäftsführer Stefan Kemény (Bild: KBC)

Geschäftsführer Stefan Kemény (Bild: KBC)

CONSULTING.de: Herr Kemény, vielleicht tut es ja nichts zur Sache, aber ich muss es dennoch fragen: Auf Ihrer Homepage ist ein Mann abgebildet. Die eine Hälfte zeigt ihn im Anzug und korrekt gescheitelt, die andere Hälfte steckt in einem Arbeitsoverall und im Gesicht hängt ihm eine wirre Locke in die Stirn, was soll das dem User sagen? 

Stefan Kemény: Wir wollen damit ausdrücken, dass wir nicht nur Powerpoint produzieren, sondern sehr pragmatisch und umsetzungsorientiert arbeiten. Wir packen mit an und können nicht nur Vorstand, wir können auch Produktion. Ich meine das wortwörtlich: unsere Berater helfen auch mal in der Produktion aus, wenn Not am Mann ist!

CONSULTING.de: Kommen wir zu Ihrer Rolle als preisgekrönter Arbeitgeber. Im Karrierebereich drohen Sie dem Bewerber mit einem dreistufigen Auswahlprozess, wirkt das nicht vielleicht abschreckend? 

Stefan Kemény: Nein, ganz im Gegenteil: Wir haben einen Auswahlprozess installiert, der es uns nicht nur erlaubt, den Bewerber oder die Bewerberin kennen zu lernen, sondern auch für KBC als Firma zu werben. Hierzu werden Gespräche mit einer größeren Anzahl an Teamkollegen/innen durchgeführt und zwar dreistufig: Erstkontakt über HR, persönlich beim Face-to-Face Vorstellungsgespräch und in der Interaktion beim Case. Wir bekommen durchweg positives Feedback zu unserem Bewerbungsprozess, selbst von Bewerbern/innen, für die wir uns nicht entschieden haben.

CONSULTING.de: Ihre Firma suche Potenzialverwirklicher, lese ich. Welches Potenzial ist gemeint, das der Mitarbeiter oder das der zu beratenden Kunden?

Stefan Kemény: Das ist mit Absicht doppeldeutig - wir verstehen es als unsere Aufgabe, das volle Potenzial unserer Mitarbeiter zu entfalten und ihnen ständig zu helfen, sich als Berater weiterzuentwickeln. Dabei hat der Mitarbeiter viele Freiheiten, seine eigene Beraterpersönlichkeit zu entfalten. Das macht uns sehr vielseitig und hilft unseren Kunden, auch ihr eigenes volles Potenzial in den Projekten zu entfalten. Unsere Mitarbeiter eint der Antrieb, sich nicht mit dem Durchschnitt zufrieden zu geben.

CONSULTING.de: Ihre Beratung sitzt in München, also in einer Stadt, in der es einige Top-Jobs zu vergeben gibt. Wir schaffen Sie es, in einem solchen Umfeld an gute Leute zu kommen? Mit Versprechen oder überdurchschnittlichem Gehalt?

Stefan Kemény: Nur mit Geld und Versprechungen gewinnt man nicht die richtigen Mitarbeitenden für sich. Eine wettbewerbsfähige Vergütung wird von den Bewerbern zwar vorausgesetzt, aber Dinge wie nicht monetäre Nebenleistungen, ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Flexibilität spielen heute eine große Rolle. Da sind wir sehr gut aufgestellt und erfolgreich - insbesondere unsere Unternehmenskultur und der nach elf Jahren immer noch spürbare Start-Up-Spirit haben einen großen Anteil daran.

CONSULTING.de: Sie beraten vor allem im technischen Bereich. Eigentlich wollte ich Sie fragen, wie wichtig Ihnen Bewerbungen von Frauen sind, doch jetzt muss ich doch wieder nach einem Foto fragen. Auf der Teamseite ist eine Frau mit einem Helm unter dem Arm abgebildet und daneben steht: "Wir sind Ihr Mann." Was möchten Sie damit sagen?

Stefan Kemény: Wir hatten immer Schwierigkeiten damit, Frauen für uns zu begeistern - erfreulicherweise hat sich das in den letzten Jahren massiv geändert. Die Fotos sollen bewusst polarisieren und mit Gegensätzen kokettieren, und genau das tut auch diese Abbildung - das sind übrigens keine Models, sondern tatsächlich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Unsere Beraterinnen sind genauso kompetent wie ihre männliche Kollegen, das Geschlecht macht da keinen Unterschied. Der Kunde bekommt eben genau den Berater, der in der jeweiligen Situation benötigt wird - unabhängig davon, ob dieser dann männlich oder weiblich ist.

CONSULTING.de: Vielen Dank!

Das Interview führte Tilman Strobel

Veröffentlicht am: 09.04.2018

 

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