Interviews mit GPTW-Gewinnern 2018

GPTW®-Gewinner Profil M

"Mitarbeiterbindung heißt, nie am Ende anzukommen"

Anja Beenen, Geschäftsführerin Profil M

09.04.2018 - Das Beratungsteam von Profil M betont direkt auf der Homepage, wie wichtig Vertrauen zu den Kunden, aber auch zwischen den Team-Mitgliedern ist. Anja Beenen ist Geschäftsführerin und erläutert im Interview nicht nur, wie sie das bei Profil M hinbekommen. Sondern auch, welche HR-Trends momentan eine besondere Rolle spielen. weiterlesen

 
GPTW® -Gewinner Reichenberger & Partner

"Die Generalisten sterben aus"

Partnerin Sandra Reichenberger (Bild: Reichenberger & Partner)

09.04.2018 - Dass Steuerberaterkanzleien auch cool sein können, davon ist Sandra Reichenberger, Partnerin bei Reichenberger & Partner Steuerberatungsgesellschaft, überzeugt. Vielleicht gehört die Firma auch deshalb zu den Gewinnern des Great Place To Work®-Wettbewerbs. In unserem Interview beschreibt Sie außerdem, wie es gelingt, Mitarbeiter zu wichtigen Spezialisten zu machen. weiterlesen

 

Interview mit GPTW-Projektleiterin Carla Jutkeit

"Es darf keinerlei Einfluss auf das Antwortverhalten der Mitarbeitenden genommen werden." 

Carla Jutkeit ist seit 2016 Projektleiterin des Branchenwettbewerbs „Beste Arbeitgeber im Consulting“ bei Great Place to Work® Deutschland. Die studierte Erziehungswissenschaftlerin ist bereits seit 2013 für die Kölner Kulturentwickler tätig und unterstützt insbesondere Unternehmen der Consultingbranche auf ihrem Weg zu einer exzellenten Arbeitsplatzkultur und hohen Arbeitgeberattraktivität. 

CONSULTING.de: Frau Jutkeit, 31 Beratungshäuser dürfen sich mit der Great Place to Work® Auszeichnung "Beste Arbeitgeber im Consulting 2018" schmücken. Wie ermitteln Sie attraktive Arbeitgeber? Wie funktioniert der Wettbewerb? 

Jutkeit: Es handelt sich um einen offenen Wettbewerb, an dem Beratungshäuser aller Größen aus ganz Deutschland teilnehmen können. Die Unternehmen stellen sich dabei freiwillig einer unabhängigen Prüfung ihrer Arbeitgeberqualität und dem Urteil der Mitarbeitenden. Die besten Arbeitgeber werden auf Basis eines Benchmarkings im gesamten Teilnehmerfeld differenziert nach drei Größenklassen als Ranking ermittelt. Bewertungsgrundlage sind eine Mitarbeiterbefragung zur erlebten Arbeitsplatzkultur und ein Audit zu den eingesetzten Maßnahmen der Personalarbeit. 31 von 54 Consultingunternehmen erfüllten in diesem Jahr die Auszeichnungsschwelle und konnten sich auf der Besten-Liste platzieren.

CONSULTING.de: Der Umsatz der Consultingbranche ist 2017 um fast zehn Prozent zum Vorjahr gestiegen und auch die Prognosen des BDU für 2018 verheißen Gutes. Bedeuten rosige Zeiten im Beratergeschäft auch, dass Stress den Arbeitsalltag dominiert oder haben Top-Arbeitgeber genau dies im Griff?

Jutkeit: Auf alle Fälle sind die Top-Arbeitgeber im Vergleich bereits deutlich fortgeschrittener, zugleich manchmal aber auch noch auf dem Weg. Natürlich stellt die Consultingbranche grundsätzlich hohe Ansprüche an die Belastbarkeit ihrer Mitarbeitenden. Und auch hier haben sich die Arbeitsprozesse in den letzten Jahren stark verdichtet und beschleunigt. Schaut man auf die aktuellen Branchenergebnisse im Ganzen, zählen Work-Life-Balance und betriebliche Gesundheitsförderung durchaus zu den Themen, in denen Nachholpotenzial besteht. 

CONSULTING.de: Die Beurteilungen der Mitarbeiter machen zwei Drittel der Gesamtbewertung der Unternehmen aus. Könnten diese nicht vielleicht vorher gebrieft worden sein? Wie schließen Sie das aus? 

Jutkeit: Durch klare und verbindliche Vereinbarungen mit allen Teilnehmerunternehmen. Diese verpflichten sich in schriftlicher Form zur Einhaltung der Wettbewerbsregeln. Unternehmensverantwortliche und Mitarbeitervertretung müssen dies bestätigen. Zu den Regeln zählt ganz ausdrücklich auch, dass keinerlei Einfluss auf das Antwortverhalten der Mitarbeitenden genommen werden darf. Zuwiderhandlungen führen zum Ausschluss vom Wettbewerb und weiteren ernsthaften Konsequenzen. Die Mitarbeiterbefragung wird zudem in geschützter anonymer Form durchgeführt; mögliche Regelverstöße können zudem von jedem Mitarbeitenden anonym gemeldet werden. Darüber hinaus hat Great Place to Work® weitere Kontrollmechanismen auf Ebene der Datenanalyse etabliert. 

CONSULTING.de: Unzufriedene Mitarbeiter könnten ihren Chefs die Auszeichnung Ihres Hauses ja auch schon mal unter die Nase halten, um sie daran zu erinnern, doch bitte ein guter Arbeitgeber zu sein. Denn eine Auszeichnung stellt doch immer auch eine gewisse Verpflichtung dar, oder nicht?

Jutkeit: In der Tat ist mit jeder Auszeichnung immer auch Ansporn und eine Verpflichtung für die Zukunft verbunden. Sich einfach auf einer einmaligen Auszeichnung auszuruhen, wäre ein recht kurzsichtiger Weg. 

Gute Arbeitgeberqualität muss dauerhaft spürbar sein, im Alltag immer wieder neu erarbeitet und bestätigt werden. Hierzu zählt natürlich auch der lösungsorientierte Umgang mit vorhandenen Unzufriedenheiten oder Konflikten. Die Bestandsaufnahme liefert allen Teilnehmern – den nichtplatzierten wie den im Vergleich besten Arbeitgebern – dazu spezifische Ergebnisse und Impulse für die eigene Weiterentwicklung. Bisweilen sind die ausgezeichneten Unternehmen in der Umsetzung von Verbesserungen und in ihrem Streben nach Exzellenz sogar konsequenter als solche, von denen man dies spontan zunächst mehr erwarten könnte. Sie wissen um die hohe Bedeutung einer attraktiven und zukunftsorientierten Arbeitsplatzkultur für den Unternehmenserfolg. Zugleich sollte der Stolz auf das bisher Erreichte und dessen Würdigung nicht zu kurz kommen.

CONSULTING.de: Vielen Dank! 

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