"Die Beraterin muss von ihrem Konzept und sich selbst überzeugt sein!"

Nicole Büter, Büter Controlling & Consulting

Im Sommer 2021 wagte Nicole Büter den Schritt in die Selbständigkeit. Wie ist ihr Blick als Gründerin auf die Consulting-Branche? Welche Herausforderungen bringt ein Leben als selbständige Beraterin mit sich – und welche Vorteile für das Privat- und Familienleben?

Nicole Büter, Geschäftsführende Gesellschafterin - Büter Controlling & Consulting auf CONSULTING.de (Bild: Büter Controlling & Consulting)

Was haben Sie ursprünglich studiert?

Nicole Büter: Ich habe im Jahr 2013 meine Ausbildung zur Bürokauffrau als eine der Jahrgangsbesten abgeschlossen. Ich erhielt ein Stipendium und finanzierte mir so den Betriebswirt (mit dem Schwerpunkt Management). Diesen schloss ich ebenfalls mit einer sehr guten Note ab. Aktuell befinde ich mich in einem weiteren Fernstudium an der IU (Internationale Hochschule) und strebe dort den Bachelor in Finanzmanagement an. Diesen Abschluss werde ich voraussichtlich 2023 erhalten.

Was waren Ihre ersten Berührungspunkte mit der Consultingbranche?

Nicole Büter: Als externe Beraterin war ich bisher nicht tätig.

Ich war während meiner Festanstellungen allerdings stets in Beratungspositionen (beispielsweise als interne Datenschutzbeauftragte, im Controlling, als stellvertrende Niederlassungsleitung) eingesetzt und intern die Ansprechpartnerin vor und während Entscheidungsprozessen. Ich habe schnell gemerkt, dass Konzeption und strategisches Denken auf allen Unternehmensebenen das A und O während Beratungsprozessen sind, sowohl innerhalb der internen als auch der externen Beratung. Ebenso nicht zu unterschätzen ist die analytische Phase und deren fachgerechte Interpretation, welche jeder Konzeption vorausgeht.

Ich habe innerhalb eines Start-ups die Möglichkeit bekommen, die Finanzstruktur (das interne Rechnungswesen mit den Schnittstellen zur Buchhaltung) des Unternehmens aufzubauen. Diese Aufgabe hat mich damals sehr geprägt und war sozusagen mein "erster Beratungsauftrag". Ich habe ein Konzept entwickelt und das System implementiert. Während meiner Anstellung habe ich das Unternehmenscontrolling mit allen Elementen und dem eigens entwickelten System durchgeführt und regelmäßig optimiert.

Wie sind Sie zum Consultant geworden?

Nicole Büter: Ich habe den Mut aufgebracht, ein Unternehmen mit einem entsprechenden Unternehmenskonzept zu gründen, welches die Beratungsbereiche beinhaltet in denen ich mich als fachlich geeignet sehe.

Was vielleicht für einige ein Nachteil wäre, ist für mich ein Vorteil. Zum Beispiel sehe ich es als Vorteil an, dass ich bisher nicht direkt in Consultant-Unternehmen beschäftigt war. So kann ich die für mich beste Vorgehensweise wählen und innerhalb der Beratungsprojekte eigene Strukturen schaffen. Ich habe dennoch meine Methoden, welche ich bereits jetzt für Implementierungsprozesse in der strategischen Beratung bevorzuge, wie die Balanced Scorecard (gerne als dynamisches Tool) oder eine Umsetzung nach Hoshin Kanri, mit welcher ich meinen Grundsatz der Partizipation wunderbar verfolgen kann.

Wenn Sie nicht Consultant geworden wären, was wäre die Alternative gewesen?

Nicole Büter: Ich wäre als Festangestellte weiterhin im Controlling geblieben, aber auch das externe Controlling ist ein Geschäftsbereich meines Unternehmens.

Welche 3 Eigenschaften muss eine Person bereits zu Beginn für diesen Beruf mitbringen?

Nicole Büter: Strategisches, analytisches sowie konzeptionelles Denken und Handeln, dazu Problemlösungskompetenz und außerdem Ehrgeiz und Überzeugungskraft.

Die Beraterin muss von ihrem Konzept und sich selbst überzeugt sein!

Was machen Sie konkret in Ihrer Tätigkeit als Consultant?

Nicole Büter: Ich kümmere mich um Externes Controlling (Übernahme des Controllings als Interimslösung oder langfristig) und Controlling-Beratung (Konzeption und Implementierung eines internen Controlling-Systems), übernehme aber auch strategische und operative Beratung von Unternehmen und leiste Support im Datenschutz.

Auf welchen beruflichen Erfolg sind Sie besonders stolz?

Nicole Büter: Auf den Karriereweg:

2013
Die Besten-Ehrung für das Abschlussjahr im Ausbildungsberuf "Bürokauffrau". Ich belegte mit der Gesamtleistung meiner Ausbildung den 2. Platz und wurde somit als eine/r der Jahrgangsbesten ausgezeichnet.

2014
Den Erhalt meines Weiterbildungsstipendiums aufgrund herausragender Leistungen während der Ausbildung und der Abschlussprüfung. Das Stipendium finanzierte mir meinen Betriebswirt und den Zertifikatslehrgang zur Datenschutzbeauftragten.

Mein Mitwirken am Aufbau einer Controlling- und Finanzstruktur in einem Start-up, aber auch die Erfahrung am gesamten unternehmerischen Aufbau beteiligt zu sein hat mein Bild in Bezug auf die Prozessentwicklung innerhalb eines Unternehmens nachhaltig verändert. Die Wichtigkeit der operativen Planung und die Mitarbeiterakzeptanz der Strategie wurde mir im Zusammenhang des Aufbaus bewusst.

2018
Die Projektarbeit im Rahmen des Betriebswirtes an der afw Wirtschaftsakademie Bad Harzburg, welche mit 1,0 bewertet wurde. Der Umstrukturierungsprozess, wie in der Arbeit beschrieben, wurde in der Praxis genauso durchgeführt und hat zu nachhaltigem Erfolg im Unternehmen geführt.

2021
Schließlich die Entscheidung zur Unternehmensgründung und die damit einhergehende Konzeptionierung eines externen Controlling-Systems.

Der Aufbauprozess des Unternehmens und die Herausforderungen, welche mit der Gründung zu meistern waren, haben mich in den letzten Monaten wachsen lassen.

Was macht Ihnen besonders Spaß an der Tätigkeit als Consultant?

Nicole Büter: Der Erfolg innerhalb eines Unternehmens, wenn entwickelte Konzepte und gegebene Handlungsempfehlungen das richtige Vorgehen darstellen. Die Kommunikation und Abstimmung mit dem Kunden innerhalb der Projekte.

Was vermissen Sie manchmal an Ihrem Job?

Nicole Büter: Das kann ich bisher noch nicht beurteilen. Aktuell gehe ich in meiner Tätigkeit sehr auf und habe innerhalb meines ersten Projektes nur positive Erfahrungen gemacht.

Die Arbeit als Consultant gilt gemeinhin als wenig familienfreundlich: Viele Überstunden, viele Reisen. Wie ist das bei Ihnen? Wie vereinbar ist Ihr Job mit der Familie?

Nicole Büter: Aktuell ist es noch besser zu vereinbaren als eine Festanstellung, da ich mir meine Arbeitszeiten entsprechend einteilen kann und mein Unternehmenskonzept auf Remote-Arbeit ausgelegt ist.

Haben Sie ein Zertifikat, das Sie selbst als Consultant auszeichnet?

Nicole Büter: Bisher nicht.

Wie bilden Sie sich selbst weiter?

Nicole Büter: Aktuell befinde ich mich in einem Fernstudium mit dem Abschluss B.A. Finanzmanagement.

Wenn Sie zehn Jahre in die Zukunft schauen: Werden Sie dann immer noch als Consultant arbeiten?

Nicole Büter: Ja, davon bin ich überzeugt.

Würden Sie den Beruf des Consultants weiterempfehlen?

Nicole Büter: Bisher ja!

Ihre Präferenz: Selbstständigkeit oder Angestelltenverhältnis?

Nicole Büter: Auf jeden Fall Selbständigkeit!

Über die Person:

Nicole Büter, Geschäftsführende Gesellschafterin - Büter Controlling & Consulting (Bild: Büter Controlling & Consulting)
Nicole Büter ist Gründerin und seit Juni 2021 Geschäftsführende Gesellschafterin der Büter Controlling & Consulting GmbH. Sie verfügt über etwa sechs Jahre Berufserfahrung im Controlling, davon zwei Jahre als stellvertretende Niederlassungsleitung. Ihren Abschluss als Betriebswirtin mit dem Schwerpunkt Management machte sie 2018 und absolviert aktuell parallel zu ihrer Consulting-Tätigkeit ein Studium im Finanzmanagement.

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