Auf das richtige Pferd gesetzt

Mit einer einzigartigen Idee und einem spannenden Beratungsauftrag konnten sich Unternehmer und Unternehmungen aus der Region für das Projekt #zehntausend des VIA der TU Dortmund bewerben und ein Beratungsprojekt im Wert von 10.000 Euro gewinnen. Sich gegen die Konkurrenz durchsetzen und überzeugen konnte schlussendlich der Alleinunternehmer Jürgen Hachmeier, Gründer der Avarela Reitsport UG.

Bereits seit 1992 führen die Mitglieder von VIA strategische und operative Projekte für größtenteils kleine und mittelständische, aber auch international tätige Unternehmen durch. Jürgen Hachmeier plante die Herstellung und den Vertrieb der "Riders Longe", einem europaweit patentierten Produkt. Mit der Longe soll das Longieren von Pferden einfacher und vor allem sicherer sein. Die Markteinführung eines Produktes, für das es derzeit kein vergleichbares Substitut auf dem Markt gab, stellte jedoch eine große Herausforderung für die studentischen Berater dar.

Neben den finanziellen Aspekten sind hier Marktcharakteristika und insbesondere gut durchdachte Organisationsstrukturen des Unternehmens für einen Erfolg von großer Bedeutung. Um dies gewährleisten zu können, musste ein interdisziplinäres Team die Produktidee von vielen Seiten beleuchten und bewerten. Daraus entstand das Beratungsprojekt Reitsport, welches im Wesentlichen die Erstellung eines Businessplans für die Herstellung des neuen Produktes umfasste.

Mit der "Riders Longe", einem europaweit patentierten Produkt, soll das Longieren von Pferden einfacher und vor allem sicherer sein.
Mit der "Riders Longe", einem europaweit patentierten Produkt, soll das Longieren von Pferden einfacher und vor allem sicherer sein.

Am Anfang steht der Businessplan

In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden wurde ein Businessplan verfasst, in dem die Unternehmung vom Projektteam in allen Bereichen unter die Lupe genommen und geplant wurde. "Die Arbeit mit jungen, motivierten studentischen Beratern ist eine ganz neue Erfahrung. Das Engagement und die Qualität sind bemerkenswert", beschreibt Jürgen Hachmeier seine Eindrücke. Die motivierten Berater sahen sich vor große Herausforderungen gestellt, besonders anspruchsvoll war die Aufgabe, die komplette Wertschöpfungskette bis in das letzte Detail nachvollziehbar aufzuschlüsseln. Begonnen wurde dabei mit der Produktion bei mehreren externen Dienstleistern und insgesamt erstreckte sie sich über die Montage durch eine soziale Einrichtung bis hin zum Vertrieb.

Insbesondere die Kalkulation und termingenaue Planung von Transportwegen stellte die Unternehmung und somit auch das Team vor Schwierigkeiten. Deutschlandweit mussten Dienstleister und Bestellprozesse so geplant werden, dass diese tagesgleich an die Montagestätte anliefern können. Durch eine akribische Feinplanung mit der Berücksichtigung von möglichen Verzögerungen gelang es dem Team jedoch, in Rücksprache mit den Dienstleistern, einen Produktionsplan aufzustellen und die komplette Wertschöpfungskette abzubilden.

Die komplette Wertschöpfungskette musste untersucht werden – hier zu sehen eine schematisch vereinfachte Skizze der Planung.
Die komplette Wertschöpfungskette musste untersucht werden – hier zu sehen eine schematisch vereinfachte Skizze der Planung.

Mithilfe der TU den Markt analysiert

Darüber hinaus standen die Studenten vor der Aufgabe Marktdaten zu sammeln und auszuwerten, die Aufschluss darüber geben sollten, wie der Markt und andere Akteure auf die Einführung des Produktes reagieren würden. Daraus resultierende Kennzahlen lieferten außerdem eine wichtige Grundlage für die anzusetzende Preisspanne und ermöglichten die Erfassung von kundenindividuellen Wünschen. Die Marktanalyse stellte das Team insgesamt vor große Hürden. Über das zu betrachtende Marktsegment waren bisher wenig Daten vorhanden, weswegen Studien über Verbände bezogen werden mussten und das Team stark auf den internen Wissenspool VIAs, wie die Unterstützung durch einen Professor der TU Dortmund, angewiesen war.

Marktanalysen sind grundsätzlich zeitaufwendig und setzen natürlich voraus, dass eine Datengrundlage besteht. In diesem Fall begrenzte sich die Marktanalyse am Ende des Projektes auf die Auswertung der vorhandenen Studien, jedoch werden nun im Rahmen eines Folgeprojektes über Umfragen weitere Daten vom Projektteam generiert. Jürgen Hachmeier ist überzeugt: "Auch nach Projektabschluss werde ich den Kontakt zu den Beratern und dem Verein halten. Man weiß nie, wann man wieder einen guten Rat gebrauchen kann!" Eine Ergebnisübergabe heißt auch aus Sicht der Berater, dass man den Kontakt halten sollte. Und so schauen sowohl die Berater als auch die Avarela Reitsport UG nach erfolgreichem Abschluss des Projekts gespannt in die Zukunft und auf ein weiteres gemeinsames Folgeprojekt.

Veröffentlicht am: 26.11.2015

 

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