"Als Consultant entwickelt man sich immer weiter"

Christine Mareen Rupp, Deloitte

Deloitte ist ein Global Player unter den Beratungen. Wer Teil des Teams werden möchte, sollte sich vorher ausführlich mit der Consultingbranche auseinander gesetzt haben. Das sagt Christine Mareen Rupp, sie ist Partnerin, Leiterin Operations Transformation und ExCo-Mitglied bei Deloitte Consulting.

Christine Mareen Rupp (Bild: Deloitte)
Christine Mareen Rupp (Bild: Deloitte)

CONSULTING.de: Frau Rupp, manche sagen, die Beraterbranche sei schon einmal attraktiver für junge Leute gewesen. Was versprechen Sie denen, die sich dennoch bewerben?

Rupp: Durch die Digitalisierung bieten sich für Berater immer neue Tätigkeitsfelder und damit die Möglichkeit, an Zukunftsthemen mitzuarbeiten. Big Data, Analytics, Augmented Reality oder Artificial Intelligence beeinflussen unsere Kunden substanziell – und damit auch unser Angebot. Durch diese immer wieder neuen Anforderungen an uns, ist eine steile Lernkurve auch in zukunftsweisenden Themen garantiert.

CONSULTING.de: Angenommen, Sie sollen eine Anzeige schalten und darin drei Gründe nennen, warum es großartig ist, bei Ihnen in der Firma zu arbeiten. Welche wären das?

Rupp: Wir vereinen ein globales Netzwerk von Experten aus allen Bereichen in einer Start-up-Atmosphäre. Vor allem die Vielzahl der Projekte in sehr unterschiedlichen Branchen bieten sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten. Unser Arbeitsumfeld ist geprägt von Innovationen, jeder Menge Kreativität und Kollegialität.

CONSULTING.de: Es heißt immer, die Consulting-Branche sei offen für AbsolventInnen aus allen Studienbereichen. Bei welchen Studiengängen schauen sie dennoch zwei Mal hin?

Rupp: Durch den Auf- und Ausbau von Deloitte Digital, des Deloitte Analytics Institute, der Digital Factory oder des Neuroscience Institutes wird deutlich, dass wir Bedarf an der Expertise aus fast allen Wissensbereichen haben. Darüber hinaus kommen unsere Kunden aus allen Branchen. Damit wir für jedes Projekt das passende Know-how an Bord haben, beschäftigen wir sogar Lebensmitteltechnologen oder Neurowissenschaftler.

CONSULTING.de: Wie sehen bei Ihnen die Auswahlverfahren aus?

Rupp: Für Hochschulabsolventen führen wir Bewerbertage durch, mit dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens. Solch ein Tag besteht aus einer Vorstellung unsererseits sowie der Möglichkeit für die Kandidaten, über den ganzen Tag hinweg Fragen zu stellen. Zudem führen wir Interviews und die Kandidaten bearbeiten und präsentieren eine Case Study. Beim "Meet the Consultant" stehen jüngere Kollegen Rede und Antwort und berichten über den Einstieg bei Deloitte.

CONSULTING.de: Unabhängig von Ihrem Studien-Background: Bei welchen Themen sollten BewerberInnen unbedingt fit sein?

Rupp: Wer sich in unserem Bereich Consulting bewirbt, sollte sich vorher mit der Consultingbranche auseinandersetzen. Was macht Beratung aus, welche Mitbewerber gibt es, welche Trends sind auf dem Beratungsmarkt aktuell zu beobachten. Unabhängig davon sollten die Bewerber auf eine Frage, weshalb sie sich ausgerechnet bei uns beworben haben, vorbereitet sein.

CONSULTING.de: Was mögen Sie überhaupt nicht im Bewerbungsgespräch?

Rupp: Wenn wir einen Kandidaten zum Gespräch einladen, wollen wir den Menschen hinter dem CV kennenlernen. Schließlich müssen beide Seiten zueinander passen, die Chemie muss einfach stimmen. Wer dann nicht authentisch ist und sich hinter seinem Lebenslauf versteckt, sammelt keine Pluspunkte.

CONSULTING.de: Wie arbeiten Sie einen neuen Mitarbeiter ein, der bislang nur wenig Berührung mit Wirtschaftsthemen hatte?

Rupp: Aus einem breiten Angebot an funktionalen und industrie-spezifischen Trainingsangeboten stellen wir für jeden neuen Mitarbeiter ein passgenaues Trainingsangebot zusammen, um den Einstieg zu erleichtern. Ein erfahrener Counselor steht dem neuen Mitarbeiter als Wegbegleiter und Mentor zur Seite und unterstützt bei der Auswahl geeigneter Projektrollen. Auch der Austausch mit den Kollegen innerhalb von Consulting wird kontinuierlich im Rahmen interner Veranstaltungen und Trainings gefördert.

CONSULTING.de: Warum arbeiten Sie gerne im Consulting?

Rupp: Mich persönlich inspirieren insbesondere drei Punkte. Erstens: Als Consultant haben wir die Chance mit unseren Klienten an komplexen und anspruchsvollen Themen zu arbeiten. Zweitens: Die Ausbildung und Entwicklung von Mitarbeiter begeistert mich persönlich – ich selbst durfte viele Jahre von dieser "taking somebody under your wing" Philosophie meiner Mentoren profitieren. Drittens: Und schlussendlich - Consulting ist eine "lifelong learning experience" – man entwickelt sich stets weiter und lernt nie aus.

CONSULTING.de: Wie sieht der erste Tag eines Junior-Consultants bei Ihnen aus?

Rupp: Die ersten vier Tage verbringen unsere neuen Kollegen in unserem Düsseldorfer Office. Neben der offiziellen Begrüßung und Vorstellung unserer Bereiche werden die Kolleginnen und Kollegen mit Equipment ausgestattet und erhalten erste Trainings. Auch das Networking kommt nicht zu kurz. Insbesondere beim gemeinsamen Abendessen und dem ein oder anderen Altbier kann das erste Netzwerk aufgebaut werden. Nach dem Onboarding haben die Kollegen das nötige Handwerkszeug im Gepäck, um auf dem Projekt starten zu können.

CONSULTING.de: Nach einer Woche fragt ein Neuling nach Work-Life-Balance – frech oder erlaubt?

Rupp: Das Thema Work-Life-Balance thematisieren wir bereits im Bewerbungsprozess. Wer sich für einen Einstieg in die Beratung entscheidet, muss sich vorher damit auseinandersetzen, ob die Reisetätigkeit und längere Arbeitszeiten ein Problem darstellen. Wir haben jedoch unterschiedliche Karrieremodelle, d.h. auch Rollen, bei denen die Reisetätigkeit nicht mehr so hoch ist. Zudem versuchen wir, durch moderne Arbeitszeitmodelle wie Mobile Working, Part-Time oder ähnliches eine stärkere Work-Life-Balance zu erzielen.

CONSULTING.de: Vielen Dank für das freundliche Gespräch, Frau Rupp!

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