"Die Beraterbranche war noch nie attraktiver als jetzt!"

Hanka Smiejczak, 4flow

Spezialisierte Fachberatungen bieten Beraterinnen und Beratern die Möglichkeit, sich inhaltlich auf das zu konzentrieren, was Ihnen besonders liegt. Hanka Smiejczak ist Managerin bei 4flow, die über den Unternehmensbereich 4flow consulting Managementberatung, Konzeption und Umsetzungsunterstützung für Logistik und Supply Chain Management bieten. Sie gibt in unseren zehn Fragen Einblicke in ihre Branche.

Hanka Smiejczak (Bild: 4flow)
Hanka Smiejczak (Bild: 4flow)

CONSULTING.de: Frau Smiejczak, manche sagen, die Beraterbranche sei schon einmal attraktiver für junge Leute gewesen. Was versprechen Sie denen, die sich dennoch bewerben?

Smiejczak: Ich finde, die Beraterbranche war noch nie attraktiver als jetzt! Zugegeben, der Zeitgeist hat sich verändert, denn die Generationen Y und Z erobern die Arbeitswelt und haben andere Ansprüche. Die Beraterbranche hat etwas gebraucht, um sich an die veränderten Erwartungen anzupassen. Jedoch bietet sie heute zwei Dinge, die sich die neuen Generationen wünschen: Durch immer mehr spezialisierte Fachberatungen, wie auch 4flow eine ist, haben junge Leute die Möglichkeit, das zu tun, worauf sie inhaltlich Lust haben und worin sie einen Mehrwert sehen. Zweitens hat auch die Beraterbranche den Trend zu einer besseren Work-Life-Balance erkannt. Flexible Arbeits- und Lebenszeitmodelle sind bei meinem Arbeitgeber jedenfalls möglich. Interessant zu sehen ist doch auch, wie Industrieunternehmen versuchen, mit Trainee-Programmen jungen Leuten das zu geben, was sie schon seit eh und je in der Beratung bekommen: Abwechslung. Dazu bietet die Beratung eine steile Lernkurve und eine hochmotivierende Team-Atmosphäre, was will man mehr?

CONSULTING.de: Angenommen, Sie sollen eine Anzeige schalten und darin drei Gründe nennen, warum es großartig ist, bei Ihnen in der Firma zu arbeiten. Welche wären das?

Smiejczak: Erstens: Gemeinsam größer werden. 4flow wächst seit der Gründung vor 18 Jahren stetig und es macht unglaublich Spaß, für eine Firma zu arbeiten, der es gut geht. Dieses Wachstum schafft für jeden Mitarbeiter viel Freiraum, sich zu entwickeln – in welche Richtung auch immer sie oder er es möchte. Zweitens: Gemeinsam Spaß haben. Es mag unglaublich klingen, ist aber wahr: Ich habe bei 4flow noch keinen Mitarbeiter getroffen, mit dem ich nicht arbeiten und ein Bier trinken wollen würde. Der Schlag Mensch, den wir einstellen, macht einfach Spaß –während und nach der Arbeit. Drittens: Gemeinsam exzellent sein. Exzellenz bildet zusammen mit Respekt, Nachhaltigkeit und Kundenorientierung unsere vier Unternehmenswerte und prägt mich in meiner alltäglichen Arbeit am meisten. Der hohe Anspruch, den wir an unsere Arbeit haben, ist etwas sehr Wertvolles, Anspornendes, Inspirierendes. Dank der großen Hilfsbereitschaft und auch des gemeinsamen 4flow-Geists, der zum Beispiel keinen Platz für "Abteilungsdenken" lässt, wird kein Mitarbeiter auf dem Weg zur Exzellenz allein gelassen. 

Bild: 4flow
Bild: 4flow

 

CONSULTING.de: Es heißt immer, die Consulting-Branche sei offen für AbsolventInnen aus allen Studienbereichen. Bei welchen Studiengängen schauen sie dennoch zwei Mal hin?

Smiejczak: In unserer Fachberatung, die schwerpunktmäßig Wirtschaftsingenieure einstellt, bin ich das ideale Beispiel dafür, dass es tatsächlich auch anders geht. Ich bin Wirtschaftswissenschaftlerin und habe rein akademisch nie etwas mit Logistik oder Supply Chain Management zu tun gehabt. Was bei einem Bewerber bei uns, egal mit welchem Studienhintergrund, nicht fehlen darf, ist die Leidenschaft für Logistik. Naturgemäß findet man eher selten Studierende der Sozial- oder Kommunikationswissenschaften mit einer Leidenschaft für unser Fach. Aber falls doch, sind wir absolut bereit, uns von der Begeisterung des Bewerbers mitreißen zu lassen. In unserem angrenzenden Unternehmensbereich für 4PL-Dienstleistungen, der auch ausschließlich Logistik macht, haben wir beispielsweise einen Kollegen, der aus dem Modebereich zu uns gewechselt ist.

CONSULTING.de: Wie sehen bei Ihnen die Auswahlverfahren aus?

Smiejczak: In der Beratungsindustrie allgemein und auch bei uns sind mehrstufige Auswahlprozesse die Regel und keine Assessment Center. Nach der schriftlichen Bewerbung folgt idealerweise ein Telefoninterview. Ist dies geschafft, laden wir ein zum Bewerbertag an unseren Hauptsitz in Berlin. Hier folgen im besten Fall drei Interviewrunden, wobei es nach jeder Runde ein Feedback an den Bewerber gibt. Die erste Interviewrunde beinhaltet eine fachliche Präsentation und persönliche Vorstellung, die der Bewerber Zuhause vorbereitet. Die zweite Runde ist eine logistische Fallstudie, die vor Ort bearbeitet, präsentiert und diskutiert wird. Abgeschlossen wird ein erfolgreicher Bewerbertag mit einem finalen Gespräch, in dem noch mal viel Platz für Fragen des Bewerbers an uns ist. Idealerweise bekommt der Bewerber oder die Bewerberin am Folgetag eine positive Rückmeldung von uns. Wir versuchen unseren Bewerbungsprozess innerhalb von wenigen Wochen abzuschließen, vom Bewerbungseingang bis zur Entscheidung – Schnelligkeit und Flexibilität hat für uns auch im Recruiting einen hohen Stellenwert.

CONSULTING.de: Unabhängig von Ihrem Studien-Background: Bei welchen Themen sollten BewerberInnen unbedingt fit sein?

Smiejczak: Zahlen, Daten, Fakten – ist ein typisches Credo in unserer alltäglichen Arbeit. Bei uns dreht sich viel um Quadratmeter, Personalzahlen, Auslastung, Kosten, Transportvolumen – ein Gefühl für Zahlen sollten Bewerber also mitbringen. Dazu gehört auch eine Auffrischung der Fähigkeiten im Kopfrechnen. Fachlich, sage ich immer, ist die Logistik keine Atomphysik, da man sich auch schnell viel aneignen kann. Dennoch ist die grundsätzliche Fähigkeit, in Prozessen, Abläufen und Strukturen zu denken, unabdingbar. Gleiches gilt für die Leidenschaft für Logistik. 

Bild: 4flow
Bild: 4flow

 

CONSULTING.de: Was mögen Sie überhaupt nicht im Bewerbungsgespräch? 

Smiejczak: Eine schwierige Frage, denn so richtige No-Gos habe ich bisher nicht erlebt. Was die Stimmung manchmal ins Wanken bringt, sind Bewerber, die sich nicht auf die Interviewfragen und Übungen einlassen. Knappe Antworten, unüberlegte Schnellschüsse können dann so ein Gespräch ins Stocken bringen. Es ist grundsätzlich immer gut, mit viel Energie in das Interview reinzugehen, seine Antworten gut zu durchdenken und zu begründen. 

CONSULTING.de: Wie arbeiten Sie einen neuen Mitarbeiter ein, der bislang nur wenig Berührung mit Wirtschaftsthemen hatte? 

Smiejczak: Neue Mitarbeiter werden bei uns direkt in den Berateralltag integriert, auch in allen fachlichen Themen. Dass sie am Anfang noch keine Experten sind, ist uns auch bewusst, dennoch denken wir, dass angeleitete, echte Projektarbeit die beste Schule ist. In unserem Umfeld haben wir vorrangig mit Logistikprozessen, Transportkosten und dergleichen zu tun – hier werden neue Mitarbeiter Schritt für Schritt von ihrem Projektleiter angelernt. Sind die Abstimmungsschleifen am Anfang noch sehr engmaschig, lernen neue Mitarbeiter aber auch mit jedem Aufgabenpaket viel dazu. Auch lernen sie, ihr Netzwerk im Unternehmen zu nutzen und so etwaige Wissenslücken zu schließen. Der direkte Kontakt zu unseren Kunden ist uns dabei für eine schnelle Lernkurve besonders wichtig, weil wir viel Wert auf die Umsatzbarkeit unserer Konzepte legen. Da nützt es wenig, wenn ein neuer Mitarbeiter die Welt nur aus unserem Bürofenster kennt. Parallel hierzu gibt es bei uns auch ein ausgedehntes fachliches Schulungsprogramm, in dem neue Mitarbeiter ein breites Grundwissen erlangen und erfahrenere Kollegen ihr Know-how erweitern. 

CONSULTING.de: Warum arbeiten Sie gerne im Consulting?

Smiejczak: Da gibt es zum einen die offensichtlichen Dinge, nämlich die Abwechslung und die steile Lernkurve, die die drei bis vier Projekte pro Jahr idealerweise in unterschiedlichen Industrien und Fachbereichen mit sich bringen. Auch den Mix unterhalb der Woche finde ich persönlich spannend. Von Montag bis Donnerstag sind wir vor Ort beim Kunden und freitags am 4flow-Standort. Außerdem schätze ich die Projektarbeit sehr, da es immer ein definiertes Endziel gibt, auf das wir systematisch zuarbeiten und es am Ende auch feiern können. Ein Projektabschluss ist eine unglaubliche Motivation – nicht, weil das Projekt „endlich vorbei“ ist, sondern weil man etwas Greifbares erreicht hat. Vor allem aber mag ich die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen. Jede Beraterfirma entwickelt natürlich ihre eigene Kultur, aber in der Branche im Allgemeinen trifft man auf besonders ambitionierte, smarte und motivierte Mitarbeiter – Das ist ein unglaublich inspirierendes und energiegeladenes Arbeitsumfeld für mich. 

CONSULTING.de: Wie sieht der erste Tag eines Junior-Consultants bei Ihnen aus?

Smiejczak: Ich erinnere mich noch heute genau an meinen ersten Tag bei 4flow, weil er einfach toll war und ganz anders als das, was ich von anderen Jobeinstiegen oder Praktika gewöhnt war. Den ersten Tag verbringt man bei uns nicht damit, sich einen Schreibtisch zu suchen, bei der IT-Abteilung seine E-Mail zu beantragen oder sich in endlose Selbstschulungen einzulesen. Stattdessen hat jeder neue Mitarbeiter einen individuellen Einarbeitungsplan, der am ersten Tag die Übergabe aller nötigen Arbeitsmaterialien beinhaltet – vom Telefon über den Rechner bis zur Visitenkarte. Auch beinhaltet er erste Gespräche mit Projektleitern und Führungskräften. Somit ist man ab dem ersten Tag einsatzbereit. Darüber hinaus bekommt man eine Hausführung und die einzelnen Unternehmensbereiche stellen sich vor. Auch für die Begleitung in der Mittagspause ist gesorgt, und man darf sich über einen kleinen Blumenstrauß am Schreibtisch freuen. Wir versuchen dafür zu sorgen, dass sich jeder Mitarbeiter ab dem ersten Tag bei uns wohl fühlt. Dafür ist eine gute Vorbereitung das A und O, denn auch wir haben nur einmal die Gelegenheit, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Am zweiten Tag fliegt man als Junior-Consultant idealerweise direkt zu seinem Kunden und taucht ein in die Beraterwelt mit allem was dazugehört!

CONSULTING.de: Nach einer Woche fragt ein Neuling nach Work-Life-Balance – frech oder erlaubt?

Smiejczak: Oft kommt diese Frage schon viel früher, nämlich im Bewerbungsgespräch und ich habe absolut kein Problem damit, denn es gehört einfach zu der heutigen Generation dazu. Jeder Einsteiger in der Beraterbranche sollte sich bewusst sein, dass man sich einen dynamischen Beruf aussucht, in dem es Spitzenzeiten und aber auch Ruhezeiten gibt. Das verlangt dem Neuling ein gewisses Maß an Flexibilität ab, die man sicher in anderen Arbeitsumgebungen nicht braucht. Oft fällt es gerade jungen Beratern noch schwer, auch genau diese Ruhezeiten zu nutzen, weil man jederzeit besonderes Engagement zeigen möchte. Als Projektleiter habe ich die Aufgabe darauf zu achten, dass wir Ergebnisse liefern, wenn sie gebraucht werden. Aber ich achte genauso darauf, dass das Team auch wieder Energie tankt, wenn wir die Möglichkeit dazu haben.

CONSULTING.de: Vielen Dank für das Interview!

Veröffentlicht am: 02.05.2018

 

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