Junge Beratertalente finden und binden

Recruiting

Um die Gen Y und Z für sich zu gewinnen und sich den Beraternachwuchs zu sichern, kommt es für Consultingfirmen vor allem auf eines an: Sie müssen offen sein für die digitale Welt und eine neue Art des Arbeitens. Was heißt das konkret? CONSULTING.de hat Antworten.

(Bild: shock - fotolia.com)
(Bild: shock - fotolia.com)


Von Petra Walther

Stellenangebot inserieren und Hunderte Bewerbungen erhalten? So läuft es für Consultingfirmen immer weniger, wenn sie junge Beratertalente gewinnen möchten. Die Vertreter der Generationen Y und Z – die ab 1981 Geborenen – lesen kaum noch Inserate in Zeitungen. Sie sind mit dem Internet und der mobilen Kommunikation aufgewachsen, in der digitalen Welt zu Hause. Dort müssen die Beratungsunternehmen sie “abholen“. Denn die wenigsten der Digital Natives suchen selbst nach einem Job. Sie haben es gar nicht nötig, aufgrund des Fachkräftemangels konkurrieren heute die Unternehmen um die Bewerber statt umgekehrt – auch in der für junge Leistungsträger einstmals so begehrten Beraterbranche.

Das heißt: Die Consultants sind gefordert, von sich aus aktiv auf potenzielle Bewerber zugehen, diese zu umwerben. Social-Media-Plattformen wie Facebook, Xing und LinkedIn als Recruiting-Kanal zu nutzen, ist dabei ein wichtiges Mittel der Wahl. Zudem gilt es, so genannte passive Bewerber zu binden: Kandidaten, die in Online-Jobbörsen auf eine dort publizierte Stellenanzeige klicken, also potenziell auf Jobsuche sind, sich aber nicht bewerben.

Sich digital und mobil zeigen

Consultingfirmen sollten Interessenten auf der Karriereseite immer die Möglichkeit geben, ihren Namen und die Mailadresse zu hinterlegen, und bestenfalls auch angeben können, an welchen Themen und Tätigkeitsfeldern sie Interesse haben. So kann das Beratungsunternehmen gezielt mit dem jeweiligen Kandidaten Kontakt aufnehmen, und ihn informieren, wenn eine für ihn passende Vakanz frei ist.

Allerdings werden die Vertreter der Gen Y und Z wohl nur dann ihre Kontaktdaten eintragen, wenn die Website fürs Smartphone bzw. iPhone optimiert ist. Beratungsunternehmen, die mit ihrer Homepage nicht den Ansprüchen an Mobilität gerecht werden, verlieren automatisch an Arbeitgeber-Attraktivität. Die Digital Natives bevorzugen Unternehmen, die digitale Kompetenz zeigen. Falls noch nicht gegeben, muss das Thema “Mobile Recruiting“ daher ganz nach oben auf die To-do-Liste für künftige Rekrutierungsansätze.

Transparent sein

Wichtig für Consultingfirmen ist aber nicht nur, zu wissen, wo sie die Gen Y und Z abholen können, sondern auch wie. Die jungen Potenzialträger ticken ganz anders als Vertreter der Babyboomer. Die hohe Internetaffinität und Nutzung von mobilen Endgeräten ist dabei nur ein Merkmal. Hinzu kommen bestimmte wertebedingte Ansprüche. So ist Transparenz sehr wichtig für die Gen Y. Wie beim Kauf von Produkten, informieren sie sich auch in Sachen Arbeitgeber über die Erfahrungen anderer. Aus diesem Grund ist die Präsenz auf Bewertungsplattformen wie kununu.de zu überlegen. Positives Feedback wird junge Talente anziehen. 

Selbstbestimmtes agiles Arbeiten ermöglichen

Wer Angst vor schlechten Bewertungen hat, sollte das als Zeichen sehen, um sich mit dem Betriebsklima im Hause auseinanderzusetzen. Die Generationen Y und Z legen großen Wert darauf, was für eine Kultur in einem Unternehmen herrscht. Neben transparenter Kommunikation und einer damit verbundenen klaren Zielformulierung erwarten die jungen Leute die Möglichkeit, selbstbestimmt zu arbeiten. Beratungsunternehmen, die immer noch klassisch hierarchisch aufgestellt sind, müssen umdenken und ihre starren Strukturen aufbrechen. Sie müssen flache Hierarchien schaffen und selbstbestimmtes, agiles Arbeiten fördern. So läuft New Work.

Flexible Arbeitsmodelle für eine gute Work-Life-Balance bieten

Auch die Arbeitsmodelle gilt es zu überprüfen. Die Gen Y legt Wert auf Work-Life-Balance, auf ausreichend Zeit für Freizeit und Familie. Die wenigsten sind noch bereit, fünf Tage die Woche geschäftlich unterwegs zu sein und unzählige Überstunden anzuhäufen. Beratungsunternehmen, die die Möglichkeit für flexibles Arbeiten bieten – etwa durch Teilzeit oder Homeoffice – steigern ihre Arbeitgeberattraktivität. Mittels Tools für virtuelle Meetings ist vieles machbar. Es gilt, sie zu nutzen. Sonst haben die Consultingfirmen beim Kampf um den Beraternachwuchs das Nachsehen.

Finden und binden: Lesen Sie mehr zum Thema Recruiting in unserem Schwerpunkt Consulting 2017: WORK FORWARD

Veröffentlicht am: 01.09.2017

 

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