Warum Nachhaltigkeit in jedem Unternehmen Priorität haben sollte

Unternehmenstipps

Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Doch auch außerhalb einer guten Außenwirkung macht es für Unternehmen sinn, nachhaltig zu handeln. Welche Gründe bei Unternehmen für Nachhaltigkeit sprechen – jetzt auf CONSULTING.de lesen.

Solar-Staumauer (Bild: picture alliance/KEYSTONE | GAETAN BALLY)

Nachhaltigkeit fängt schon beim Strom an. Auf dem Bild zu sehen: Eine mit Solarzellen versehene Staumauer in der Schweiz (Bild: picture alliance/KEYSTONE | GAETAN BALLY)

Der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten, John Kerry, fand zuletzt beim UN-Klimagipfel klare Worte. Das Thema Nachhaltigkeit braucht eine höchste Priorität in Unternehmen, denn wer jetzt nicht agiert, der wird später mitgerissen und droht, unterzugehen. Vorreiter werden also gesucht, denn sie sind es, die die innovativen Ideen haben, die zuletzt wohl nicht mehr und nicht weniger retten werden, als die Kinder derjenigen, die heute daran denken, künftig Kinder zu haben. Nun werden auf Klimagipfeln oft große Reden gehalten. Den meisten Unternehmern ist absolut bewusst, dass die Nachhaltigkeit und die Reduktion des CO2-Ausstoßes sehr wichtig ist. Doch wie dies gelingen soll, bleibt gerne offen. Dabei kann tatsächlich jeder mithelfen – und dabei Geld sparen. Es gibt tatsächlich jetzt schon gute Gründe dafür, nachhaltig zu agieren und nicht abzuwarten.

Fehlende Nachhaltigkeit wird teuer

Die CO2-Steuer schlägt bei CO2-lastigen Unternehmen deutlich zu. Wer diesbezüglich nicht umdenkt, hat in den kommenden Jahren deutliche Mehrkosten zu stemmen. Grundsätzlich gibt es in vielen Bereichen schon nachhaltigere und somit auch günstigere Lösungen:

  • Strombedarf – der gewöhnliche Betriebsstrom kann bereits aus nachhaltigen Quellen erworben werden. Problembelasteter sind Betriebe, die einen hohen Strombedarf haben. Doch auch diesbezüglich gibt es erste Lösungen. Die grünen Lösungen sind schließlich auch günstiger, da die CO2-Bepreisung geringer ausfällt.
  • Eigengewinnung – Unternehmen können teilweise ihren eigenen Strom produzieren. Dies trifft wieder nur in Teilen auf stromintensive Betriebe zu, doch auch dort ist es möglich, wenigstens den Strom für die Verwaltung oder das Licht selbst zu erzielen.
  • Heizung/Kühlung – besonders die Kühlung dürfte sich in den nächsten Jahrzehnten als ein wichtiger Indikator darstellen. Gewöhnliche Klimaanlagen sind hingegen wenig klimaneutral, weshalb erneut auf nachhaltige Lösungen gesetzt werden muss.

Sicher ist, dass in den kommenden Jahren jeder Cent, der bei der Umstellung auf nachhaltige Betriebslösungen eingespart wird, über die CO2-Steuer und teuren Strom mehrfach ausgegeben werden muss.

Auch innerhalb der EU wird mittlerweile das Thema Nachhaltigkeit großgeschrieben: Der Green Deal setzt klare Zielein Bezug auf Treibhausgasemissionen für das Jahr 2030 und auf eine verstärkte Kreislaufwirtschaft. Hier werden ebenfalls Veränderungen erfolgen, die mittel- und langfristig jedoch sogar zu Einsparungen für Unternehmen führen können.

Der Markt verlangt Nachhaltigkeit

Sicherlich ist die Politik aktuell stark darauf fokussiert, Nachhaltigkeit in die Unternehmen und Betriebe zu bringen. Doch auch abseits der Gesetzgeber ändert sich Einiges, denn die Kunden erwarten ein Umdenken. Unternehmen, die diesen Umschwung vernachlässigen oder ignorieren, droht ein massiver Imageschaden und langfristig auch ein Umsatzverlust. Dabei lässt sich gerade diese Nachhaltigkeit teilweise mit kleinen Mitteln verbessern:

  • Verpackung – es ist ein Ärgernis für Kunden und viele strafen Unternehmen ab, wenn die Verpackungsmaterialien nicht zur Ware passen. Kurzum nehmen es viele Kunden nicht mehr anstandslos hin, wenn der USB-Stick in einem Karton von der Größe eines Pizzakartons geliefert wird. Auf diesem Gebiet können Unternehmen hervorragend agieren.
  • Verpackungsmaterial – nachhaltige Lösungen sind auch hier gefragt. Die mit Luft befüllten Plastikbeutel gehören der Vergangenheit an. So hat eine DS Smith-Umfrage ergeben, dass 9 von 10 Europäern bei einer Auswahl von Angeboten das Produkt mit weniger Plastikverpackung kaufen. Holzspäne, Stroh, teils Zeitungen, natürliches Füllmaterial aus Mais – all dies sind bessere und oft sinnvollere Lösungen, die nicht viel kosten. Wer nun auch noch die Rücknahme von Paketen erlaubt, sodass sie wiederverwendet werden können, der gewinnt.
  • Produktion – die Lieferengpässe zeigen es aktuell sehr deutlich auf: Deutsche Unternehmen haben sich zu stark auf die Produktion in anderen Ländern konzentriert. Darüber hinaus breitet sich der Wunsch, Produkte aus dem regionalen Raum zu erhalten, auf dem Markt aus. Ein Bekleidungsgeschäft produziert aktuell wieder in Mönchengladbach und probiert neue Technologien aus, die den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung minimieren.

Gerade im Bekleidungsbereich ist die Nachhaltigkeit mit all ihren Facetten immer wichtiger. Mittlerweile ist zu gut bekannt, was in einigen Produktionen geschieht, sodass die Zielgruppe für sich entscheidet, nach Alternativen zu schauen. Wer nun als Unternehmen handelt, kann diese Kunden für sich gewinnen.

Langfristige Geschäftsmodelle müssen nachhaltig sein

Die Worte klingen nach einem Klischee: Wir haben nur einen Planeten. Dennoch treffen sie zu, denn Geschäftsmodelle, die nicht auf Nachhaltigkeit setzen, graben sich irgendwann das eigene Wasser ab. Wie einfach Branchen zum Erliegen kommen, wenn simple Rohstoffe nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen, lässt sich am Verlagswesen erkennen. Da durch Corona und den Containerstau nicht ausreichend Papier zur Verfügung steht, können selbst große Verlagshäuser Auflagen nicht länger drucken. Auf Baustellen steht die Grundsteinlegung still, da nicht ausreichend Holz für die Verschalung vorhanden ist.

Werden diese Beispiele auf den Klimawandel ausgeweitet, so zeigen sich gut auf, was Unternehmen erwartet, die nicht heute schon damit beginnen, sich ihre Ressourcen gut und sorgfältig einzuteilen. Aber wie gelingt das?

  • Keine Verschwendung – durch gute Planung und den Einsatz moderner Technologien lassen sich Reststücke vermeiden, sodass Materialien vollständig genutzt werden können. Insbesondere die Verschwendung von Materialien ist ein großes Problem. Dies lässt sich auch auf die Reste der Unternehmenskantine ausweiten: Was geschieht mit den Lebensmitteln, die nicht verzehrt wurden? Selbst Fußballvereine haben dafür schon ihre Lösungen gefunden.
  • Alternativstoffe – einige Materialien werden im Laufe der Zeit knapp. Ein langfristiges Geschäftsmodell baut sich darauf auf, frühzeitig Alternativen zu testen und auf andere Ressourcen umzustellen.
  • Alternativmodelle – es ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Naturkatastrophen häufiger auftreten. Indirekt wird jedes Unternehmen davon betroffen sein. Eine langfristige Strategie bezieht diese Gefahr mit ein und sucht nach Alternativmodellen, die im Fall des Falles weiterhin das Unternehmen sichern.

Letztendlich ist es so, dass kein Unternehmen langfristig existieren kann, wenn es nicht vorausschauend plant. Wer verschwenderisch mit den Ressourcen umgeht, wird früher oder später keine geschäftliche Grundlage mehr haben, da wahlweise die Materialien fehlen, die Kosten zu hoch werden oder sich die Kunden abwenden.

Verpflichtungen gegenüber künftigen Generationen

Jedes Unternehmen, sei es noch so klein, hat eine Verantwortung. Zuerst ist es die gesellschaftliche Verantwortung, die auf den Regeln und Gesetzen aufbaut. Doch schließlich kommt die Verantwortung für die kommenden Generationen. Die meisten Unternehmensinhaber haben selbst Kinder, wünschen sich welche oder hoffen auf Enkelkinder. Hier beginnt die besondere Verantwortung:

  • Weichen stellen – letztendlich hätten die Weichen schon gestellt werden müssen, doch nun ist die letzte Möglichkeit dazu, sonst fährt der Zug gegen die Tunnelwand. Niemand kann den Klimawandel aufhalten, doch jeder kann direkt dazu beitragen, dass die Auswirkungen abgemildert sind.
  • Familienunternehmen – häufig wird gewünscht, dass eine Firma über Generationen weg im Besitz der Familie bleibt. Wer heute seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, der wird den künftigen Generationen diese Firma nicht überlassen können.
  • Global denken – die Nachhaltigkeit endet nicht an der Firmentür. Gerade die Müllentsorgung ist ein extremes Thema, welches die nachfolgenden Generationen in jedem Belang betreffen wird.

Aktuell wird vermutet, dass bereits im Jahr 2050 die durchschnittliche Temperatur Hamburgs der von Nordspanien gleicht. Mit jedem Kilometer südlich wird es wärmer, bis in München ungefähr die Temperatur Süditaliens erreicht wird. Um ein Unternehmen auf Langfristigkeit einzustellen und den kommenden Generationen gerecht zu werden, ist also Handeln geboten.

Fazit – Nachhaltigkeit hat Priorität

Für Betriebe sind ein Umdenken und das Vorantreiben von nachhaltigen Verfahren sowie einer entsprechenden Strategie ein Faktor, der vielfach darüber entscheiden wird, wie langfristig das Unternehmen bestehen kann. Auf den ersten Blick bedeutet diese Umstellung Kosten, die bei genauerer Betrachtung jedoch eher als Investitionen in die Zukunft verstanden werden können.

Die Politik fordert nachhaltiges Denken in allen Bereichen ein. Hinzu kommt das Umdenken der aktuellen Kunden, denn sie sind immer mehr an entsprechenden Lösungen und Produkten interessiert, strafen aber Betriebe ab, die den Klima- und Ressourcenschutz vernachlässigen. Für das eigene Geschäftsmodell ist das Umdenken ohnehin notwendig, gerade dann, wenn der Betrieb weiter bestehen und den nächsten Generationen übergeben werden soll. Ressourcen werden künftig knapp, selbst Wasser könnte durchaus in Deutschland zu einem heißen Thema werden, worunter Produkten mit einem hohen Wasserbedarf wieder leiden werden.

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