"Wir arbeiten daran, unsere Gesellschaft fit für die digitale Zukunft zu machen"

Dana Orthaus, Sopra Steria Consulting

Dana Orthaus ist in der Position Lead Talent Akquisition bei Sopra Steria Consulting tätig. Warum das Thema Work-Life-Balance in der ersten Arbeitswoche eher keine Rolle spielt und weitere Fragen beantwortet sie im Interview.

Dana Orthaus (Bild: Sopra Steria Consulting)

Dana Orthaus (Bild: Sopra Steria Consulting)

Manche sagen, die Beraterbranche sei schon einmal attraktiver für junge Leute gewesen. Was versprechen Sie denen, die sich dennoch bewerben?

Das Finden geeigneter Bewerberinnen und Bewerber ist das eine, aber mindestens genauso wichtig ist es, die guten Leute zu halten und zu fördern. Es gehört zu unserer Unternehmenskultur, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv weiterzubilden – vom ersten Tag an mit individuellen Coachings und Patenschaften über methodische Trainings bis hin zu Präsenztrainings und E-Learning-Einheiten für den Erwerb spezieller Zertifikate.

Wir versprechen ereignis- und arbeitsreiche Tage, die mit abwechslungsreichen und herausfordernden Projekten bei namhaften Kunden aus allen Branchen gefüllt sind. In unserer DNA sind eigenverantwortliches und flexibles Arbeiten in motivierten Teams fest verankert; Ellenbogenmentalität und Konkurrenzdenken gehören entgegen aller Beratungsklischees nicht dazu.

Und wir bieten modernes Arbeiten – mit einer ausgeglichenen Work-Life-Balance, flexiblen Arbeitszeitkonten, Homeoffice und mobilem Arbeiten sowie der Möglichkeit, sich in einem Sabbatical dem persönlichen Lebensziel oder sozialen Projekten zu widmen.

Angenommen, Sie sollen eine Anzeige schalten und darin drei Gründe nennen, warum es großartig ist, bei Ihnen in der Firma zu arbeiten. Welche wären das?

  • Bei uns wird Führung klein und Teamarbeit großgeschrieben.
  • Wir lernen mit- und voneinander: Statt "up or out" setzen wir auf "together up"
  • Um erfolgreich zu sein, sind wir auf hoch motivierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Daher haben wir vielfältige Möglichkeiten für individuelle Weiterbildung und berufliche Weiterentwicklung geschaffen.

Es heißt immer, die Consulting-Branche sei offen für Studierende aller Studienbereiche. Bei welchen Studiengängen schauen sie dennoch zwei Mal hin?

Wir brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eigenverantwortlich und systematisch arbeiten können. Das lernt jede und jeder, der an einer Hochschule einen Abschluss macht – unabhängig vom Studienfach. Was da fachlich noch fehlt, können sie bei uns lernen. Allerdings sind für uns alle Studiengänge mit ökonomischem oder IT-Bezug und mit dem Fokus auf neue Technologien besonders wichtig, weil wir uns genau in diesen Themen bewegen.

Wie sehen bei Ihnen die Auswahlverfahren aus?

Hat uns jemand mit seinen oder ihren Bewerbungsunterlagen überzeugt, findet ein erstes persönliches oder telefonisches Gespräch zum Kennenlernen statt. Der Kandidat oder die Kandidatin sollte uns einzelne Stationen aus dem Lebenslauf kurz darstellen können. Dort sowie in einem möglichen zweiten Gespräch werden wir auch über die Aufgaben sprechen, die mit einer ausgeschriebenen Stelle verbunden sind. Zu diesen Gesprächen gehört es schließlich, schnellstmöglich Feedback zu geben. Wir freuen uns auch darüber, wenn wir von ihnen eine Rückmeldung zum Prozess und den Gesprächen bekommen.

Unabhängig von Ihrem Studien-Background: Bei welchen Themen sollten Bewerberinnen und Bewerber unbedingt fit sein?

Sie sollten Lust darauf haben, Menschen aus anderen Unternehmen dabei zu beraten und zu unterstützen, mithilfe moderner Technologien ihr Arbeitsleben und ihre Arbeitsprozesse zu verbessern. Dazu erwarten wir natürlich eine gewisse IT-Affinität sowie die Fähigkeit zu ganzheitlichem Denken und Handeln. Zu unserem Job gehört auch eine gewisse Mobilität, die bei den Bewerberinnen und Bewerbern auf eine gewisse Reiselust treffen sollte.

Was mögen Sie überhaupt nicht im Bewerbungsgespräch?

Ich erwarte schon, dass sich die Bewerberinnen und Bewerber im Vorfeld mit unserem Unternehmen und dem möglichen Job auseinandergesetzt haben. Unmotivierte und unvorbereitete Kandidatinnen und Kandidaten mag ich demnach nicht.

Wie arbeiten Sie einen neuen Mitarbeiter ein, der bislang nur wenig Berührung mit Wirtschaftsthemen hatte?

Wir bieten ein auf den individuellen Bedarf zugeschnittenes Welcome- und Graduate-Programm sowie ein Paten- oder Mentoring-System, bei dem sie beim Einstieg praxisnah begleitet werden.

Warum arbeiten Sie gerne im Consulting?

Wir stehen nur selten auf der großen Bühne, aber wir arbeiten im Hintergrund entscheidend daran mit, unsere Gesellschaft mit ihren Unternehmen und Organisationen zu modernisieren und fit für die digitale Zukunft zu machen. Das ist ein sehr fordernder, aber auch sehr kreativer, kommunikativer und abwechslungsreicher Job – buchstäblich am Puls der Zeit. Die Digitalisierung verändert übrigens auch meine eigene Arbeit, wie meine Kollegin es vor kurzem dem kleinen Roboter Nao für unsere Videoreihe Nao‘days erzählt hat.

Wie sieht der erste Tag eines Junior-Consultants bei Ihnen aus?

Neue Angestellte nehmen zuerst an unserem zwei Tage dauernden Onboarding-Event WELCOME teil. Sie lernen ihre Kolleginnen und Kollegen kennen und haben Gelegenheit sich zu vernetzen. Sie bekommen einen Paten/eine Patin zugeteilt, der oder die sie in den kommenden Wochen bei ihrem Einstieg in den neuen Job begleitet.

Nach einer Woche fragt ein Neuling nach Work-Life-Balance - frech oder erlaubt?

Unrealistisch: Das haben wir längst im Bewerbungsgespräch geklärt... Aber im Ernst: Wir finden Work-Life-Balance wichtig und bieten (s. oben) konkrete Maßnahmen dazu an. Es gibt überhaupt keinen Grund, danach erst nach Wochen oder gar Monaten zu fragen.

Dana Orthaus ist seit 2014 bei Sopra Steria Consulting tätig. Nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau und einem BWL-Studium in Bielefeld arbeitete sie zunächst einige Jahre im HR Bereich.

Veröffentlicht am: 23.08.2018

 

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