„Wir sind überzeugt: der Beratungsberuf ist nach wie vor sehr attraktiv!“

Natascha Nowotny, Horváth & Partners

12.04.2018

Horváth & Partners ist eine internationale Unternehmensberatung für Unternehmenssteurerung und Performanceoptimierung. Bei der Suche nach neuen Beratern sind analytisches und strukturiertes Denken, unkonventionelle Ideen und der unabdingbare Schuss Humor wichtiger als das Wissen um bestimmte Themen. Zehn Fragen an Natascha Nowotny, Head of Recruiting bei Horváth & Partners Management Consultants.

Natascha Nowotny (Bild: Horváth & Partners)

Natascha Nowotny (Bild: Horváth & Partners)

CONSULTING.de: Frau Nowotny, manche sagen, die Beraterbranche sei schon einmal attraktiver für junge Leute gewesen. Was versprechen Sie denen, die sich dennoch bewerben?

Nowotny: Wir glauben, dass der Beratungsberuf nach wie vor sehr attraktiv ist. Die herausfordernde Arbeit an Projekten, die frühe Übernahme von Verantwortung, die Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit viel zu lernen und zu erfahren, ist nach wie vor sehr reizvoll - gerade für Einsteiger. Der Ruf der Branche mag in den letzten Jahren – gerade durch die Diskussion um Work-Life Balance – etwas gelitten haben. Bisweilen assoziiert man das Klischee des Beraters, der zwar Erfolg hat, aber nur wenig Privatleben. Uns ist es daher wichtig, potentiellen Kandidaten ein möglichst transparentes Bild über die Tätigkeit in der Beratung bei Horváth & Partners zu vermitteln. Eine gesunde Balance zwischen anspruchsvollen Projekten und Privatleben ist die Voraussetzung für überdurchschnittliche Ergebnisse - davon sind wir überzeugt. Der regelmäßige berufliche Ausgleich ist ein von der Unternehmensführung gewollter und von den Mitarbeitern gelebter Wert: unser Versprechen an unsere Mitarbeiter und an Bewerber.

CONSULTING.de: Angenommen, Sie sollen eine Anzeige schalten und darin drei Gründe nennen, warum es großartig ist, bei Ihnen in der Firma zu arbeiten. Welche wären das?

Nowotny: Allen voran sicherlich der Spaß an der gemeinsamen Arbeit im Team. Wir suchen Kollegen, die andere Menschen begeistern können und Spaß an den vielfältigen Herausforderungen der Beratungstätigkeit haben. Darüber hinaus sind es die anspruchsvollen Aufgaben, die es täglich zu bearbeiten gibt. Unsere Mitarbeiter überzeugen durch Kompetenz und Umsetzungsstärke. Es sind nicht die Ellbogen, durch die man hier auf sich aufmerksam macht, sondern die Beiträge zur Lösung der Herausforderungen unserer Kunden. Hierbei arbeiten wir, und das ist uns sehr wichtig, stets auf Augenhöhe. Wir glauben, dass nur so jeder sein Bestes geben kann. Die anspruchsvollen Aufgaben und das kollegiale, partnerschaftliches Miteinander, eingebettet in einer Unternehmenskultur, die uns immer weiter reifen, wachsen und stärker werden lässt,  sind die drei Gründe, die Horváth & Partners einzigartig machen. Jeden einzelnen von uns, aber auch das gesamte Unternehmen.

CONSULTING.de: Es heißt immer, die Consulting-Branche sei offen für AbsolventInnen aus allen Studienbereichen. Bei welchen Studiengängen schauen sie dennoch zwei Mal hin?

Nowotny: Sicherlich haben wir einen großen Schwerpunkt auf wirtschaftswissenschaftlichen oder technisch orientierten Studiengängen. Wichtig ist, dass relevante Anknüpfungspunkte zu unseren Beratungsschwerpunkten vorhanden sind. Gleichermaßen von Interesse wie der  Studiengang ist die gesammelte, studienbegleitende Praxiserfahrung. Insofern schauen wir immer zwei Mal hin, um die gesamten Erfahrungen und die Passung eines Bewerbers zu prüfen. 

CONSULTING.de: Wie sehen bei Ihnen die Auswahlverfahren aus?

Nowotny: Haben uns die Bewerbungsunterlagen überzeugt, so laden wir zu persönlichen Gesprächen ein. Die Unterlagen prüfen wir dabei auch immer bereichsübergreifend für unterschiedliche Positionen. Für den Einstieg als Praktikant führen wir ein persönliches Gespräch, für den Festeinstieg als Absolvent und mit beruflicher Erfahrung durchlaufen die Bewerber zwei Interviewrunden mit Fallstudien und Präsentationen. Bei sehr umfangreicher Berufserfahrung gestaltet sich der Auswahlprozess je nach Position und Funktion individuell. Ganz gleich für welche Position, ist es uns wichtig, in den Gesprächen auf gegenseitige Erwartungen, Möglichkeiten und Synergien einzugehen, um letztlich gemeinsam zu entscheiden, ob wir zueinander finden. 

CONSULTING.de: Unabhängig von Ihrem Studien-Background: Bei welchen Themen sollten BewerberInnen unbedingt fit sein? 

Nowotny: Es gibt keine expliziten Themen, die unabdingbar sind, um den Beraterjob ausführen zu können. Bei uns arbeiten Experten mit sehr unterschiedlichem Know-how. Nur so lassen sich heute komplexe Beratungsaufgaben optimal lösen. Da geht es beispielsweise um Strategie, Innovationen, Organisationsfragen und Prozesse, aber auch um Vertrieb, Finanzen und IT. Ein gewisses Grundverständnis von wirtschaftswissenschaftlichen Themenstellungen und dem,  was die jeweilige Branche ausmacht und mit welchen Themen sie aktuell konfrontiert ist, sollten unsere Kandidaten mitbringen. Wichtiger als das Wissen über ein bestimmtes Thema sind uns ein ausgeprägtes, analytisches und strukturiertes Denkvermögen, unkonventionelle Ideen, ein ausgeprägter Teamgeist, eine hohe Sozialkompetenz sowie der für uns sehr wichtige Schuss Humor. 

CONSULTING.de: Was mögen Sie überhaupt nicht im Bewerbungsgespräch? 

Nowotny: Das Bewerbungsgespräch dient dazu auf gegenseitige Erwartungen, Möglichkeiten und Synergien einzugehen. Denn die Entscheidung, ob man zueinander findet, ist letztlich von einem beidseitigen Interesse abhängig. Ganz gleich, um welche Position es geht - für uns ist jedes Auswahlverfahren gleichermaßen von Bedeutung. Wir bereiten uns auf jedes Gespräch mit Kandidaten gründlich vor. Daher erwarten wir auch von unseren Bewerbern eine Vorbereitung auf uns und ein ernsthaftes Interesse an der Tätigkeit. Wenn das Gespräch mit fehlender Vorbereitung oder keiner ernsthaften Absicht geführt wird, ist dies etwas, das wir nicht besonders schätzen. 

CONSULTING.de: Wie arbeiten Sie einen neuen Mitarbeiter ein, der bislang nur wenig Berührung mit Wirtschaftsthemen hatte? 

Nowotny: Wir schauen sehr individuell, was der Einzelne braucht, um fachliches Wissen kontinuierlich aufzubauen und sein Potential auszuschöpfen. Hierzu steht unseren neuen Kollegen von Beginn an ein erfahrener Mentor zur Seite, um im Rahmen eines Entwicklungsplans die individuelle Entwicklung zu begleiten und zu fördern. Ganz gleich mit welchem Background die neuen Kollegen zu uns kommen, erfolgt der Einstieg bei uns als Training-on-the-Job, wobei zunächst spezielle Einführungsschulungen durchlaufen werden. Danach ist jeder Berater in unserem Hause aufgefordert, kontinuierlich an der eigenen Qualifikation zu arbeiten. Wir unterstützen dies durch umfassende Weiterbildungsprogramme, wie bspw. dem Trainingscurriculum, der Horváth & Partners Business School, durch unsere Camp-Veranstaltungen sowie durch das Angebot, sich im Rahmen einer berufsbegleitenden Dissertation oder eines (Executive) MBA-Studiums wissenschaftlich weiter zu qualifizieren. 

CONSULTING.de: Warum arbeiten Sie gerne im Consulting?

Nowotny: Die Frage würde ich gerne dahingehend beantworten, warum ich gerne bei Horváth & Partners arbeite. Das dynamische Umfeld, die hochmotivierten Kollegen und das kollegiale und partnerschaftliche Miteinander machen Horváth & Partners für mich aus. Immer wieder an neuen Herausforderungen zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit meinem Team einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung und zum Wachstum des Unternehmens zu leisten - das begeistert mich, jeden Tag aufs Neue.

CONSULTING.de: Wie sieht der erste Tag eines Junior-Consultants bei Ihnen aus? 

Nowotny: Der Einstieg bei Horváth & Partners gestaltet sich individuell - je nachdem, ob man als Absolvent, mit erster oder umfangreicher Berufserfahrung zu uns kommt. Eines bleibt jedoch gleich: Alle neuen Mitarbeiter starten bei uns mit einer zentralen Einführungsveranstaltung. Hier erfahren unsere neuen Mitarbeiter alles, was Sie zur Orientierung in der für Sie noch unbekannten Horváth-Organisation benötigen – von unserer Strategie über die Unternehmensstruktur bis hin zu unseren Ansätzen im Projektmanagement und den Qualitätsstandards. Nebenbei werden hier natürlich auch erste Kontakte zu Kollegen aufgebaut. Danach geht es so schnell wie möglich auf das erste Beratungsprojekt - wir sind davon überzeugt, dass die Lernkurve durch aktive Projektarbeit mit herausfordernden Aufgaben am besten gestaltet werden kann. 

CONSULTING.de: Nach einer Woche fragt ein Neuling nach Work-Life-Balance – frech oder erlaubt?

Nowotny: Erlaubt! Eine gesunde Work-Life-Balance genießt bei uns einen hohen Stellenwert - sie ist nach unserer Einschätzung unbedingt notwendig, wenn man langfristig als Berater erfolgreich sein möchte. Daher thematisieren wir dies bereits im Bewerbungsprozess sehr transparent. Denn uns ist bewusst, dass die Arbeit in einer Unternehmensberatung mit spannenden Projekten und Kunden immer auch zeitintensiv ist. Wir betreiben aber keinen Kult um lange Arbeitszeiten oder arbeiten die Nächte durch, sondern bemühen uns die täglichen Arbeitszeiten im vertretbaren und gesunden Rahmen zu halten. Unsere Wochenenden sind grundsätzlich arbeitsfrei - diese Zeit ist für die Familie, Freunde und Hobbys vorgesehen. Außerdem bieten wir flexible Arbeitszeitmodelle oder die Möglichkeit einer Auszeit, wenn unsere Mitarbeiter einen ganz persönlichen Traum verwirklichen möchten.

CONSULTING.de: Vielen Dank für das interessante Gespräch, Frau Nowotny!

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