"Wir suchen Menschen, die die people side gestalten wollen"

Sebastian Hämmerl, pme Familienservice

Die pme Familienservice Gruppe ist ein privater Beratungs- und Vermittlungsdienst. Große Flexibilität, ein hohes Maß an Autonomie und flache Hierarchien prägen die Arbeit. Zehn Fragen an Sebastian Hämmerl, Consultant für Personalstrategie sowie Regionalleiter der Geschäftskundenbetreuung Süd bei der pme Familienservice Gruppe.

Sebastian Hämmerl © pme Familienservice

Sebastian Hämmerl © pme Familienservice

CONSULTING.de: Herr Hämmerl, manche sagen, die Beraterbranche sei schon einmal attraktiver für junge Leute gewesen. Was versprechen Sie denen, die sich dennoch be-werben?

Hämmerl: Versprechen können wir unseren Bewerbern auf jeden Fall, dass Sie keine standardisierten, bereits ausgetretenen Pfade beschreiten müssen. Im Gegenteil: Unser Beratungsalltag ist von starker Individualität und mentaler Flexibilität geprägt. Jedes unserer ca. 800 Unternehmen hat unterschiedliche Strukturen, Menschen, Entscheidungswege, Arbeitszuschnitte und finanzielle wie personelle Kapazitäten. Dafür braucht es Menschen mit Ideen, Mut und Selbständigkeit.
Außerdem ist unser Berateralltag beim pme Familienservice gegenüber dem gängigen Vorurteil nicht von einer fehlenden Work-Life-Balance betroffen. Wir haben ganz normale Arbeitszeiten von Montag bis Freitag. Und wir vertreten mit unserer Dienstleistung und unseren Services einen sehr menschlichen Bestandteil dieser Gesellschaft. Das merkt man bei uns auch im Miteinander unter Kollegen.  

CONSULTING.de: Angenommen, Sie sollen eine Anzeige schalten und darin drei Gründe nennen, warum es großartig ist, bei Ihnen in der Firma zu arbeiten. Welche wären das?

Hämmerl: Das wäre mit Sicherheit als Erstes die große Flexibilität, mit der jeder Berater und jede Beraterin seine persönlichen Bedürfnisse und beruflichen Termine matchen kann. Wir gestehen unseren Mitarbeitern ein hohes Maß an Autonomie zu, das aber logischerweise auch mit einer notwendigen und wichtigen Dienstleistungsorientierung gegenüber dem Kunden in Einklang gebracht werden muss. Das gelingt bei uns aber sehr gut.
Als zweiten Grund würde ich unsere sehr flachen Hierarchien nennen, die es jedem möglich machen, seine Ideen und Strategien ohne große Genehmigungsschlaufen direkt mit der Unternehmensleitung zu besprechen und voranzutreiben. Und als dritten Grund kann man jedem Bewerber nennen, dass er einen enorm vielfältigen Einblick in viele hunderte Unternehmen bekommt. Der Lernfaktor für einen persönlich ist dabei sehr stark. 

CONSULTING.de: Es heißt immer, die Consulting-Branche sei offen für AbsolventInnen aus allen Studienbereichen. Bei welchen Studiengängen schauen sie dennoch zwei Mal hin?

Hämmerl: Wir schauen in der Regel immer zweimal hin, weil uns der Mensch interessiert und nicht nur seine Ausbildung. Natürlich gibt es für bestimmte Bereiche in unserem Unternehmen zwangsläufig Vorgaben an die Qualifikation der Einzelnen, weil wir dies aufgrund des Inhalts oder externer Vorgaben von Unternehmen oder Ministerien erfüllen müssen. In unserem Beratungsalltag gegenüber unseren Kunden sind aber die Menschen mit ihren jeweiligen Qualifikationen so unterschiedlich wie wohl in keinem anderen Bereich der Consulting-Branche. Wir brauchen vor allem Menschen, die eine Idee davon haben, was sie für die "people side" von Unternehmen gestalten und entwickeln wollen und was sie dafür mitbringen. 

CONSULTING.de: Wie sehen bei Ihnen die Auswahlverfahren aus?

Hämmerl: Das kann ich nicht eindeutig beantworten. Recruiting ist doch immer etwas sehr subjektives. Wir haben deutschlandweit viele Standorte mit vielen verschiedenen Menschen, die entscheiden, wer eingestellt wird. In aller Regel versuchen wir aber so viele Bewerber wie möglich in einem persönlichen Vorstellungsgespräch kennenzulernen. Mit dem engeren Bewerberkreis folgt dann oft einzeln ein Kennenlernen mit dem Team. So haben beide Seiten die Möglichkeit zu „erspüren“, ob es passt oder eben nicht. Das Abklopfen der inhaltlichen Voraussetzungen findet dabei natürlich auch statt. Viel wichtiger ist es uns aber abschätzen zu können, ob hier der richtige Mensch am richtigen Platz zur richtigen Zeit ist.  

© pme Familienservice

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CONSULTING.de: Unabhängig von Ihrem Studien-Background: Bei welchen Themen soll-ten BewerberInnen unbedingt fit sein?

Hämmerl: Bewerber sollten ein brennendes Interesse für personalstrategische Fragen und Themen mitbringen. Darüber hinaus sollten sie sich auch aktiv mit gesellschaftlichen Entwick-lungen und Mega-Trends beschäftigten. Viele der in zwei bis drei Jahren von unseren Kunden angesprochenen Themen sind in aller Regel bereits jetzt schon durch Studien und gesellschaftliche Entwicklungen absehbare Trends, die wir zu antizipieren versuchen. Unser Job ist es, am Zahn der Zeit zu sein und uns Ideen für heute aber vor allem für morgen auszudenken, die unseren Unternehmenskunden und deren Beschäftigten dabei helfen, weiterhin erfolgreich, gesund und zufrieden sein zu können. Wir brauchen Menschen, die über den Tellerrand blicken können und dabei nicht erschrecken, sondern Lust auf Veränderung und Gestaltung bekommen.

CONSULTING.de: Was mögen Sie überhaupt nicht im Bewerbungsgespräch?

Hämmerl: Unehrlichkeit! Lücken oder bestimmte Entwicklungen im Lebenslauf genauso wie bestimmte berufliche Erfahrungen sollten immer ehrlich beantwortet und dargestellt werden. Mir ist es lieber, wenn ein Bewerber mit solchen Aspekte offen umgeht und darlegt, was er in dieser Zeit gelernt hat und woran er gewachsen ist. Außerdem sind Menschen, die narzisstische Züge zeigen, bei uns in aller Regel nicht richtig beheimatet. 

CONSULTING.de: Wie arbeiten Sie einen neuen Mitarbeiter ein, der bislang nur wenig Berührung mit Wirtschaftsthemen hatte?

Hämmerl: Training on the job ist hier das Stichwort. Bei uns gibt es natürlich zu Beginn immer auch einen fachlich fundierten Einarbeitungsteil, bei dem man die wichtigsten Job-Bestandteile und Themen von der Führungskraft und Team-Kollegen gelernt bekommt. Danach ist es vor allem auch wichtig rauszugehen und "Praxis-Luft" zu schnuppern. Zunächst natürlich in Begleitung von Kollegen mit dem Ziel, erst einmal viel zuzuhören und aufzusaugen. Mit der Zeit dann immer mehr mit dem Ziel, größer werdende Bestandteile der Beratung selbst zu übernehmen, um Sicherheit im "doing" zu bekommen. 

CONSULTING.de: Warum arbeiten Sie gerne im Consulting?

Hämmerl: Weil es jeden Tag was anderes ist und keine Eintönigkeit vorprogrammiert ist. Ich habe die Möglichkeit zu gestalten, zu entwickeln und Menschen von einer Sache zu überzeugen. Je länger dabei, desto stärker wird man auch als kompetenter Ansprechpartner und Experte von Kunden wahrgenommen. Das verstärkt die Lust am Lernen noch mehr und führt nicht nur zu charakterbildenden Eigenschaften, die im Job von Relevanz sind, sondern für das gesamte Leben von großem Mehrwert sein können. 

CONSULTING.de: Wie sieht der erste Tag eines Junior-Consultants bei Ihnen aus?

Hämmerl: Am ersten Tag ist ein Junior-Consultant bei uns erst einmal damit betraut, die Arbeitsumgebung und Kollegen kennenzulernen. Damit hat er schon mal jede Menge zu tun. Darüber hinaus findet, je nach Standort, ein größeres Team-Meeting statt, in dem ein weiteres Kennenlernen bei einem netten Frühstück ermöglicht wird, um die erste Nervosität zu nehmen. In aller Regel folgt dann auch zeitnah bereits eine Hospitation in anderen Fachbereichen, um ein Bild von uns als Unternehmen zu bekommen.

CONSULTING.de: Nach einer Woche fragt ein Neuling nach Work-Life-Balance – frech oder erlaubt?

Hämmerl: Ein Bewerber muss das in aller Regel bei uns nicht tun, weil wir bereits das Bewerbungsgespräch gezielt mit diesem Thema bestücken und vorab klären, wie die Arbeitsgestaltung aussehen kann und was man sich vorstellt. Wenn nach einer Woche etwas Unvorhergesehenes hinzukommt, dass einen einschränkt oder zu Veränderungen nötigt, sind wir mit Sicherheit das letzte Unternehmen, dass dafür keine Lösung findet.

CONSULTING.de: Vielen Dank!

Veröffentlicht am: 17.05.2018

 

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