9 unerwartete Erfolgsfaktoren für die Karriere im Consulting

Erfolg als Consultant

Das Consulting ist sicherlich kein Job für jedermann. Doch wer ein Händchen für die Beratung hat, auf den warten hier exzellente Karriereperspektiven. Trotzdem reicht eine gute Leistung heutzutage längst nicht aus, um Sprosse für Sprosse die Karriereleiter zu erklimmen. Stattdessen gibt es viele weitere Faktoren, welche über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden – und diese sind teilweise sehr ungewöhnlich. Wer eine Karriere im Consulting anstrebt, sollte sich daher einmal mit dem Thema auseinandersetzen. Was also gehört zu den unerwarteten Erfolgsfaktoren?

9 unerwartete Erfolgsfaktoren für die Karriere im Consulting (Bild: stock.adobe.com © Olivier Le Moal )

1.   Das „Vitamin B“

Als das sogenannte „Vitamin B“ wird das berufliche Netzwerk bezeichnet. Noch mehr als in anderen Branchen, kann dieses im Consulting viele Türen öffnen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Jobs, die sich auf dem verdeckten Stellenmarkt bewegen, um neue Kunden oder einen Auftritt als Experte bei einem Kongress. Die Möglichkeiten sind vielfältig und häufig eröffnen sich durch das „Vitamin B“ unerwartete Chancen, welche die Karriere auf ungeahnte Art und Weise beeinflussen, in eine neue Richtung lenken oder sie beschleunigen.

 Für Berater bedeutet das, ein besonderes Augenmerk auf das Networking zu legen. Denn hier ist die Zeit oftmals sinnvoller investiert als in den Versuch, herausragende Leistungen zu erbringen und beim Vorgesetzten positiv aufzufallen. Natürlich ist auch eine gute Leistung relevant, wenn es um den beruflichen Aufstieg geht, doch durch das Netzwerken – sei es online oder offline – kommen Berater häufig schneller voran, wenn es um ihre Karriere geht.

2.    Die Konformität

Den Führungskräften „gefallen“ zu wollen, ist dennoch eine gute Devise. Das bedeutet nicht, sich einzuschleimen oder gezielt den eigenen Chef zu kopieren. Doch in den Führungsriegen von Consulting-Unternehmen herrscht eine gewisse Konformität. Diese bezieht sich auf innere Faktoren wie das Verhalten ebenso wie auf äußere Faktoren, zum Beispiel die Optik. Gegen den Strom zu schwimmen, ist als Berater daher keine empfehlenswerte Strategie. Denn in den meisten Unternehmen ist es gang und gäbe, dass eben jene Mitarbeiter in Führungspositionen befördert werden, welche bestmöglich in den „Schwarm“ passen. Die Konformität stellt somit einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Karriere im Consulting dar, dennoch gilt es aber, die eigene Persönlichkeit mit ihren individuellen Stärken hervorzuheben. Das Ziel ist daher ein gesundes Mittelmaß aus Konformität und Individualität.

  3.   Der Look

Der richtige Look unterstreicht die eigene Expertise (Bild: stock.adobe.com ©  nioloxs)

Der vorangegangene Erfolgsfaktor hat bereits deutlich gemacht, dass im Consulting auch die Optik eine wichtige Rolle spielt. Dass es sozusagen einen bestimmten „Look“ für Berater gibt, ist demnach kein Zufall – sondern er basiert darauf, welche Erwartungen vor allem die Kunden, aber auch die Vorgesetzten von einem solchen Experten erwarten. Im Gegensatz zu Kreativbranchen, wo die Individualität gerne auch über ein extravagantes Styling ausgedrückt wird und die Expertise dadurch umso glaubhafter wirkt, ist dies im Consulting also nicht der Fall. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Für karriereorientierte Berater bedeutet das in der Regel, einen Anzug beziehungsweise ein Business-Kostüm in gedeckten Farben zu tragen. Das Augenmerk liegt zudem häufig auf den Schuhen sowie Accessoires. Denn strahlend saubere Schuhe aus hochwertigen Materialien werden mit Professionalität und Disziplin in Verbindung gebracht. Aber Vorsicht, die verschiedenen Materialien benötigen jeweils die richtige Pflege. Die Accessoires geben zudem Aufschluss über den Erfolg des Beraters und dabei gilt: Je teurer, desto vertrauenswürdiger. Diese Rückschlüsse werden jedenfalls von vielen Kunden automatisch sowie unbewusst gezogen und sind damit ein ungewöhnlicher, aber wichtiger Erfolgsfaktor im Consulting.

4. Der erste Eindruck

Der erste Eindruck ist bleibend, heißt es. Tatsächlich hat diese Aussage einen wahren Kern. Denn das menschliche Gehirn braucht nur etwa sieben Sekunden, um sich ein Bild vom Gegenüber zu machen. Dieses anschließend zu ändern, ist schwierig bis unmöglich, denn das Gehirn sucht unwillkürlich nach Merkmalen, Verhaltensweisen & Co, welche den ersten Eindruck bestätigen. Ein Mechanismus, den es als Berater zu nutzen gilt. Wer also beim ersten Eindruck überzeugt, genießt beste Karriereaussichten, was sowohl bei den Kollegen und Kunden als auch bei den Vorgesetzten gilt. Sieben Sekunden – das bedeutet aber häufig, dass der erste Eindruck schon vor dem ersten Wort gefestigt ist. Es kommt daher erneut vor allem auf die Optik an, aber auch auf die Körperhaltung und Gestik.

 5.    Das Selbstbewusstsein

An dieser Stelle kommt das Selbstbewusstsein ins Spiel und mit ihm ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor im Consulting. Denn nur, wenn ein Berater von seinem eigenen Können überzeugt ist, werden auch die Kunden von ihm überzeugt sein. Das Selbstbewusstsein spiegelt sich zudem in der Körperhaltung wider und bestimmt somit auch über den ersten Eindruck. An dieser Stelle schließt sich also der Kreis. Aber auch in anderen beruflichen Situationen ist Selbstbewusstsein für einen Berater wichtig – schließlich wird er im Alltag mit allerhand Problemen konfrontiert. Wer also eine steile Karriere in der Branche ansteuert, sollte an seinem Selbstbewusstsein arbeiten, dann strahlt er dieses auch automatisch aus.

 6.   Das Personal Branding

Jeder Berater hat ein Personal Branding…auch, wenn er das nicht weiß. Denn jeder erste Eindruck, jedes selbstbewusste Auftreten, jedes Erscheinen bei einem Kongress, etc. wirkt sich auf das „Image“ aus, welches ein Berater hat. Er kann dieses dem Zufall überlassen, geht damit aber ein Risiko ein. Sinnvoller ist daher mit Blick auf die Karriereleiter, dieses Personal Branding aktiv in die Hand zu nehmen und in die gewünschte Richtung zu steuern.

Auch hier kommen wieder die Optik, die Konformität, das Selbstbewusstsein und viele weitere Erfolgsfaktoren ins Spiel. Aber auch aktive Maßnahmen wie das Betreiben eines Expertenblogs, die Auftritte als „Speaker“ oder die Selbstpräsentationen in sozialen sowie beruflichen Netzwerken bestimmen über das eigene Image. Das Personal Branding hilft Beratern also dabei, sozusagen zu einer überzeugenden „Marke“ zu werden und dadurch (schneller) im Unternehmen aufzusteigen.

 7.   Die Manieren

Der richtige Look unterstreicht die eigene Expertise (Bild: stock.adobe.com © fizkes)

So unwichtig dieser Punkt auf den ersten Blick erscheinen mag, so relevant ist er für die Karriere. Denn noch mehr als in anderen Branchen, wird im Consulting auf die Manieren eines Mitarbeiters großen Wert gelegt. Schließlich gilt es, das Unternehmen im Kundenkontakt angemessen zu repräsentieren. Augenkontakt zu halten, freundlich zu sein, selbst in schwierigen Situationen höflich zu bleiben und den Knigge bei Geschäftsessen zu kennen. Solche Grundregeln muss daher jeder Berater aus dem Effeff beherrschen. Dadurch allein kommt zwar noch kein Erfolg, aber ohne Manieren bleibt dieser in jedem Fall aus.

 8.   Die Extrovertiertheit

Soziale Kompetenzen sind für Berater das A und O. Ohnehin werden Soft Skills im Berufsleben immer wichtiger, was auch für die Consulting-Branche gilt. Doch hier ist umso entscheidender für die Karriere, dass der Mitarbeiter offen auf (fremde) Menschen zugehen und diese überzeugen, motivieren oder auf andere Art positiv beeinflussen kann. Wer diese Fähigkeit beherrscht, hat nämlich nicht nur bei den Kunden mehr Erfolg und erbringt somit bessere Leistungen, sondern empfiehlt sich auch für die Beförderung in eine Führungsposition.

 9.   Die Gesundheit

Die Arbeit im Consulting birgt einige Risiken für die Gesundheit, bedingt durch Stress, ungeregelte Arbeitszeiten und weitere Besonderheiten der Branche. Umso wichtiger ist es, von Beginn an die eigene Gesundheit im Blick zu behalten und ihr oberste Priorität einzuräumen. Denn die Work-Life-Balance ist wichtig, um langfristig gesund und damit auch leistungsfähig zu bleiben. Zudem helfen gesunde Ernährung, ausreichend Entspannung, ein regelmäßiges Workout und eine gesunde Lebensweise im Allgemeinen dabei, die Anforderungen im Berateralltag bestmöglich zu meistern – was sich natürlich positiv auf die Karriere auswirkt. Sich vollständig für den Job aufzuopfern, führt hingegen meistens mittel- bis langfristig in stressbedingte Erkrankungen wie ein Burnout-Syndrom und damit zu einem jähen Ende des beruflichen Aufstiegs.

 Fazit

Natürlich ist für die Karriere im Consulting auch die Leistung wichtig. Doch all die genannten Faktoren entscheiden ebenso über den Erfolg oder Misserfolg von Beratern – und stellen eine wichtige Voraussetzung dar, um überhaupt herausragende Leistungen erbringen zu können. Zudem sorgen sie dafür, dass diese von den Vorgesetzten sowie Kunden auch bemerkt und gewürdigt werden. Anstatt also seine gesamte Energie nur in die Kernarbeit zu investieren, ist es sinnvoll, diese auch auf scheinbar weniger wichtige Faktoren wie das Networking zu lenken. Dadurch kommt der Erfolg im Consulting schneller sowie mit höherer Wahrscheinlichkeit.

Veröffentlicht am: 08.06.2020

 

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