Der Beruf des Consultants: Ist eine Promotion notwendig?

Karriere-Tipps

Für Consultants kann es in vielen Situation von Vorteil sein, über einen Doktortitel zu verfügen. Beispielsweise wird promovierten Beratern und Beraterinnen oftmals mehr Vertrauen entgegen gebracht. Es gibt jedoch auch Aspekte die gegen eine Promotion als Consultant sprechen.

Eine Promotion kann Consultants Vorteile verschaffen, muss aber nicht. (Bild: picture alliance / Zoonar | lev dolgachov)

Die Frage, ob man auch ohne Promotion, also ohne den begehrten Doktortitel, im Job erfolgreich sein kann, stellt sich in vielen Berufsfeldern. Bei der Position eines Consultants kommt es besonders häufig zu der Fragestellung. Dies liegt zum einen daran, dass in den Stellenausschreibungen großer Consulting-Firmen immer wieder die Promotion als Voraussetzung für einen Einstiegsjob genannt wird. Da man es in dem Beruf noch dazu mit hochrangigen Mandanten zu tun hat, gehört der Titel im Grunde genommen mit dazu, wenn man beim Klienten einen guten Eindruck hinterlassen will. Ohne die Promotion scheint es also auf den ersten Blick nicht möglich zu sein - oder vielleicht doch?

Wir werden im Folgenden genauer auf einige Punkte eingehen, die für die Promotion sprechen und erklären, weshalb es von Vorteil ist, in der Position als Consultant über einen Doktortitel zu verfügen. Aspekte, die dagegen sprechen, werden wir ebenfalls nennen. Zudem wird erläutert, ob Englisch Lernen, eine Fortbildung oder ein Auslandsaufenthalt als mögliche Alternativen zur Promotion gelten.

Promotion: Warum es notwendig ist

Einige Punkte wurden bereits eingangs genannt. Stellenausschreibungen gelten als erstes Indiz dafür, dass die Promotion von manchen Unternehmen im Consulting-Bereich als absolute Notwendigkeit angesehen wird. Die Firmen sind davon überzeugt, dass die Inhalte, mit denen man sich im Laufe des Studiums beschäftigt, maßgeblich für die Karriere als Berater sind. Natürlich kann es hilfreich sein, seinen Wissensstand auf dem Weg zur Dissertation erweitert zu haben. Ob es unbedingt von Nöten ist, sei dahingestellt.

In der Position des Consultants gibt es allerdings auch noch andere Gründe, die dazu führen, dass sich künftige Berater selbst den Maßstab setzen und eines Tages über den Doktortitel verfügen wollen. Das hängt vor allem mit dem Status und dem Ansehen gegenüber Klienten, aber auch gegenüber anderen Beratern zusammen. In der Branche gibt es eine Menge Konkurrenz. Um sich durchsetzen und einen Auftrag, Job oder Beförderung sichern zu können, hilft meistens die Promotion.

Warum ein Doktortitel für den Job als Berater als notwendig angesehen wird, hängt auch von dem Effekt ab, den der Titel auf die Außenwelt ausübt. Begegnet man einem Banker, einem Anwalt oder eben einem Berater, steckt man automatisch mehr Vertrauen in die Person, wenn sie über den Titel als Doktor verfügt. Ein Doktor wirkt nunmal glaubwürdiger - das ist zumindest noch immer die heutige Annahme. Der psychologische Effekt, der mit der Promotion in Verbindung steht, führt somit nicht nur in gewisser Art zur Notwendigkeit des Titels, sondern trägt auch zum Erfolg der jeweiligen Person bei. Mehr Vertrauen heißt schließlich auch mehr Kunden. Und dies führt im Umkehrschluss dazu, dass man als “Doktor” schneller im Beruf aufsteigt als jemand, der sich gegen die Dissertation und für den direkten Berufseinstieg entschieden hat.

Warum die Promotion nicht entscheidend ist

Die Gründe, die für die Notwendigkeit eines Doktortitels sprechen, belegen auch gleichzeitig, dass man als Berater keine Promotion braucht. Fachlich hat man aufgrund des Titels nämlich nicht immer einen Vorteil gegenüber anderen. Da sich viele lediglich auf dem Effekt des Doktortitels “ausruhen” wollen, geht es bei den abschließenden Arbeiten nicht bei allen Doktoranden um den wissenschaftlichen Inhalt. Viele schreiben die Arbeit nur aus dem Grund, um sich die Promotion zu sichern.

Mit Sicherheit ist auch dazu ein gewisser Aufwand und Fachwissen notwendig. Jedoch bleibt der eigentliche Zweck einer Doktorarbeit unerfüllt. Die Promotionen werden dabei zur Nebensache. Jemandem, der den Titel nur der “schnellen Karriere” wegen will, sei davon abgeraten. In einem solchen Fall ist es sinnvoller, sich den Job eines Beraters mit dem nötigen Wissen Schritt für Schritt zu erarbeiten - auch ohne den begehrten Titel. Es bietet sich auch an, bei kleineren Unternehmen einzusteigen, die die Promotion nicht in ihren Stellenausschreibungen voraussetzen.

Alternativen zur Promotion

Diejenigen, die trotz des fehlenden Titels als Berater erfolgreich sein möchten, bilden sich fort. Man kann dabei verschiedene Kurse belegen. Da man es im Consulting-Bereich auch immer wieder mit internationalen Kunden zu tun hat, scheint ein Business-Englisch-Kurs eine gute Möglichkeit zu sein, um im Job erfolgreicher zu sein.

Wer keinen Online-Sprachkurs belegen will, reist dafür ins Ausland und verbindet die Fortbildung mit einem längeren Aufenthalt. Falls der Fokus dabei nicht nur auf der Sprache liegen soll, wird ein solches Unterfangen von Unternehmen auch als Social Leave bezeichnet. Man schließt sich in der Zeit einer NGO an und erweitert auf diesem Weg den eigenen Horizont - danach kehrt man mit neuen Kenntnissen in den Beruf als Berater zurück.

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