Dienstwagen: So versteuern Sie günstig

24.08.2017

Ein vorzeigbarer Wagen vom Arbeitgeber, der privat genutzt werden darf, gehört für viele Consultants selbstverständlich dazu. Doch wie können sie diese Privatnutzung am besten versteuern? Zwei Varianten stehen ihnen zur Verfügung.

(Bild: merrvas - fotolia.com)

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Dürfen Mitarbeiter in ihrem Dienstwagen auch private Touren zurücklegen, müssen sie diese Nutzung als sogenannten geldwerten Vorteil versteuern. Das Finanzamt erlaubt in diesem Zusammenhang zwei Alternativen: das Fahrtenbuch oder die Ein-Prozent-Regelung. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Das sind die Details.

Das Fahrtenbuch

Unabhängig ob in Papierform oder als digitale Variante: Ein Fahrtenbuch fordert dem Consultant viel Selbstdisziplin ab. "Er muss zeitnah alle Fahrten mit dem Dienstwagen notieren – mit Datum, Start- und Zielort, der zurückgelegten Entfernung, dem Kilometerstand und mit dem Zweck der Fahrt“, sagt Dr. Martin Heyes, Steuerberater und Partner der Neusser Kanzlei KBHT Kalus + Hilger. Ein enormer Aufwand also. Doch der kann sich lohnen: Lediglich der Anteil an tatsächlich privat zurückgelegten Kilometern sowie der Anteil an Fahrten zwischen seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte bei einem Klienten oder im Büro des Beratungshauses muss der Berater bei der Einkommensteuererklärung angeben. Somit ist die steuerliche Belastung für die Arbeitnehmer meistniedriger als bei der Ein-Prozent-Regelung.

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Das Fazit von Steuerberater Heyes: "Ein Fahrtenbuch zu führen lohnt sich vor allem dann, wenn die Gesamtkosten für den Firmenwagen sehr niedrig sind, er also bereits abgeschrieben wurde oder es sich um einen Gebrauchten handelt.“ Oder bei einem hohen Anteil betrieblicher Fahrten. Consultants, die ihre Benzinkosten aus eigener Tasche zahlen oder eine Zuzahlung zum Kauf des Dienstwagens geleistet haben, fahren mit dieser Variante ebenfalls günstiger.

Allerdings: Fahrtenbücher sind oftein Stolperstein, wenn das Finanzamt eine Steuerprüfung beim Arbeitgeber durchführt. "Betriebsprüfer kommen sehr häufig zu dem Ergebnis, dass das Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß geführt wurde“, so Heyes. Einige Unternehmen winken deshalb grundsätzlich ab und lassen ausschließlich die Alternative zu.

Die Ein-Prozent-Regelung

Diese Methode wird am häufigsten gewählt, da sie die bequemere Alternative ist. Der Grund: Die Arbeitnehmer müssen sich eigentlich nicht um die Versteuerung kümmern, denn jeden Monat schlägt der Arbeitgeber im Rahmen der Gehaltsabrechnung automatisch ein Prozent des Bruttolistenpreises für den Wagen auf das Bruttogehalt auf. Das hat zur Folge, dass der Arbeitnehmer mehr Gehalt versteuern muss und ebenfalls höhere Sozialversicherungsbeiträge als vorher anfallen. Das Nettogehalt verringert sich also.

"Zusätzlich muss der Arbeitnehmer noch Fahrten zwischen seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte mit 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer versteuern“, so Steuerexperte Heyes.

Um solche Fahrten zu berechnen, eignet sich die folgende Formel: 
Listenpreis x 0,03 Prozent x Entfernungskilometer x 12 Monate = geldwerter Vorteil

Übrigens: Unter Bruttolistenpreis versteht das Finanzamt neben dem Preis für das Fahrzeugmodell auch die Kosten für fest eingebaute Extras wie zum Beispiel die Klimaanlage, das Navigationsgerät oder die Freisprechanlage.

Das Fazit von Steuerberater Heyes: "Die Ein-Prozent-Methode ist umso vorteilhafter für den Arbeitnehmer, je neuwertiger der Dienstwagen ist und je mehr er den Firmenwagen privat nutzt.“
Ein Tipp: Selbstverständlich haben Berater die Möglichkeit, zwischen den beiden Varianten zu wechseln. Allerdings ist dies nur am Ende eines Geschäftsjahres möglich. Anschließend sind Arbeitnehmer und Unternehmen für zwölf Monate an ihre Entscheidung gebunden.

 

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