Egal wie teuer – wenn Businesskleidung nicht passt, sieht es billig aus

Kniggewissen für Consultants

Kleider machen Leute, gerade im Business. Kniggecoach Sabine Lansing über die Bedeutung der Passform für die perfekte Business-Garderobe.

Mann in einem Anzug, der ausgemssen wird (Bild:Roungroat - rawpixel) | CONSULTING.de
Ob Business-Garderobe ansprechend aussieht, hängt nicht allein vom Preis ab, sondern vielmehr von der Passform der Kleidungsstücke. (Bild: Roungroat - rawpixel)

Eigentlich achte ich recht wenig darauf, was jemand trägt, aber was mir auffällt, ist, wenn etwas nicht gut sitzt. Ob zu lang oder zu eng, wenn Kleidung nicht ordentlich passt, dann macht es den kompletten Eindruck zunichte.

Doch wie sollte etwas sitzen?

Der Anzug für Sie und Ihn

Als Erstes fällt uns natürlich der Anzug ein. Eine Anzughose bei Frauen darf 7/8 lang sein, aber ideal ist das nicht immer. Die perfekte Länge zeigt sich dann, wenn das Hosenbein mit einer Welle auf dem Schuh stupst. Alles was länger ist, ist ein Fall für den Schneider.

Ärmel enden maximal auf der Daumenwurzel. Die Mode bei den Männern in den letzten Jahren war eng und kurz. Aufgepasst: Das können nicht alle tragen. Oft sieht Mann dann aus, wie in seinem alten Konfirmationsanzug.

Rock und Kleid

Röcke sollten nicht kürzer sein als zwei fingerbreit über dem Knie. Was im Stand noch gut aussieht, wird zur Qual beim Sitzen. Vor allem in einem Konferenzraum mit einem Glastisch. Sie werden sich wahrscheinlich unwohl fühlen, da der Rock sich hochzieht. Zuppeln am Rocksaum macht kein gutes Bild. Sie werden unsicher wirken – es vielleicht sogar sein.

Blusen und Hemden

Das Gleiche gilt für eine Bluse, die sich in der Knopfleiste auseinanderzieht, wenn Sie sich bewegen. Dieses Kleidungsstück ist einfach zu eng. Zu eng ist unpassend im Business.

Blusen und Hemden, deren Kragen abstehen wiederum sind zu weit.

Bei Männern gilt: Ärmel, die nicht aus dem Anzugsärmel herausragen sind zu kurz. Bei Hemden gilt die 1er-Rege: Der Kragen sollte einen fingerbreit vom Hals entfernt sein und der Ärmel einen Zentimeter aus dem Jackettärmel rausschauen.

Natürlich darf ein Hemd nicht über Brust und Schultern spannen, genauso wenig darf das Hemd beim Sitzen aus der Hose rutschen. Oft werden die Hemden zu groß gekauft. Labberiger Sitz und Wulste um die Hüfte, wo das Hemd „verstaut“ werden muss, macht das beste Outfit kaputt.

Blusen sollten ebenfalls nicht zu kurz oder zu lang sein, aber ob Kurz- oder Langarm ist egal. Die Hauptsache: Die Bluse lässt keine Unterwäsche durchblitzen und die Länge und Weite ist figurumspielend.

Der Gürtel

Gürtel, die im letzten Loch sitzen, egal ob im ersten oder letzten, wirken nicht gut. Ist am Ende nur noch eine kleine Spitze, die kaum noch in die Schlaufe gefädelt werden kann, ist das genauso unschön, wie ein Gürtel, der nach dem Schließen noch um den halben Körper geschlungen werden muss.

Strümpfe für Sie und Ihn im Business

Bei Feinstrumpfhosen suchen wir Frauen oft die Strumpfhose nach der Konfektionsgröße aus. Und dann haben wir den Salat: Neue Strumpfhose angezogen und sie ist nicht lang genug. Sie rutscht. Den ganzen Tag „hampeln“ wir rum. Von einem eleganten Gang sind wir an dem Tag weit entfernt.

Aber auch zu lange Strumpfhosen, die sich langsam in Falten legen, machen kein gutes Bild. 

Gut passende Strumpfhosen lassen sich ca. 6-7 cm vom Körper abziehen. Lassen Sie sich mal von einer Strumpffachverkäuferin beraten. Ja, die gibt es wirklich.

Bei Männern sehe ich oft zu kurze Strümpfe. Was heißt zu kurz? Probieren Sie es aus. Setzen Sie sich am besten vor einen Spiegel und schauen, ob zwischen dem Hosenbein und der Socke Haut zu sehen ist. Ja, dann weg damit. Zumindest aus der Businessgarderobe. Socken sollen keine Haut zeigen, dafür fein gewebt sein und nicht rutschen.

Sie sehen, es ist keine Frage des Preises, ob eine Garderobe ansprechend aussieht oder nicht. Vor allem eine gute Passform macht aus Kleidungsstücken eine gute Businesskleidung.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Qualitätscheck Ihres Kleiderschrankes.

Über die Autorin

Sabine Lansing  ist Gründerin von Knigge-Wissen. Es gibt ein Lebenslauf davor und einen danach. Der danach resultierte aus einer Gefahrensituationen, die Sabine Lansing im Vertrieb einer deutschen Schmuckmanufaktur im Ausland erlebte, die sie dazu brachte ihre berufliche Situation zu ändern. Dazu bildete sie sich zur Karriereberaterin weiter, ergänzte das mit einer Weiterbildung zur Personalreferentin und arbeitete im Bereich Outplacement für Konzerne, wie z.B. Siemens, Thyssen, Adobe, Vodafone aber auch KMUs. Doch ihre Leidenschaft war schon immer der Umgang miteinander, weshalb sie seit 2004 als Trainerin für Umgangsformen arbeitet, also Knigge. Und dabei geht es ihr nicht um veraltete Regeln, sondern darum, mit Knigge Sicherheit zu gewinnen und sich mit Menschen in der eigenen Gegenwart wohlzufühlen.

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