Perfekte Business-Grundgarderobe für Ihn

Kniggewissen für Consultants

Kleider machen Leute. Der Auftritt und die Art und Weise sich zu kleiden ist oft ausschlaggebend, dafür wie ernst man genommen wird. Kniggecoach Sabine Lansing erklärt im folgenden Artikel worauf Mann bei seiner Garderobe achten sollte.

Garderobe (Bild: rawpixel)
Sind Sie sich nicht sicher, wie die Kleiderordnung bei Ihrem Kunden ist, dann wählen Sie eher die formelle Variante. (Bild: rawpixel)

Kennen Sie das? Sie haben einen wichtigen Termin und Sie wissen nicht, ob das, was Sie anziehen wollen, passend ist? Im Homeoffice kann man noch tricksen, aber bei Präsenzterminen sollten Sie darauf achten, eine Business-Garderobe zu haben, die Ihre Kompetenz sichtbar macht. 

In fast jedem Kleiderschrank finden sich Anzüge, Hosen und Sakkos. Doch selten lassen sich die einzelnen Teile kombinieren. Damit hat auch man(n) viele Kleidungsstücke im Schrank, aber die Kombinationsmöglichkeiten sind begrenzt. Somit muss man auf Geschäftsreisen viel einpacken, um jeden Tag gut gekleidet zu sein. 

Das sollten Sie als erstes beachten 

Überlegen Sie, welcher Kleiderstil zu Ihnen und Ihrer Branche passt. Je formeller oder konservativer die Branche ist, in der Sie tätig sind, umso klassischer sollte Ihre Grundgarderobe sein. Im Finanzwesen, Pharmakonzerne, öffentliche Verwaltung oftmals auch noch in der Maschinenbaubranche geht es konservativer zu, als in Branchen wie Werbung, IT, Marketing, erneuerbare Energie usw.. 

Wie sieht die perfekte Business-Garderobe für den Mann aus? 

Um Ihnen eine Hilfestellung zu geben, lege ich die klassische Business-Kleidung zugrunde. Sind Sie sich nicht sicher, wie die Kleiderordnung bei Ihrem Kunden ist, dann wählen Sie eher die formelle Variante. Krawatte abnehmen, Jackett ausziehen geht dann immer noch. Aber mit Jeans, Hemd und lässigem Sakko zwischen Anzugträgern zu sitzen? Da wird es Ihnen nicht leicht fallen, Ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen. Sie werden sich wahrscheinlich unwohl fühlen und das hindert Sie daran, kompetent und souverän zu wirken. 

Blau, Grau oder Schwarz? 

Es sind und bleiben die Grundfarben der Businesskleidung für Männer. Welche dieser drei Farben steht Ihnen besonders gut? Legen Sie sich auf eine Farbe fest, dann fällt es Ihnen leichter, die Stücke untereinander zu kombinieren. Achten Sie beim Einkauf darauf, ein Teil – Hose oder Jackett – aus Ihrem Kleiderschrank mitzunehmen, um ein passendes Kleidungsstück dazu zu kaufen. 

Anzug oder Kombination, was ist die richtige Wahl? 

Ob Anzug oder Kombination? Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Als Richtlinie nehmen Sie: Je konservativer das Unternehmen, desto klassischer muss Ihre Garderobe sein. Seien Sie auf jede Situation vorbereitet. Reicht üblicherweise Jeans – Hemd – Jackett? So sollten Sie für feierliche Anlässe einen guten Anzug im Schrank hängen haben.  Achten Sie bei einer Kombination darauf, dass die Hose dunkler ist als das Hemd/Jackett. Ausnahme: Jeans und blaues/graues/schwarzes Sakko. Die Hosen sollten nicht nur in der Weite passen, sondern auch in der Länge. Bei Jeans achten Sie auf klassische Schnitte. Dunkle Waschungen sind besser als helle, vermeiden Sie Used-Look. 

Darauf sollten Sie beim Hemd achten 

Hemd ist noch lange nicht Businesshemd. Dass Flanellhemden nicht zum klassischen Business-Outfit passen, ist klar, aber auch bei einem schlichten Hemd sollten Sie darauf achten, dass das Hemd: 

  • langärmelig ist. 
  • die Ärmel lang genug, aber nicht zu lang sind. 
  • beim Sitzen lang genug ist, um nicht aus der Hose zu rutschen. 
  • keine Brusttasche hat. 
  • keine „schreiende“ Farbe hat. 
  • uni oder dezent gemustert ist. 
  • am Hals anliegt. 
  • das Unterhemd nicht durchscheinen lässt. 

Krawatte oder nicht? 

Krawatten haben in den letzten Jahren stark an Wichtigkeit abgenommen. Trotzdem sollten Sie mindestens einen guten Binder im Schrank haben. Arbeiten Sie im Finanzwesen oder Versicherungswesen, in einem Chemiekonzern? Dann sollten Sie die Anzahl erhöhen. Denn hier ist das Tragen dieses Accessoires noch häufiger vertreten. 

Schuhe sagen, wer Sie sind 

Turnschuh oder Lackschuh – das ist der Titel meines Business-Schulungsangebotes. Genau zwischen diesen beiden Extremen liegt der perfekte Schuh für Ihre Arbeitskleidung. Es ist erlaubt und sieht toll aus, wenn Sie zum Anzug gepflegte Sneaker tragen. Zur Jeans einen rahmengenähten Lederschuh? Super! Welche Wahl Sie treffen, müssen Sie selber entscheiden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, nehmen Sie die klassische Variante: Lederschuh zum Anzug. Achten Sie bei Ihrem nächsten Termin darauf, welche Schuhe Ihr Kunde trägt. Das ist ein guter Indikator, welche Kleiderordnung dort erwartet wird.  Auf eines sollten Sie allerdings immer achten: Egal welchen Schuh Sie tragen: Er muss gepflegt, sauber und gut besohlt sein. 

So sieht Ihre perfekte Business-Grundgarderobe aus 

Stellen Sie sich eine gut kombinierbare Garderobe zusammen. Sie brauchen nicht viele Teile: 

  • 3 Anzüge oder 
  • 3 Hosen und 2 Sakkos, die Sie perfekt untereinander kombinieren können 
  • 5 Hemden, die Sie zu jedem Anzug/Kombination tragen können 
  • 1 Krawatte 
  • 1 Gürtel passend zu den Schuhen 
  • 2 Paar Schuhe 
  • 1 Mantel 
  • 1 Schal für den Winter 
  • 1 Businesstasche 

Diese Grundgarderobe ermöglicht Ihnen eine Vielzahl an Kombinationen. Worauf Sie achten sollten ist: Jedes Kleidungsstück sollte von sehr guter Qualität sein. Gute Passform ist eine Voraussetzung für einen guten Auftritt. 

Noch immer gilt: Kleider machen Leute 

Es gibt ja für alles Statistiken – ich liebe sie. Bei einem Test wurde Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren eine Fotoserie vorgelegt. Die Fotos zeigten Männer mit unterschiedlichen Bekleidungsstilen. Von Jeans mit T-Shirt bis zum Anzug, Hemd und Krawatte. Dann wurde ihnen die Frage gestellt: "Welchem dieser Männer würdest Du Dein Geld anvertrauen, wenn sie Bankmitarbeiter wären?" Über 90 % deuteten auf den Mann mit dem Anzug. Das spannende war, es zeigte immer den gleichen Mann in unterschiedlichen Outfits. Selbst in so jungen Jahren haben wir klare Vorstellungen davon, wie Menschen in bestimmten Berufen gekleidet sein sollten. Wir sind darauf konditioniert, dass bestimmte Berufe oder besser gesagt bestimmte Eigenschaften mit einem bestimmten Kleiderstil in Verbindung gebracht werden. Auch wenn sich in den letzten Jahren die Kleiderordnung gelockert hat, so sollten Sie sich nach dem in Ihrer Branche üblichen Kleiderstil richten. Weichen Sie sehr davon ab, müssen Sie mehr Überzeugungsarbeit leisten um Ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen. 

Wie ist es mit einem eigenen Stil? 

Allerdings können Sie mit einem bewussten Abweichen von der Norm Ihren eigenen Stil und Ihr Alleinstellungsmerkmal unterstreichen. Ein Beispiel: Seit einigen Jahren schule ich Mitarbeiter eines IT-Unternehmens. Diese IT-ler werden deutschlandweit bei verschiedenen Unternehmen eingesetzt und betreuen dort hochkomplexe Projekte. Absolute Spezialisten. Das Finden der passenden Berufskleidung war allerdings für viele Mitarbeiter eine echte Herausforderung, da sie bisher eher leger gekleidet waren. Die meisten haben sich einfach nach der Business-Kleidervorschrift des Unternehmens gerichtet und gut war‘s. Einer wollte sein Outfit aber aufpeppen und trug, wenn ich ihn sah, türkisfarbene Strümpfe. Auf meine Frage, ob das Zufall sei, dass ich immer ins Unternehmen komme, wenn er diese Strümpfe trägt, kam die Antwort: „Nein ich liebe Türkis und habe mir 100 Strümpfe gekauft. Das reicht wahrscheinlich bis an mein Berufsende.“ Er erzählte noch, dass am Anfang viel Gesprächspartner über seine Socken irritiert waren und im Gespräch häufig auf seine Schuhe/Socken geguckt haben. Mittlerweile ist er bekannt als der „coole Typ mit den türkisen Socken.“ (Kennen Sie ihn auch? Ich darf die Geschichte mit seiner Einwilligung erzählen.) Ein eigener Stil ist toll. Denken Sie nur daran – ziehen Sie ihn konsequent durch. Nichts irritiert mehr, als wenn jemand sich immer wieder in einem anderen Stil präsentiert. Allerdings gibt es auch dafür eine Ausnahme: Sind Sie in einer Branche unterwegs, in der es genau darum geht: Wandel und Idee – dann ist eine abwechslungsreiche Garderobe hilfreich.  
Für alle Branchen gilt: Sie sollten mit Ihrer Kleiderwahl dem entsprechen, wofür Ihr Unternehmen steht. 

Über die Autorin

 Sabine Lansing  ist Gründerin von Knigge-Wissen. Es gibt ein Lebenslauf davor und einen danach. Der danach resultierte aus einer Gefahrensituationen, die Sabine Lansing im Vertrieb einer deutschen Schmuckmanufaktur im Ausland erlebte, die sie dazu brachte ihre berufliche Situation zu ändern. Dazu bildete sie sich zur Karriereberaterin weiter, ergänzte das mit einer Weiterbildung zur Personalreferentin und arbeitete im Bereich Outplacement für Konzerne, wie z.B. Siemens, Thyssen, Adobe, Vodafone aber auch KMUs. Doch ihre Leidenschaft war schon immer der Umgang miteinander, weshalb sie seit 2004 als Trainerin für Umgangsformen arbeitet, also Knigge. Und dabei geht es ihr nicht um veraltete Regeln, sondern darum, mit Knigge Sicherheit zu gewinnen und sich mit Menschen in der eigenen Gegenwart wohlzufühlen.

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