Abfallmanagement in Unternehmen: Viel Luft nach oben

Studie von Viking

Nur in jedem dritten Unternehmen gibt es ein Abfallentsorgungssystem. Und nur jedes fünfte Unternehmen verfügt über ein Umweltmanagementsystem. Das sind Ergebnisse einer Umfrage von Viking in Zusammenarbeit mit Dr. Michael Bilharz vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Meinungsforschungsinstitut OnePoll.

Vorbildliches Müllmanagement im Büro (Bild: Andrey Popov - AdobeStock)
Vorbildliches Müllmanagement im Büro (Bild: Andrey Popov - AdobeStock)

Es wurden 1000 deutsche Arbeitnehmer zum Status quo in puncto Umweltschutz im Büro befragt. Schlusslicht dabei ist der öffentliche Sektor: 36  Prozent der Befragten sagten, ihr Arbeitgeber leiste keinen Beitrag zum Umweltschutz in Form eines Umweltmanagementsystems. Bei produzierendem Gewerbe/Industrie waren es im Gegensatz dazu nur 10  Prozent.

23,5  Prozent gaben an, dass die eigene Firma gar nichts für den Umweltschutz tue und 70  Prozent glauben, dass Klimaschutz keine Priorität für ihren Arbeitgeber habe. 84  Prozent der Befragten erwarten mehr Umweltschutz von ihrem Arbeitgeber. 

Nachhaltigkeit als Teil des Employer Branding

Dabei würde es  sich für Unternehmen auszahlen, in Umweltschutz zu investieren: Fast die Hälfte der Befragten würde einen potenziellen Arbeitgeber auf deren Haltung in Bezug auf Nachhaltigkeit prüfen, bevor sie sich auf eine dort ausgeschriebene Stelle bewerben. Knapp zwei Drittel sagten, fehlender Respekt und Einsatz für Nachhaltigkeit durch den Arbeitgeber sei ebenso schlimm wie Integration und Vielfalt am Arbeitsplatz zu ignorieren. 58  Prozent wären motivierter, wenn ihr Arbeitgeber klimaneutral wäre, 56  Prozent produktiver. 

Team Greta vs. Team Donald?

Interessanterweise stehen 14  Prozent der Befragten dem Thema Klimawandel skeptisch gegenüber und gaben an, nicht an den vom Menschen verursachten Klimawandel zu glauben; bei Männern sind es sogar 17  Prozent. 

Eine noch größere Skepsis herrscht gegenüber Klimakompensationen, die Greta Thunberg unlängst als "Bluff" bezeichnete. Laut des Klimaexperten Dr. Michael Bilharz ist die einfachste und schnellste Methode, klimaneutral zu leben, den eigenen CO2-Fußabdruck zu kompensieren (für ca. 250 € im Jahr). Nach Informationen, die dem UBA vorliegen, kompensieren weniger als ein Prozent der Bevölkerung. Allerdings gaben 8,3  Prozent der Befragten an, ihren CO2-Fußabruck zu kompensieren. Knapp 20  Prozent möchten es in Zukunft tun. Während fast jeder Vierte Geld für die Klimakompensation ausgeben würde, wenn es einen Zuschuss vom Arbeitgeber dazu gäbe, zeigte knapp jeder Zweite keine Bereitschaft, diese Zahlung zu tätigen. 

Auf die Frage, was die Befragten davon abhält, den eigenen CO2-Fußabdruck mit einer solchen Zahlung zu kompensieren, teilten sich die Meinungen:

  • 43  Prozent finden es zu teuer
  • 43  Prozent finden, sie sollten nicht verantwortlich sein für diese Zahlung
  • 39  Prozent vertrauen der Klimakompensation nicht (44  Prozent bei Männern, verglichen mit 
  • 32  Prozent der Frauen)
  • 17  Prozent gaben zu, nicht zu verstehen, wie die Klimakompensation funktioniert

Die Befragten aus der Generation Z (22 und jünger) kompensieren ihren CO2-Fußabdruck dreimal so häufig wie Baby Boomer (55-73 Jahre). Klimakompensation allein kann den Befragten zufolge nicht die Lösung sein. Die Frage, ob sie bereit wären, ihren Lebensstil aus Umweltschutzgründen zu ändern, bejahten generationenübergreifend 80  Prozent der Teilnehmer. Ein Großteil der Befragten würde der Umwelt zuliebe folgende Veränderungen vornehmen:

Allgemein ergab die Studie, dass der eigene Beitrag zum Klimawandel unterschätzt wird und Klärungsbedarf besteht. Knapp ein Drittel der Befragten glauben, dass sie die Umwelt nicht stark belasten. 27  Prozent gaben an, bereits klimaneutral zu leben (zur Erinnerung: Nur 8,3  Prozent kompensieren derzeit ihren CO2-Fußabdruck).  

Nichtsdestotrotz möchten sich 75  Prozent Befragten im kommenden Jahr aktiv bemühen, die eigene Umweltbelastung zu reduzieren. Der Großteil bezieht sich hierbei auf das Privatleben (62  Prozent), während 23  Prozent angaben, sie würden ihren Arbeitgeber ermutigen, sich mehr für den Umweltschutz zu engagieren.

Die ausführlichen Ergebnisse können Sie im Viking-Blog nachlesen.

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